AdKdW

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Die Akademie der Künste der Welt ist eine gemeinnützige Kultureinrichtung, die im Jahr 2012 von der Stadt Köln ins Leben gerufen wurde. Sie betrachtet sich selbst als Organisation von Künstler*innen, Forscher*innen und Kulturschaffenden und weniger als Bildungseinrichtung im herkömmlichen Sinn. Eine Findungskommission wählte 13 renommierte Künstler*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen aus aller Welt als Gründungsmitglieder der Akademie der Künste der Welt aus. Die 17 aktuellen Mitglieder bilden ein Netzwerk, das über den ganzen Globus verteilt ist. Sie kommen aus diversen Disziplinen, interagieren virtuell und treffen jährlich zusammen. Dabei verfolgen sie das Ziel, dem Konzept ‚Künste der Welt‘ eine spezifische und kritische Bedeutung zu verleihen.

Die AdKdW bewegt sich jenseits der eurozentristischen Doktrinen der Kulturgeschichte. Während sie den globalen Bedingungen des Post- und Neokolonialismus ihre Aufmerksamkeit schenkt, versucht sie, romantische Vorstellungen von Multikulturalismus, Globalismus und Identitätspolitik aufzudecken und zurückzuweisen. Angesichts eines gesellschaftlichen und politischen Klimas, das durch die überwältigende Logik der globalisierten Finanzmärkte und durch neoliberale Machtstrukturen geprägt ist, will die AdKdW außerdem Praktiken unterstützen, die gerade diese Bedingungen thematisieren und herausfordern. Die AdKdW will Reflexionsprozesse, Interventionen und Kollaborationen in Gang setzen, die ein kritisches Verständnis der Künste fördern und die gegenwärtigen Bedingungen der kulturellen Produktion offenlegen und neudenken. Die AdKdW initiiert, produziert und organisiert Veranstaltungen in unterschiedlichen künstlerischen und diskursiven Sparten.

Gesellschaftsvertrag der Akademie der Künste der Welt/Köln, gemeinnützige GmbH

Mitglieder

Mitglieder

Die Mitglieder der Akademie der Künste der Welt – nationale und internationale Künstler*innen, Kurator*innen, Autor*innen und Kulturwissenschaftler*innen – fungieren als Think-Tank und geben den Orientierungsrahmen für das künstlerische Programm der Akademie vor.


KADER ATTIA, geboren 1970 in Frankreich, lebt und arbeitet in Berlin. Er wuchs sowohl in Algerien als auch in den Vororten von Paris auf. Die Erfahrung, als Teil zweier Kulturen aufgewachsen zu sein, nimmt er als Ausgangspunk für seine dynamischen Praktiken, die die Ästhetik und Ethik von verschiedenen Kulturen zum Ausdruck bringen. Durch einen poetischen und symbolischen Ansatz legt er die weiträumigen Nachwirkungen von westlicher kultureller Hegemonie in der Modere und Kolonialismus in nicht-westlichen Kulturen offen. Dabei untersucht er die Identitätspolitik in historischen und kolonialistischen Epochen – von der Tradition zur Moderne – in Anbetracht der globalisierten Welt, von welcher er eine Genealogie entwirft.

Mehrere Jahre fokussierte sich seine Forschung auf das Konzept des „Reparierens“ als eine Konstante in der menschlichen Natur, von welcher das westliche Denken immer eine gegensätzliche Sichtweise hatte. Von der Kultur zu Natur, vom Geschlecht zur Architektur, von der Wissenschaft zur Philosophie – jedes System des Lebens ist ein unendlicher Prozess des Reparierens.

Aktuelle und kommende Ausstellungen von Attia: Sacrifice and Harmony im Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Reason's Oxymorons auf der 66. Berlinale in Berlin, The Injuries are Here im Musée Cantonal des Beaux-Arts in Lausanne, Culture, Another Nature Repaired, im Middelheimmuseum in Antwerpen, Contre Nature im Beirut Art Center, Contested Terrains in der Tate Modern in London, Repair. 5 Acts am KW Institute for Contemporary Art in Berlin, Construire, Déconstruire, Reconstruire: Le Corps Utopique im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, auf der Biennale de Dakar, auf der dOCUMENTA(13) in Kassel, Performing Histories (1) im MoMA in New York.


UTE META BAUER studierte an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Derzeit ist sie als Gründungsdirektorin des NTU Centre for Contemporary Art Singapore (NTU CCA Singapore) an der Nanyang Technological University (NTU) tätig. Zuvor war sie Associate Professorin an der Fakultät für Architektur am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge, USA, und Gründungsdirektorin des MIT Program in Art, Culture, and Technology (2005-2012). Von 2012 bis 2013 war sie Dekanin der Fakultät für Bildende Kunst am Royal College of Art in London. Bauer war außerdem Co-Kuratorin der documenta11 (2001/2002) und künstlerische Leiterin der 3. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst (2004). Als Gründungsdirektorin des Office for Contemporary Art Norway (2002-05) war sie auch Kommissarin für den Nordischen Pavillon auf der 50. Biennale von Venedig (2003) und für den norwegischen Beitrag zur 26. Biennale von São Paulo (2004). Zusammen mit Paul Ha, Direktor des MIT List Centre for Visual Art, kuratierte sie 2015 den US-Pavilion der 56. Biennale von Venedig, der von der bedeutenden Künstlerin Joan Jonas bespielt und mit einer lobenden Erwähnung in der Kategorie Bester Länderpavillon bedacht wurde. Für das NTU CCA Singapore kuratierte sie Ausstellungen mit Judith Barry, Zarina Bhimji, Stan Douglas, Simryn Gill, Joan Jonas, Isaac Julien, Amar Kanwar, Eva Meyer & Eran Schaerf, Constanze Ruhm, Tomas Saraceno, Allan Sekula, Trinh T. Minh-ha, Fiona Tan und Yang Fudong. Bauer ist Herausgeberin zahlreicher Publikationen auf dem Gebiet der Gegenwartskunst, darunter Intellectual Birdhouse, Artistic Practice as Research (zusammen mit Florian Dombois, Michael Schwab und Claudia Mareis, Koenig Books, 2012), World Biennale Forum No 1 – Shifting Gravity (zusammen mit Hou Hanru, Gwangju Biennale Foundation, Hatje Cantz Verlag, 2013) und AR – Artistic Research (zusammen mit Thomas D. Trummer, Koenig Books). In Kürze erscheinen Southeast Asia Spaces of the Curatorial (zusammen mit Brigitte Oetker) und Theatrical Fields Critical Strategies in Performance, Film and Video (zusammen mit Anca Rujoiu).

Bauer erforscht als Expeditionsleiterin von The Current, eines Fellowship-Programms der TBA21, seit 2015 die vom Klimawandel und menschlichen Eingriffen in die Umwelt am stärksten betroffenen Inseln und Küsten des Pazifik. Darüber hinaus ist sie in den Gremien verschiedener Institutionen tätig, u.a. nbk Berlin, Rockbund Art Museum in Shanghai, Istanbul Biennale und Bergen Assembly.


BINNA CHOI praktiziert das Kuratieren in einem erweiterten Sinne, indem sie Kunst in Beziehung zu Praktiken des sozialen Wandels setzt und an Kunstinstitutionen als exemplarische institutionelle Orte arbeitet. Seit 2008 ist Casco Art Institute: Working for the Commons Binnas wichtigste Anlaufstelle für diese kuratorische Praxis. Dort hat sie eine Reihe von langfristigen, kollaborativen/disziplinübergreifenden künstlerischen Forschungsprojekten und -programmen kuratiert, wie Grand Domestic Revolution, co-kuratiert mit Maiko Tanaka (2010-13), Composing the Commons (2013-16) und Site of Unlearning (Art Organizations) mit Annette Krauss und dem Casco-Team (2014-18). Sie alle beinhalten Aufträge, Ausstellungen, Co-Forschungssituationen und Publikationen.

Im Jahr 2018 haben Binna und das Casco-Team die organisatorische Umstrukturierung eingeleitet; die institutionelle Namensänderung von "Casco - Office for Art Design and Theory" in "Casco Art Institute: Working for the Commons" markiert die Umstrukturierung. Das Casco Art Institute widmet sich dem kollektiven Studium der Gemeingüter durch die Praxis der Kunst ebenso wie der Praxis von Kunst durch das kollektive Studium der Gemeingüter. Jenseits von Binaritäten wie dem Privaten und Öffentlichen, dem Intellektuellen und Manuellen, dem Städtischen und Ländlichen sowie dem Institutionellen und Selbstorganisatorischen schlägt Casco die Commons als eine fortwährende Bewegung für nicht-binäre Zukünfte der Gleichheit und Vielfalt vor. Sein künstlerisches Programm ist um mehrere Studienlinien organisiert, während die Organisation selbst als Ort des commoning praktiziert wird. Eine der Studienlinien ist Unmapping Eurasia, eine mehrjährige Untersuchung, die Binna mit You Mi durchführt. Indem sie Eurasien als Terrain betrachten, in dem sich Geo-Politik, Geo-Philosophie und Geo-Poesie überlappen, eröffnen sie einen transkulturellen Kontext für die Verständigung über die europäisch-asiatische Grenze hinweg.

Binna unterrichtet am Masterprogramm des Dutch Art Institute und arbeitet für und mit dem translokalen Netzwerk Arts Collaboratory. Sie ist auch Mitbegründerin von Cluster, einem europäischen Netzwerk von Kunstorganisationen, die sich eng mit ihrer Umgebung beschäftigen. Sie arbeitete im kuratorischen Team der Gwangju Biennale 2016 mit dem Titel The Eighth Climate (What Does Art Do) und organisierte in diesem Zusammenhang gemeinsam mit Maria Lind das globale Forum und die Gemeinschaft experimenteller Kunstorganisationen mit dem Titel All the Contributing Factors. Zusammen mit Yollótl Alvarado und Brigitta Isabella organisierte sie eine experimentelle Ausstellung, die die Arbeitsprinzipien des Arts Collaboratory im Asia Culture Center, Gwangju, vorstellte. Binna hält außerdem regelmäßig öffentliche Vorträge über institutionellen Wandel und andere Formen kuratorischer Praxis und nimmt beratende Funktion ein.


EKATARINA DEGOTs Arbeit setzt sich auf kritische Weise mit ästhetischen und soziopolitischen Aspekten der Kunst in Russland und Osteuropa, besonders der post-sowjetischen Ära, auseinander. Sie war leitende Kuratorin in der Staatlichen Tretjakow-Galerie, arbeitete als Kunstjournalistin für die Tageszeitung Kommersant und war von 2008 bis 2012 Herausgeberin von www.openspace.ru/art, einem Online-Magazin für Nachrichten aus der Kunstwelt, Kunstkritik und Kulturanalysen. Für die Kunstmagazine Artforum, Frieze und e-flux schreibt sie regelmäßig Beiträge.

Sie kuratierte unter anderem den Russischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2001 und u.a. die Ausstellungen Body Memory: Unterkleider der Sowjetära (gemeinsam mit Julia Demidenko; Stadtgeschichtliches Museum St. Petersburg 2000, Stadtmuseum Helsinki, Volkskundemuseum Wien, u.a.); Berlin-Moskau / Moskau-Berlin 1950-2000 (mit Jürgen Harten u.a., Martin-Gropius-Bau Berlin und Geschichtsmuseum Moskau, 2003-04), sowie Europäisches Atelier (Zentrales Haus der Künstler, Moskau 2009), Sowjetischer Idealismus (Musée de l’art wallon, Liège 2005) und If. Ukrainische Kunst im Wandel (PERMM Kunsthalle, Perm 2010).
Gemeinsam mit Cosmin Costinas und David Riff kuratierte sie die Erste Ural Industrial Biennale in Jekaterinenburg mit dem Titel Schockarbeiter der Mobilen Bilder (2010). Mit Joanna Mytkovska und David Riff präsentierte sie 2011 das Auditorium Moskau, eine Selbstbildungsinitiative, Treffpunkt für Diskussionen und internationale Ausstellung zugleich. 2012 entwickelte sie die Diskussionsplattform der ersten Kiew Biennale für Gegenwartskunst Arsenale mit dem Titel Kunst nach dem Ende der Welt, außerdem Time/Food in der Moskauer Kunststiftung Stella zusammen mit Anton Vidokle und Julieta Aranda. 2013 kuratierte sie, in Zusammenarbeit mit David Riff, die erste Bergen Assembly unter dem Titel Monday begins on Saturday/Der Montag fängt am Samstag an in Norwegen.

Degot verfasste mehrere Bücher, unter anderem Terroristic Naturalism (1998), Russian 20th-Century Art (2000) und Moscow Conceptualism (mit Vadim Zakharov, 2005) und ist Mitherausgeberin von Post-Post-Soviet? Art, Politics and Society in Russia at the Turn of the Decade (zusammen mit Ilya Budraitskis und Marta Dziewanska, 2013).
Sie hat an der Europäischen Universität St. Petersburg gelehrt, war Gastprofessorin an verschiedenen US-amerikanischen und europäischen Universitäten und hat zurzeit einen Lehrauftrag an der Alexander-Rodtschenko Schule für Fotografie und Neue Medien in Moskau.

Ekaterina Degot war von März 2014 bis Oktober 2017 Künstlerische Leiterin der Akademie der Künste der Welt. Zurzeut ist sie Intendantin des 51. Steirischer Herbst in Graz.

Im November 2014 gewann Ekaterina Degot den Igor Zabel Award for Culture and Theory.


MADHUSREE DUTTA wurde 1959 in Jamshedpur/Jharkhand, Indien geboren. Sie studierte Theater an der National School of Drama in Indien und ist Filmemacherin, Kuratorin und Autorin. Madhusree Dutta ist Gründerin und Direktorin von Majlis, einem Zentrum für den Rechtsdiskurs und interdisziplinäre Kunstinitiativen in Mumbai. Ihr Interesse gilt besonders dokumentarischen Praktiken, der Untersuchung des urbanen Raums, interdisziplinären Praktiken des Archivierens und der Sphäre des Öffentlichen.

Duttas Filme werden international auf Filmfestivals und Kunstevents sowie in Universitätsseminaren gezeigt. Sie war Jurymitglied für unterschiedliche Filmfestivals, darunter Berlinale Shorts 2015. Dutta erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt etwa den Lifetime Achievement Award beim Internationalen Dokumentar- und Kurzfilmfestival von Kerala (2019) und die Auszeichnung Kulturmanagerin des Jahres des Kölner Kulturrates (2019).

In der Vergangenheit hat sie verschiedene Kunst- und Kulturprojekte kuratiert, unter anderem Expression, das erste feministische Festival zu Kunst und Kunstdiskurs in Indien (1990), India Sabka, ein Jugend-Festival mit dem Schwerpunkt Multikulturalität (2002), Import Export: Kultureller Austausch zwischen Indien und dem deutschsprachigen Europa (2005, Mumbai-Vienna-Berlin), Culture@WSF, im Rahmen des Weltsozialforums (2014) und Moving People, ein Projekt und Veranstaltungsprogramm zur künstlerischen Vernetzung von Asien und Afrika, das in Nairobi stattfand (2015). Ihr kuratorisches Projekt Project Cinema City: Künstlerische Forschung und dokumentarische Praktiken (2009-2013) war ein multidisziplinäres Vorhaben, an dem hundert Bildende Künstler*innen, Architekt*innen, Filmemacher*innen und Sozialwissenschaftler*innen mitwirkten. Das Projekt feierte seine öffentliche Premiere im Forum Expanded, Berlinale (2010).

Unter ihren Buchveröffentlichungen findet sich, um nur eine zu nennen, die Anthologie Project Cinema City (Tulika Books 2012), die als Bestes Buch des Jahres 2014 mit dem Publishing Next Industry Award ausgezeichnet wurde.

Seit März 2018 ist Madhusree Dutta Künstlerische Leiterin der Akademie der Künste der Welt.

www.madhusreedutta.com

Foto: Dörthe Boxberg


MONIKA GINTERSDORFER in Peru geboren, Theaterregisseurin; studierte Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln sowie Regie in Hamburg.

2000 bis 2004 realisierte sie Inszenierungen am Hamburger Schauspielhaus, an den Münchner Kammerspielen und bei den Salzburger Festspielen. Sie ist Mitbegründerin der aktionistischen Künstlergruppe Rekolonisation und Regisseurin der 2005 gegründeten deutsch-französisch-westafrikanischen Theater/ Performance-Gruppe Gintersdorfer/Klaßen mit Inszenierungen u.a. an der Volksbühne Berlin, Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf, sophiensaele Berlin, Schauspiel Köln, Ringlokschuppen Mülheim, Deutsches Theater Berlin. Gintersdorfer/Klaßen arbeiten häufig zusammen mit dem KVS Brüssel in Kinshasa.

2010 veranstalteten sie das Festival Rue Princesse in Abidjan, Berlin und Hamburg. 2011 tourten sie durch Westafrika mit ihrer Reihe „Logobi“.

Ihre Projekte rücken die Lebensstrategien und Ausdrucksformen der Darsteller ins Zentrum und versuchen einen möglichst direkten Transport von Leben ins Theater und Theater/ Performance ins Leben. In einer Kombination aus Bewegung, Tanz, Text und synchroner Übersetzung lassen Gintersdofer/Klaßen die politischen und persönlichen Realitäten ihrer Darsteller – in Deutschland und an der Elfenbeinküste – gegeneinander prallen und erreichen auf diese Weise eine Ebene der Kultur- und Gesellschaftskritik jenseits des „schöngeistigen“ Bildes interkultureller Völkerverständigung.

Für die Spielzeiten 2012/2013 und 2013/2014 waren Gintersdorfer/Klaßen Artists in Residence am Theater Bremen, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Programms Doppelpass.

Gintersdorfer/Klaßen wurden für ihre Arbeiten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Gewinner Impulse Festival 2009, George Tabori Förderpreis 2010, Tanzkompanie des Jahres 2010, Faustpreis als bester Tänzer für Richard Siegal in Gintersdorfer/Klaßen Logobi 05.


INTI GUERRERO ist seit 2016 Estrellita B. Brodsky Adjunct Curator für Kunst Lateinamerikas in der Londoner Tate Gallery. Davor war er Associate Artistic Director im TEOR/éTica in San José.

Guerrero kuratierte Ausstellungen für die Tate Modern in London, das Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro, das Para Site in Hong Kong, TheCube Project Space in Taipei, das Arko Art Centre in Seoul, die Kadist gallery in San Francisco und das Bergen Assembly. Seine Texte sind unter anderem in Afterall, ArtNexus, Metropolis M, Nero, Manifesta Journal und Ramona erschienen. Er war Fellow des De Appel's Curatorial Programme, studierte Kunstgeschichte und –theorie sowie Architektur und Allgemeine Geschichte an der Universidad de Los Andes in Bogota und der Universiade de São Paulo. Darüber hinaus war er Curator in Residence der Sammlung der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Turin und der Künstlerinitiative Capacete Entretenimentos in Rio de Janeiro.  

Ausgewählte Ausstellungen als Kurator: Cuando la rama se rompe im MARCO in Vigo und dem FRAC Lorraine in Metz 2010, A cidade do homem nu im Museu de Arte Moderna de São Paulo 2010, Duet for Cannibals am Royal Tropical Institute in Amsterdam 2010, Light Years: Cristina Lucas im Museo Carrillo Gil in Mexico City 2010 und am Centro de Arte Dos de Mayo in Madrid 2009, Deceiving the Enemy am Laboratorio Interdisciplinario para las Artes in Bogota.

Ausgewählte Ausstellungen als Co-Kurator: And yet it moves at Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Turin 2009 und Yo no soy esa in der Galería Santa Fe in Bogota 2005.


Die Dipl. Sozialwirtin und promovierte Kulturwissenschaftlerin NANNA HEIDENREICH ist 1970 geboren. Sie studierte in Göttingen, Berlin und Berkeley. Seit Oktober 2016 ist sie Professorin für Digital Narratives - Theory an der ifs internationale filmschule köln.Zuvor hat sie im Sommer 2016 die Professur für Medienkulturwissenschaften an der Universität Hildesheim vertreten und war von 2011 bis 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienforschung an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Von 2009 bis 2017 war sie Ko-Kuratorin des Programms Forum Expanded bei der Berlinale.

Von 2015 bis 2017 war sie für das Haus der Kulturen der Welt (Berlin) zum Themenbereich Migration, Flucht und Einwanderung kuratorisch und beratend tätig (u.a. mit den Projekten Die Jetztzeit der Monster. What comes after nations? und Tonspuren). Sie hat zahlreiche Publikationen (print, online, DVD-Editionen) im Bereich kritische Migrationsforschung, visuelle Kultur, postkoloniale Theorie, Politik/Kunst/Kino, anderes Kino (feministisch, queer, experimentell) veröffentlicht, u. a.: Migration, Heft 67 der Frauen und Film (Frankfurt/M. 2016), Film als Idee - Birgit Heins Texte zu Film/Kunst (Hg. mit Florian Krautkrämer und Heike Klippel, Berlin 2016), total. Universalismus und Partikularismus in post_kolonialer Medientheorie (Hg. mit Ulrike Bergermann, Bielefeld 2015), V/Erkennungsdienste, das Kino und die Perspektive der Migration (Bielefeld 2015), sowie die DVDs Philip Scheffner: The Halfmoonfiles & Der Tag des Spatzen und Riki Kalbe - 15 Filme (beide Berlin 2013). 2020 erscheinen ihre neue Monographie Spektakel und Möglichkeitsraum. Kunst und der lange Sommer der Migration sowie der gemeinsam mit Katrin Klingan und Rana Dasgupta herausgegebene Sammelband Gezeitendenken. Recherechen abseits des Nationalstaatensystems.

Darüber hinaus übersetzte sie Texte von Kaja Silverman, Marc Siegel, Judith Halberstam, Saskia Sassen, Jasbir Puar und war bis 2009 Teil von Performanceproduktionen und andere Interventionen mit dem antirassistischen Netzwerk Kanak Attak. Sie war Teil des Organisationsnetzwerks für das Tribunal "NSU-Komplex auflösen" (Köln 2017). Sie ist Mitglieder zahlreicher Jurys und übernimmt beratende Tätigkeiten. So konzipierte sie in 2017 für die Camargo Foundation / Goethe Institut Marseille die Ausschreibung Thinking Europe from the Sea und war beratend für das vom Goethe Institut Seoul initiierte Projekt Narrative der Migration in Ost- und Südostasien (2018-2019) tätig. Für die Akademie kuratierte sie im November 2019 das Symposium Hotspots: Migration und Meer. Nanna Heidenreich lebt in Berlin.

Eine Auswahl ihrer Projekte ist hier zu finden: nannaheidenreich.net


MAX JORGE HINDERER CRUZ ist ein bolivianisch-deutscher Schriftsteller, Kurator und Philosoph. Seit 2019 ist er Direktor des Nationalen Museums für Kunst in La Paz, Bolivien (Museo Nacional de Arte, MNA). Er lebte bereits in Rio de Janeiro, São Paulo und Berlin, wo er als freier Schriftsteller, Kulturkritiker, Lektor, Übersetzer und Kurator arbeitete. Hinderer Cruz veröffentlicht regelmäßig Essays, Kulturkritik und Artikel in verschiedenen Formaten und Katalogen. Außerdem schreibt er für eine Reihe internationaler Magazine und Zeitungen, unter anderem das Afterall Journal (London), Springerin (Wien), Texte zur Kunst (Berlin), Chimurenga’s The Chronic (Kapstadt), Nossa Voz (São Paulo) oder La Razón (La Paz).

In seinen Arbeiten beschäftigt er sich sowohl mit ästhetischer Philosophie, dem kolonialen Barock, der globalen Geschichte der Empfindsamkeit sowie Kolonialgeschichte und -ökonomie, als auch mit der Produktion von Subjektivität, lateinamerikanischer Kunst – insbesondere der brasilianischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts – und dem andinen Barock des 16. bis 18. Jahrhunderts. Er ist Autor des Buches Hélio Oiticica and Neville D'Almeida: Block-Experiments in Cosmococa – program in progress (Afterall Books/MIT Press, 2013, mit Sabeth Buchmann) und Herausgeber diverser Kunst-, Politik- und Theoriebände wie etwa Art and Ideology Critique After 1989 / Kunst und Ideologiekritik nach 1989 (Verlag der Buchhandlung Walther König/Kunsthaus Bregenz, 2013, mit Eva Birkenstock, Jens Kastner und Ruth Sonderegger). Von 2008 bis 2011 war er Kurator des Ausstellungs- und Publikationsprojektes Principio Potosí/The Potosí Principle (MNCARS Madrid/HKW Berlin/MNA und MUSEF La Paz, mit Alice Creischer and Andreas Siekmann).

Zudem war er von 2014 bis 2016 Mitorganisator des P.A.C.A. São Paulo (Program for Autonomous Cultural Action, mit Suely Rolnik, Amilcar Packer und Tatiana Roque). Hinderer Cruz war außerdem Organisator des São Paulo's Seminário Público Micropolíticas – einem öffentlichen Seminar über soziale Bewegungen, neue Regierungsformen und den Begriff der Mikropolitik. 2016 und 2017 arbeitete er als Ko-Kurator für The Apatride Society of the Political Others in Athen (Öffentliches Programm der Documenta14, organisiert von Paul B. Preciado, mit Margarita Tsomou and Nelli Kambouri). Von 2016 bis 2018 kuratierte er Implosão: Trans(relacion)ando Hubert Fichte (gemeinsam mit Amilcar Packer) und die zwei gleichnamigen Ausstellungen im Museu de Arte Moderna da Bahia (MAM) in Salvador und dem Centro Municipal de Arte Hélio Oiticica (CMAHO) in Rio de Janeiro. Zudem war als Kurator für die brasilianischen Ausgabe des von Anselm Franke und Diedrich Diederichsen konzipierten Kollaborationsprojekts des Haus der Kulturen der Welt und des Goethe-Instituts Hubert Fichte: Liebe und Ethnologie (2016-2019) tätig. Im Jahr 2017 arbeitete er als Ko-Kurator und Ko-Programmleiter für die Iteration der Chimurenga / Pan African Space Station Things that go in and out of the body / Angazi, but I'm sure im Museo Tamayo in Mexiko-Stadt. Derzeit arbeitet Hinderer Cruz an einem Buchprojekt zur weltgeschichtlichen Einordnung der Beziehung zwischen Ästhetik und Ökonomie.


KIM SOYOUNG (JEONG) ist Filmemacherin und Autorin aus Südkorea. Sie studierte Filmwissenschaft an der New York University und ist eine der ersten Absolventinnen der Koreanischen Filmkunstakademie. Als Filmkritikerin arbeitet sie für Cahiers du cinéma, Inter-Asia Cultural Studies und Cine-21 und publiziert zu den Themen Film und Populärkultur in verschiedenen koreanischen Magazinen und Zeitschriften.

Von ihr stammt die Filmtrilogie Women's History Trilogy (2000-2004, Koryu: Southern women/South Korea / I'll Be Seeing Her / New Woman: Her First Song), die auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt wurde, unter anderem auf dem internationalen Dokumentarfilmfestival in Yamagata, Japan und dem Digi Beta Festival in Berlin. Ihr erster Spielfilm Viewfinder wurde ebenfalls erfolgreich auf dem internationalen Filmfestival in Busan, Südkorea, auf dem internationalen Filmfestival in Tokio, Japan und auf dem Indie-Filmfestival Seoul, Südkorea gezeigt. Er lief außerdem im koreanischen Kino.

Sie hat mehrere wissenschaftliche Abhandlungen über die Moderne, Gender-Fragen, Kino und Medien veröffentlicht, unter anderem Gespenster der Moderne: Der fantastische Film im Koreanischen Kino (in koreanischer Sprache) und als Mitherausgeberin Electronic Elsewhere: Media, Technology, and the Experience of Social Space in englischer Sprache zusammen mit Chris Berry und Lynn Spigel (University of Minnesota Press, 2010).

Kim Soyoung (Jeong) ist Leiterin des Trans-Asia Screen Culture Institute in Seoul und im Redaktionsvorstand der Zeitschrift Inter-Asia Cultural Studies tätig. Lehraufträge führten sie an die UC Berkeley, Duke University und UC Irvine. Als Forschungsstipendiatin hielt sie am Asia Research Institute der Nationaluniversität in Singapur und weltweit Vorträge. Bereits 1997 gründete sie das Frauenfilmfestival in Seoul, dessen Ko-Direktorin sie bis heute ist, sowie im Jahr 2000 das internationale Filmfestival im südkoreanischen Jeonju.

Aktuell arbeitet sie am Open City Project (seit 2014) und der Exile Trilogy (seit 2014) sowie an Diva – Sound of Nomad, ein Film über Sängerinnen während der Kolhoz-Phase der Sowjetunion und Good Bye My Love NK, ein Film, der sich mit nordkoreanischen Flüchtlingsdirektoren in Zentralasien während der Sowjetunion beschäftigt.

http://kimsoyoung.net/


OLIVIER MARBOEUF ist Autor, Kritiker und unabhängiger Kurator.

Olivier Marboeuf war im Alter von 21 Jahren Mitbegründer des Comic-Verlages Amok. Von 2004 bis zur Schließung 2018 war er Direktor des Espace Khiasma, einem Kunstzentrum für Produktion und Ausstellung von Videos und Filmen in Les Lilas.

Sein Weg führte ihn von Fragen der Zusammenhänge zwischen Text und Stimme zu Standbildern und bewegten Bildern und allgemeiner zur Bedeutung des Teilens. Seit einigen Jahren konzentriert sich seine Forschung auf eine Neubewertung des Kolonialismus nach den Prinzipien der narrativen Spekulation, die mit der dominanten historischen Erzählung konkurrieren. Olivier Marboeuf entwickelte ein Programm, das sich auf Fragen der Repräsentation von Minderheiten konzentriert und Ausstellungen, Vorführungen, Debatten, Performances und Kooperationsprojekte im Nordosten von Paris kombiniert. An verschiedenen Arten der Wissensvermittlung interessiert, werden seine Vorschläge von spekulativen Praktiken der Narration durchzogen, die versuchen, ephemere kulturelle Situationen zu schaffen.

Er ist außerdem Co-Produzent bei der in Paris ansässigen Produktionsfirma SPECTRE, die sich auf Forschungsfilme und experimentelle Dokumentationen spezialisiert hat. Er arbeitet mit mehreren Künstlern und Filmemachern zusammen. Olivier Marboeuf ist Gründer und Programmgestalter der Phantom-Plattform, die SPECTRE- und Khiasma-Filme vertreibt.


TIENCHI MARTIN-LIAO geboren in Nanking, China, aufgewachsen in Taiwan, lebt heute in Köln.

Nach ihrem BA in Englischer Literatur an der Staatlichen Universität Taiwan kam Tienchi Martin-Liao nach Deutschland und arbeitete zunächst am Institut für Asien-Kunde in Hamburg. In den siebziger Jahren war sie Mitherausgeberin des Deutsch-Chinesischen Wörterbuchs Deutsch-Chinesischer Wortschatz, Politik und Wirtschaft (Langenscheidt 1977) und einer siebenbändigen Reihe beim Hanser Verlag von Mao Zedongs gesammelten Werken.

Nach Abschluss ihres Magisterstudiums an der Ruhr-Universität Bochum war sie Dozentin für Chinesische Literatur, später leitete sie das Richard-Wilhelm-Übersetzungszentrum für chinesische Literatur. Bis zum Jahr 2000 war sie Herausgeberin der Schriftenreihe ARCUS-CHINATEXTE, die Werke der chinesischen Literatur in deutscher Übersetzung präsentiert. 2001 ging Martin-Liao in die USA und war zehn Jahre lang Direktorin der Menschenrechtsorganisation Laogai Research Foundation. Während dieser Zeit gab sie auch die biografische Reihe Black Series über politische Gefangene in China heraus. Sie kehrte 2010 nach Deutschland zurück und lebt seitdem in Köln.

2009 wurde sie zur Vorsitzenden des unabhängigen chinesischen PEN-Zentrums gewählt. Sie schreibt regelmäßig für die Literaturzeitschrift Sampsonia Way.

LEMI PONIFASIO, auf Samoa geboren, Choreograph und Theaterregisseur. Ponifasio gilt heute international als einer der innovativsten und umstrittensten Choreographen und Theaterregisseure. 1995 gründete er die Gruppe MAU als Label für seine Arbeit und als Plattform für kritische Reflexion und Kreativität mit Künstlern, Wissenschaftlern, Aktivisten, Intellektuellen und führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. MAU ist eine Erklärung an die Wahrheit einer Sache oder Revolution als Streben nach Wandel.

Als High Chief von Samoa trägt Ponifasio den Titel Sala und zählt zu den führenden, intellektuellen Persönlichkeiten des pazifischen Raums. Seine radikalen Inszenierungen durchqueren und transzendieren konventionelle Vorstellungen von Theater, Zeremonien, Tanz und Bürgeraktivismus. Ponifasios Arbeit wird an vielen renommierten Theatern und auf Festivals präsentiert, darunter Ruhrtriennale, Théâtre De La Ville Paris, Holland Festival und Edinburgh International Festival.


STEFAN WEIDNER studierte Islamwissenschaft, Germanistik und Philosophie an den Universitäten Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn. Von 2001 bis 2016 er Chefredakteur der Zeitschrift Fikrun wa Fann, die vom Goethe-Institut herausgegeben wird und zum Dialog zwischen westlicher und islamisch geprägter Kultur beitragen soll. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, Herausgeber von Anthologien und Übersetzer insbesondere von arabischer Lyrik.
Veröffentlichungen, u.a.: „Und sehnen uns nach einem neuen Gott. Religion und Poesie im Werk von Adonis“ (Berlin 2005), „Aufbruch in die Vernunft. Islamdebatten und islamische Welt zwischen 9/11 und den arabischen Revolutionen“ (Bonn,2011).
Er wurde 2006 mit dem Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg, 2007 mit dem Johann Heinrich Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für das übersetzerische Gesamtwerk und 2014 mit dem Paul Scheerbart-Preis der Ledig-Rowohlt Stiftung ausgezeichnet.
2009/2010 war er August Wilhelm von Schlegel-Gastprofessor für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin. Vom Sommersemester 2011 bis zum Wintersemester 2011/12 bekleidete er an der Universität Bonn die erste Thomas Kling-Poetikdozentur. Stefan Weidner ist Mitglied des Deutschen PEN-Clubs und Gründungsmitglied der Akademie der Künste der Welt.


MI YOU ist eine in Beijing geborne Kuratorin, Forscherin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunsthochschule für Medien Köln. Sie kuratierte künstlerische Rechercheprojekte, die an verschiedenen Veranstaltungsorten zu sehen waren, wie der Shenzhen/Hong Kong Bi-City Biennial of Architecture and Urbanism (2007), der Istanbul Design Biennale (2012), der Lissabon Triennale and der Athens Biennale (2013), im v2_lab for the unstable media (2015) und im SAVVY Contemporary (2016). In ihrer langjährigen Forschung und ihren kuratorischen Projekten geht sie von der Seidenstraße als Sinnbild tiefenzeitlicher, tiefenräumlicher, dezentralisierter und nomadischer Vorstellungswelten aus. Unter diesem Titel hat sie eine Serie von Performance-Programmen am Asian Culture Center Theater in Gwangju, Südkorea, und bei der ersten Ausgabe des Ulaanbaatar International Media Art Festival in der Mongolei (2016) kuratiert. Ihre transkulturelle kuratorische Arbeit präsentierte sie in Ausstellungen wie "Around Ai Weiwei: Photograph 1983-2016" im CAMERA - Centro Italiano per la Fotografia und "Qiu Zhijie: Journeys without Arrivals" im Van Abbemuseum, Eindhoven (2017).

Sie hält weltweit Vorträge, u.a. im Haus der Kulturen der Welt (Berlin), im Vera List Center for Arts and Politics (New York), in der Rijksakademie (Amsterdam), im Global Art Forum (Dubai). Als Dozentin war sie u.a. am Dutch Art Institute und an der Universität der Künste Berlin tätig. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt der Philosophie der Performance, der Wissenschafts- und Technologieforschung sowie der Philosophie der Immanenz östlicher und westlicher Tradition. Sie veröffentlicht u.a. in Performance Research, PARSE, MaHKUscript: Journal of Fine Art Research, Yishu, LEAP, Southeast of Now.

Sie ist Stipendiatin der Alexander von Humboldt Stiftung, des Zentrum Paul Klee (Schweiz) und der Independent Curators International (USA). Darüber hinaus ist sie Leiterin von Arthub in Shanghai und berät das Institute for Provocation in Beijing.


ALA YOUNIS (geb. 1974, Kuwait, mit Sitz in Amman) ist Künstlerin, ausgebildet als Architektin in Amman. Die Forschung bildet einen großen Teil ihrer Praxis, ebenso wie Kuratoren-, Kooperations-, Film- und Buchprojekte. Younis erforscht die Entstehung der modernen arabischen Welt und das Potenzial für neues Denken und Handeln, das die Ära immer wieder inspiriert. Sie untersucht anhand einer Vielzahl von Stimmen die wichtigsten Themen des modernen Nationalismus, der Religion, der sozialen Bewegungen, der Entstehung des globalen Kapitals sowie des persönlichen und kollektiven Verlusts. Sie bewegt sich durch die Geschichte, indem sie Spuren von Alltagsgegenständen, wiederkehrenden Bildern und Routinepraktiken studiert. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in den Biennalen von Venedig, Gwangju und Istanbul, der New Museum Triennial (New York), dem Forum Expanded (Berlin) und dem Home Works Forum (Beirut) sowie im Guggenheim Museum (New York), der Sharjah Art Foundation (Sharjah), der Akademie der Künste (Berlin), dem Centro Andaluz de Arte Contemporáneo (Sevilla) und dem Contemporary Image Collective (Kairo) ausgestellt. Zu ihren Projekten gehören Nefertiti, Tin Soldiers, An Index of Tensional and Unintentional Love of Land, Plan for Greater Baghdad, Plan (fem.) for Greater Baghdad und Drachmas. Younis kuratierte den ersten kuwaitischen Pavillon auf der 55. Biennale von Venedig und das Museum of Manufactured Response to Absence und seine Interventionen in Algerien, Kuwait und Ramallah. Sie ist Mitbegründerin der gemeinnützigen Verlagsinitiative Kayfa ta und Mitglied im Beirat des Berlinale Forum Expanded.

Foto: Isabella Balena © La Biennale di Venezia


PERCY ZVOMUYA ist ein in Harare lebender Autor, Journalist, Kritiker und Fußballfan. Er ist Gründungsmitglied und ehemaliger Mitherausgeber des "Con Magazine", eines Johannesburger Autorenkollektivs. Bis Ende 2013 war er fast zehn Jahre lang für den "Mail & Guardian" (Südafrika) tätig. 2014 war er Jurymitglied des Caine Prize of African Writing. Im selben Jahr hat er das Miles Morland Stipendium für ein Buch über Robert Mugabe erhalten. Darüber hinaus veröffentlicht er Beiträge für das Blog "Africa is a Country", die Plattform "Chimurenga", das Magazin "Jacobin", das Blog der "London Review of Books", das Kreativzentrum "Moto" (Simbabwe) und die "Sunday Times" (Südafrika).

Ehemalige Mitglieder

ALI SAMADI AHADI

GALIT EILAT

TOM HOLERT

LIZA LIM

FAUSTIN LINYEKULA

HANS ULRICH OBRIST

WALID RAAD

DAVID RIFF

TERRE THAEMLITZ

MARK TERKESSIDIS

ROSEMARIE TROCKEL

LIAO YIWU

TOM ZÉ

Stipendienprogramm

Fellowprogramm

Die Akademie der Künste der Welt unterhält ein Stipendienprogramm für zeitgenössische Künstler*innen, Theoretiker*innen und Kurator*innen schwerpunktmäßig aus außereuropäischen Ländern. Die Fellows der Akademie, die von den Akademiemitgliedern vorgeschlagen und ausgewählt werden, erhalten die Einladung zwischen ein und sechs Monaten in Köln zu arbeiten und zu leben. Das Stipendienprogramm wird ohne Verpflichtung, ein spezifisches Projekt zu realisieren angeboten. Gewünscht ist eine Vernetzung mit den in Köln ansässigen Künstler*innen und Institutionen sowie der Freien Szene.


LORENZO MARSILI ist ein Philosoph und Aktivist, der sich für eine Zukunft jenseits des Nationalstaates einsetzt. Er ist Mitbegründer der transnationalen NGO European Alternatives und Mitglied des Vorstands des globalen Netzwerks CIVICUS. Ferner war Marsili einer der Initiator*innen der paneuropäischen Bewegung DiEM25. Sein jüngstes Buch Citizens of Nowhere (Zed Books 2018) ist in der deutschen Übersetzung als Wir Heimatlosen Weltbürger (Suhrkamp Verlag 2019) erhältlich.

Foto: Neal McQueen, 2019

BELIT SAĞ ist eine in Amsterdam lebende Videokünstlerin. Sie studierte Mathematik in Ankara. Ihre künstlerische Entwicklung wurde stark von der Zusammenarbeit mit video-aktivistischen Kollektiven in der Türkei geprägt, wo sie den Kunstraum Karahaber und das Archivprojekt bak.ma mitbegründete. 2014 und 2015 war sie Stipendiatin der Rijksakademie in Amsterdam sowie 2016 und 2019 Stipendiatin des International Studio & Curatorial Programme (ISCP) in New York. Ihre Arbeiten wurden unter anderem bei den Internationalen Filmfestivals in Toronto, Rotterdam und New York präsentiert, im EYE Filmmuseum in Amsterdam, im MOCA, Taipeh und beim Tabakalera Film Seminar in San Sebastián gezeigt. 2019 ist belit sağ Fellow der Akademie der Künste der Welt.


MALIK SAJAD ist bildender Künstler und Schriftsteller aus Kaschmir/Indien. Er studierte Visual Arts und Storytelling an der Kaschmir University und am Goldsmiths, University of London. Malik Sajad war Inlaks Foundation-Stipendiat (2011) und OMI Francis Greenburger Fellow (2013). Er schreibt und zeichnet in der Regel über die menschliche Verfassung und die psychologischen Folgen politischer und sozialer Unsicherheiten. Munnu: A Boy From Kaschmir, veröffentlicht bei HarperCollins, ist seine erste Graphic Novel, die mit dem Verve Storyteller Of The Year Award (2015), dem Amazon Rising Star Award (2015) ausgezeichnet wurde und in die Sammlung des Brooklyn Museums in New York aufgenommen wurde. Für die New York Times, Caravan und Vice hat er außerdem Kurzgeschichten geschrieben, welche die menschliche Belastung durch politische Krisen in Südasien dokumentieren.

PERCY ZVOMUYA ist ein in Harare lebender Autor, Journalist, Kritiker und Fußballfan. Er ist Gründungsmitglied und ehemaliger Mitherausgeber des "Con Magazine", eines Johannesburger Autorenkollektivs. Bis Ende 2013 war er fast zehn Jahre lang für den "Mail & Guardian" (Südafrika) tätig. 2014 war er Jurymitglied des Caine Prize of African Writing. Im selben Jahr hat er das Miles Morland Stipendium für ein Buch über Robert Mugabe erhalten. Darüber hinaus veröffentlicht er Beiträge für das Blog "Africa is a Country", die Plattform "Chimurenga", das Magazin "Jacobin", das Blog der "London Review of Books", das Kreativzentrum "Moto" (Simbabwe) und die "Sunday Times" (Südafrika).

TURGUT ERÇETIN, geboren in Istanbul, studierte Komposition bei Brian Ferneyhough an der Stanford University, wo er auch promovierte. Seine aktuellen Werke setzen sich mit Aspekten von Klang auseinander – nicht im Sinne der Klangfarbe, sondern im Hinblick auf Funktionalität. Diese wird durch verschiedene Komplexitätsgrade infolge komponierter Akustik erfahrbar.

Seine Solo- und Kammermusikwerke sowie seine elektroakustischen Arbeiten sind in den USA und Europa aufgeführt worden, unter anderem bei Ultraschall, MaerzMusik, Gaudeamus Festival und Manifeste. Erçetin arbeitete unter anderem mit renommierten Streichquartetten wie The Arditti Quartet, The JACK Quartet, ELISION Ensemble und Ensemble Mosaik.

NIQ MHLONGO ist Journalist und Schriftsteller und zählt zu den wichtigsten Nachwuchsautoren der Post-Apartheid-Ära. All seine Bücher sind von seiner südafrikanischen Heimatstadt geprägt: Er schreibt in Soweto, über Soweto und im Dialekt Sowetos. Nach den Romanen Dog Eat Dog (Ohio University Press 2004) und After Tears (Ohio University Press 2007) ist mit Way Back Home (Kwela 2013, deutsche Ausgabe 2015 bei Wunderhorn) sein erster Roman auf Deutsch erschienen. Zuletzt veröffentlichte er mit Affluenza (Kwela 2016) einen Band mit Kurzgeschichten.

Mhlongo war bei den wichtigsten afrikanischen Kulturfestivals zu Gast, darunter beim Caine Prize Workshop und beim Zanzibar International Film Festival. Er lebt in Johannesburg.

FERHAT ÖZGÜR künstlerische Arbeit umfasst Filme, Fotografie und Installationen. Seine Werke waren in vielen internationalen Institutionen zu sehen, darunter im Centre Pompidou (Paris), im Haus der Kulturen der Welt (Berlin), im Museum der Moderne Salzburg und im mumok, Wien. Das MoMA PS1 New York zeigte 2012-2013 die Einzelausstellung I can sing. 2016 war er mit der Ausstellung The Compassionate Artist OR My Beauty in Green Drives Me Crazy bei AlbumArte, Rom zu sehen.

Er war an der Gruppenausstellung Scham – 100 Gründe, rot zu werden im Deutschen Hygiene-Museum Dresden beteiligt. Özgür ist Professor an der Yeditepe Universität Istanbul.

Der Filmemacher und bildende Künstler CHULAYARNNON SIRIPHOL lebt und arbeitet in Bangkok. Seine Kurzfilme, Experimentalfilme, Dokumentationen und Videoinstallationen bewegen sich zwischen persönlicher und kollektiver Erinnerung, Dokumentation und Fiktion und zwischen Realität und Übernatürlichem.

Seine Arbeiten haben zahlreiche Kurzfilmpreise erhalten und waren unter anderem beim 34. Internationalen Filmfestival Rotterdam (2005), bei der 4. Internationalen Biennale für Junge Kunst, Moskau (2014) und bei der 5th Fukuoka Asian Art Triennale, Fukuoka, Japan (2014) zu sehen. Sein Film Myth of Modernity wurde 2014 auf dem Thai Short Film & Video Festival ausgezeichnet.

JAN SOWA ist promovierter Soziologe und wurde im Fach Cultural Studies habilitiert. Seine Forschungsaufträge führten ihn an verschiedene Universitäten, darunter zuletzt an die Universität Warschau und die Universität von São Paulo. Sowa ist Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen. So ist er etwa Mitherausgeber des Essay-Bands A Joy Forever: Political Economy of Social Creativity (MayFlyBooks/Ephemera 2014).

In Artikeln, Büchern und Essays kritisiert er unter anderem Interpretation und den Umgang mit der polnischen Geschichte und entwirft in seinem letzten Buch Inna Rzeczpospolita jest możliwa. Widma przeszłości, wizje przyszłości (W.A.B. 2015) ein solidarisches Gesellschaftsmodell. Sowa zählt zu den wichtigsten linken Stimmen im polnischen Diskurs. Er lebt in Warschau.

SREĆKO HORVAT ist ein Philosoph und Aktivist, der zu den zentralen Figuren der neuen Linken im ehemaligen Jugoslawien zählt. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter zuletzt Subversion! (Zero Books 2017), The Radicality of Love (Polity 2015) und gemeinsam mit Slavoj Žižek What Does Europe Want? (Columbia University Press 2014).

Zusammen mit Yannis Varoufakis gehört er zu den Initiatoren des Democracy in Europe Movement 2025 (DiEM 2025). Er war ferner einer der Gründer des Subversive Festivals in Zagreb. Horvat war im Rahmen der PLURIVERSALE VI Ko-Kurator und Panel-Teilnehmer des Symposiums The Extreme Centre. Er lebt und arbeitet in Zagreb.

MADHUSREE DUTTA wurde 1959 in Jamshepur/Jharkhand, Indien geboren. Sie studierte Theater an der National School of Drama in Indien und ist Filmemacherin, Kuratorin und Autorin. Madhusree Dutta ist Gründerin und Direktorin von Majlis, einem Zentrum für den Rechtsdiskurs und interdisziplinäre Kunstinitiativen in Mumbai.

Ihr Interesse gilt besonders dokumentarischen Praktiken, der Untersuchung des urbanen Raums, interdisziplinären Praktiken des Archivierens und der Sphäre des Öffentlichen.

Duttas Filme werden international auf Filmfestivals und Kunstevents gezeigt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter etwa den Filmfare Award for Best Documentary (1994) und den Indian Documentary Producers’ Association Award (2001). Retrospektiven ihrer Arbeit waren unter anderem in der nGbK Galerie in Berlin (2005) und während des International Women’s Film Festivals, Trivandrum (2005) sowie im Rahmen der Feminnale in Köln (2006) und dem Persistent Resistance Film Festival, Neu Delhi (2008) zu sehen.

In der Vergangenheit hat sie verschiedene Kunst- und Kulturprojekte kuratiert, unter anderem Expression, das erste feministische Festival zu Kunst und Kunstdiskurs in Indien (1990), India Sabka, ein Jugend-Festival mit dem Schwerpunkt Multikulturalität (2002), Import Export: Kultureller Austausch zwischen Indien und dem deutschsprachigen Europa (2005, Mumbai-Vienna-Berlin), Culture@WSF, im Rahmen des Weltsozialforums (2014) und Moving People, ein Projekt und Veranstaltungsprogramm zur künstlerischen Vernetzung von Asien und Afrika, das in Nairobi stattfand (2015). Ihr letztes kuratorisches Projekt Project Cinema City: Künstlerische Forschung und dokumentarische Praktiken (2009-2013) war ein multidisziplinäres Vorhaben, an dem hundert Bildende Künstler, Architekten, Filmemacher und Sozialwissenschaftler mitwirkten. Das Projekt feierte seine öffentliche Premiere im Forum Expanded, Berlinale (2010).

Unter ihren Buchveröffentlichungen findet sich, um nur eine zu nennen, die Anthologie Project Cinema City (Tulika Books 2012), die als Bestes Buch des Jahres 2014 mit dem Publishing Next Industry Award ausgezeichnet wurde.

Aktuell arbeitet sie an einem interdisziplinären Forschungs- und Archivprojekt zu post-industriellen Kulturlandschaften und Modernität: Rust Belt, USA; Ruhrgebiet, Deutschland; Black Country, England und Howrah Belt, Indien.

MAX JORGE HINDERER CRUZ ist Kulturkritiker, freier Übersetzer, Kurator und Herausgeber. Er ist Gründungsmitglied des Seminário Público Micropolíticas, einem öffentlichen Seminar, das sich seit 2004 mit sozialen Bewegungen, neuen Regierungsformen und dem Begriff der „Mikropolitiken“ auseinandersetzt.

In seinen Veröffentlichungen beschäftigt sich Hinderer Cruz überwiegend mit politischer Ökonomie und Kolonialgeschichte sowie Ästhetischer Theorie und zeitgenössischer Kunst. Er ist unter anderem Autor des Buches Hélio Oiticica and Neville D’Almeida: Block-Experiments in Cosmococa - program in progress (Afterall Books/MIT Press 2013 – gemeinsam mit Sabeth Buchmann).

2008 bis 2011 war er Ko-Kurator des Ausstellungs- und Publikationsprojekts Principio Potosí/The Potosí Principle, das im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, im Haus der Kulturen, Berlin sowie im Museo National de Arte und Museo Nacional de Etnografía y Folklore, La Paz zu sehen war. Max Jorge Hinderer Cruz lebt und arbeitet in São Paulo.

FRED KHUMALO, ehemaliger Redakteur der Sunday Times Review, ist ein renommierter südafrikanischer Kolumnist und Autor. Für seinen Roman Bitches’ Brew (Jacana Media 2006) gewann er im Jahr 2006 den Literaturpreis der Europäischen Union. Weitere Prosaarbeiten von Khumalo sind etwa Seven Steps to Heaven (Jacana Media 2008) und Dancing the Death Drill (Umuzi 2017). Er war in verschiedenen Funktionen für Zeitungen in Südafrika und im Ausland tätig. 2011 bis 2012 war Fred Khumalo Nieman Fellow an der Harvard University.

Im Rahmen der PLURIVERSALE IV und des Rhine-South-Africa-Fellowship widmete er sich der sensiblen Thematik Xenophobie und Rassismus in Südafrika nach der Apartheid: Herausforderungen an einen Schriftsteller. Khumalo lebt in Johannesburg.

MAHA MAAMOUN ist eine in Kairo lebende Künstlerin, die hauptsächlich in den Bereichen Video und Fotografie tätig ist. Sie ist als Gründungsmitglied im Vorstand des Contemporary Image Collective (CiC), einem 2004 in Kairo gegründeten unabhängigen gemeinnützigen Raum für Kunst und Kultur.

Ihre Arbeiten waren in Ausstellungen und auf internationalen Biennalen zu sehen, so zum Beispiel im Tate Modern in London, bei der 9. Gwangju Biennale, beim steirischen herbst in Graz, im Witte de With in Rotterdam, bei der Sharjah Biennial 10 sowie im MoMA in New York, im Den Frie Centre of Contemporary Art in Kopenhagen und im Haus der Kunst in München. Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Künstlerin hat Maamoun verschiedene Ausstellungen in Kairo kuratiert.

ANTONIA BAEVER ist eine Künstlerin und Kuratorin, die in Moskau lebt und arbeitet. Sie nahm an Videokunstfestivals in Örebro, Köln, Moskau und Melbourne und am Bergen Assembly 2013 teil. Zuletzt waren ihre Einzelausstellungen Socialism in a Dream (MUZEON Park of Arts, Moskau, 2014),* Time Shall Be No More* (CEH Manege, Moskau, 2014), Getting There Together (Triumph Gallery, Moskau, 2013) zu sehen.

Ihre Arbeiten werden in Museen und öffentlichen Sammlungen wie dem MMoMA, dem MUZEON Park of Arts und dem Dokumentarfilmzentrum in Moskau ausgestellt.

KATIA BARRETT ist eine Londoner Künstlerin, die derzeit ihren Masterabschluss am Dutch Art Institute in Arnheim macht. In Forschung und Praxis beschäftigt sie sich mit den Entwicklungen in der interdisziplinären theoretischen Biologie, in der die Subjektivierung von Natur mit der Naturalisierung der Subjektivität einhergeht. Ausgehend von dieser theoretischen Plattform erkundet sie Themen wie Agency, Verstand, Bewusstsein und Willen.

Zu ihren jüngsten Londoner Ausstellungen zählen Young London im V22 (2013) und Geology of Piss im xero, kline & coma (2012).

Die Dokumentarfilmemacherin NEGAR TAHSILI wurde in Teheran (Iran) geboren, wuchs dort auf und lebt noch immer da. Ihr besonderes Interesse gilt dem Film, der Malerei und dem Bereich des Industriedesigns. Die Regisseurin beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit stereotypen Perspektiven über den Iran, Geschlechterfragen zwischen Tradition und Moderne und der Verortung des Individuums in der Gesellschaft.

Im Zuge ihres Fellowships an der Akademie arbeitet sie an einem neuen Drehbuch, das sich mit den Themen Identität, Kreativität und Kunst im Exil beschäftigt. Bereits vor einem Jahr besuchte sie Köln, um unter dem Arbeitstitel „Rose and Nightingale“ die Vorarbeiten ihres neuesten Projektes beim Film-Festival der Heinrich-Böll-Stiftung vorzustellen. Das Anfang 2014 fertig gestellte Projekt trägt den Namen „Private P.art“, eine Arbeit zu Körper und Geschlecht in der iranischen Gegenwartskunst.

Ihr Video „Of one essence...“ (2005), das die Dämonisierung islamischer Staaten nach dem 11. September behandelt, wurde weltweit im Rahmen verschiedener Ausstellungen gezeigt. 2005 begann Negar Tahsili, Dokumentarfilme in Zusammenarbeit mit schwedischen und schweizer Produktionsfirmen zu produzieren. Die Doku-Fiction „Shahrzad never tells the story“ (2006), erzählt von drei im Iran lebenden Transsexuellen, der Dokumentarfilm „Wee-man or Women“ (2008), der auf dem arabisch-iranischen Filmfestival in Berlin gezeigt wurde, untersucht den Umgang mit Gefahren, denen Frauen auf Teherans Straßen begegnen.

Negar Tahsili kuratiert Ausstellungen über iranische Videokunst; ihre Sammlung „Teheran 2008“ wurde in der Türkei, Mazedonien und den USA gezeigt. Für ausländische Fernsehsender drehte Negar Tahsili Kurzfilme über zeitgenössische Künstler im Iran.

Negar Tahsili war von Februar bis Ende Juni 2014 sowie im Juli und August 2016 Fellow der Akademie der Künste der Welt.

KIM SOYOUNG (JEONG) ist Filmemacherin und Autorin aus Südkorea. Sie studierte Filmwissenschaft an der New York University und ist eine der ersten Absolventinnen der Koreanischen Filmkunstakademie. Als Filmkritikerin arbeitet sie für Cahiers du cinéma, Inter-Asia Cultural Studies und Cine-21 und publiziert zu den Themen Film und Populärkultur in verschiedenen koreanischen Magazinen und Zeitschriften.

Von ihr stammt die Filmtrilogie Women's History Trilogy (2000-2004, Koryu: Southern women/South Korea / I'll Be Seeing Her / New Woman: Her First Song), die auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt wurde, unter anderem auf dem internationalen Dokumentarfilmfestival in Yamagata, Japan und dem Digi Beta Festival in Berlin. Ihr erster Spielfilm Viewfinder wurde ebenfalls erfolgreich auf dem internationalen Filmfestival in Busan, Südkorea, auf dem internationalen Filmfestival in Tokio, Japan und auf dem Indie-Filmfestival Seoul, Südkorea gezeigt. Er lief außerdem im koreanischen Kino.

Sie hat mehrere wissenschaftliche Abhandlungen über die Moderne, Gender-Fragen, Kino und Medien veröffentlicht, unter anderem Gespenster der Moderne: Der fantastische Film im Koreanischen Kino (in koreanischer Sprache) und als Mitherausgeberin Electronic Elsewhere: Media, Technology, and the Experience of Social Space in englischer Sprache zusammen mit Chris Berry und Lynn Spigel (University of Minnesota Press, 2010).

Kim Soyoung (Jeong) ist Leiterin des Trans-Asia Screen Culture Institute in Seoul und im Redaktionsvorstand der Zeitschrift Inter-Asia Cultural Studies tätig. Lehraufträge führten sie an die UC Berkeley, Duke University und UC Irvine. Als Forschungsstipendiatin hielt sie am Asia Research Institute der Nationaluniversität in Singapur und weltweit Vorträge. Bereits 1997 gründete sie das Frauenfilmfestival in Seoul, dessen Ko-Direktorin sie bis heute ist, sowie im Jahr 2000 das internationale Filmfestival im südkoreanischen Jeonju.

Aktuell arbeitet sie am Open City Project (seit 2014) und der Exile Trilogy (seit 2014) sowie an Diva – Sound of Nomad, ein Film über Sängerinnen während der Kolhoz-Phase der Sowjetunion und Good Bye My Love NK, ein Film, der sich mit nordkoreanischen Flüchtlingsdirektoren in Zentralasien während der Sowjetunion beschäftigt.

Kim Soyoung ist Mitglied der Akademie der Künste der Welt und im September 2015 Stipendiatin der Akademie.

NORA AMIN lebt und arbeitet in Kairo. Sie ist Schriftstellerin, Performerin, Choreografin Theaterregisseurin und lehrte neun Jahre an der Akademie der Künste in Kairo. Ihre professionelle Bühnenkarriere begann sie als Tänzerin und Gründungsmitglied der Modern Dance Company des Opernhaus Kairo um dann bis 2002 als Schauspielerin beim Hanager Arts Center Hauptrollen zu übernehmen.
2000 gründete Amin die unabhängige Theatergruppe Lamusica und übernahm 2002 die künstlerische Leitung des ersten internationalen unabhängigen Kunstfestivals Jadayel.
Amin hat drei Romane, vier Sammlungen von Kurzgeschichten und ein Hörbuch geschrieben sowie 15 Bücher zu Theater und Tanz übersetzt. Sie ist die Autorin des ersten arabischen Buchs über Theater und Menschenrechte Egyptian Theatre and Human Rights: the art of claiming our right welches am Cairo Institute für Human Rights Studies 2003 entstand. Außerdem leitete sie in Kooperation mit dem SIHA Netzwerk den ersten storytelling Workshop für Frauen, die Opfer des Bürgerkriegs im Sudan wurden. 2007 schrieb Amin Theatre for change: from the internal to the external. Eins ihrer aktuellen Projekte ist The National Project for Theatre of the Oppressed, in dem sie Gruppen von Fotumtheater-aktivisten in ganz Ägypten unterrichtet. Das Projekt besteht bereits aus 500 Aktivisten in 30 Städten und hat ein arabisches Netzwerk mit Gruppen aus Marokko und dem Libanon gebildet.
Amins Theatergruppe Lamusica Independent Theatre Group, mit der sie 35 Theater-, Musik- und Tanzproduktionen realisierte, feierte 2014 ihr 15-jähriges Bestehen und veranstaltete über ein Jahr Programme mit verschiedenen Workshops und zehn eigenen Produktionen, die durch ein Stipendium des Prince Claus Fund realisiert wurden.
Nora Amin wurde unter anderem mit dem UNESCO-Aschberg Laureat for the Center of the „Theater of the Oppressed“ in Rio de Janeiro (2003), der Samuel Fischer-Gastprofessur für Literatur, Deutschland (2004/05) sowie dem Ibsen Stipendium, Norwegen (2009) ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde sie vom Britischen Konzil zur führenden internationalen jungen Kulturschaffenden Ägyptens in den darstellenden Künsten 2009/10 erklärt.
2013 wurde sie vom National Festival of Egyptian Theatre mit ihrer Produktion An Enemy Of The People für die beste Regie ausgezeichnet. Das Stück wird weitgehend als die bekannteste Theaterproduktion Ägyptens während Zeiten politischer Umbrüche bezeichnet.

Nora Amin ist von Juni bis August 2015 Stipendiatin der Akademie.

RAED YASSIN ist ein in Beirut lebender und arbeitender Künstler und Musiker. 2003 machte er seinen Abschluss am Theaterseminar des Institute of Fine Arts in Beirut. Seine Arbeiten entspringen häufig der Auseinandersetzung mit seinen persönlichen Erlebnissen und deren Funktionalität innerhalb einer kollektiven Geschichte, vor dem Hintergrund von Konsumkultur und Massenproduktion. Er war mit seiner Kunst in zahlreichen Museen, Galerien und auf Festivals in Europa, dem Mittleren Osten, den USA, und Japan vertreten, darunter Manifesta 8, Murcia, Spanien (2010); Sharjah Biennale, Schardscha, Vereinigte Arabische Emirate (2011); Art Cologne, New Directions, Kalfayan-Galleries-Stand, Köln, Deutschland (2012); The New Museum, Museum as a Hub, New York, USA (2012), Thessaloniki Biennale 4, Thessaloniki, Griechenland (2013) und Beirut Art Center, The Impossible Works of Raed Yassin, Beirut, Libanon (2013). Zu den vielen Ausstellungen und Festivals, auf denen seine Werke in jüngster Zeit zu sehen waren, gehören This Is The Time, This Is The Record Of Time, Stedelijk Museum; Amsterdam, Niederlande; October Salon, Belgrade City Museum, Belgrad, Serbien; Blue Times, Kunsthalle Wien, Wien, Österreich; Yassin Dynasty in the Chinese Room, Castello Di Rivoli, Turin, Italien und Songs Of Loss and Songs Of Love, Gwangju Art Museum, Gwangju, Südkorea (alle 2014). Yassin wurde ausgezeichnet mit dem Fidus Prize (2009), dem Abraaj Capital Art Prize (2012), dem AFAC Produktionsstipendium (2010), dem YATF Produktionsstipendium (2008 u. 2012), und dem Stipendium des Sharjah-Produktionsprogramms (2014). Er ist einer der Organisatoren des IRTIJAL Festivals, hat diverse Alben als Musiker veröffentlicht und 2009 die Produktionsfirma Annihaya gegründet. Außerdem ist er Gründungsmitglied von Atfal Ahdath, einem in Beirut beheimateten Künstlerkollektiv. Yassin wird von Kalfayan Galleries (Athen/Thessaloniki) vertreten.

Raed Yassin ist Akademie-Fellow von Mai bis Juni 2015. Seine neue Ausstellung Karaoke eröffnete im Mai 2015 im Rahmen der von der Akademie der Künste der Welt veranstalteten PLURIVERSALE II in Köln.

TkH (Walking Theory)/Teorija koja Hoda ist eine unabhängige – institutionell ungebundene und außerakademische – Plattform für angewandten theoretisch-künstlerischen Aktivismus und wurde im Jahr 2000 in Belgrad gegründet. Die TkH-Plattform arbeitet seit 2002 als unabhängige Organisation: das TkH Zentrum für angewandte Kunsttheorie und -praxis realisierte zahlreiche Projekte: das TkH Journal for performing arts theory, außerdem Bildungsprogramme (PATS, s-o-s project, dramaturgische Trainings, Knowledge Smuggling!, Deschooling Classroom), eine regionale Online-Plattform tkh-generator.net, Programme, die sich einer kritischen Reflektion der lokalen Szene widmen wie Forum for the Performing Arts Criticism und Walking Critique, sowie künstlerische (Pro Tools) und theoretische Veranstaltungen (Konferenzen, Labs), interdisziplinäre Performances und andere Kunstwerke. Außerdem veranstaltet TkH Präsentationen und Vorträge von Künstlern und Theoretikern außerhalb Serbiens. TkH arbeitet dabei mit anderen selbst-organisierten Initiativen, Organisationen und Plattformen aus Belgrad (the Other Scene), dem westlichen Balkan (The FaMa, Clubture), sowie mit diversen anderen europäischen Plattformen (i.a. PAF) zusammen.

Redaktionelles Kollektiv: Ana Vujanović, Marta Popivoda, Bojana Cvejić, Bojan Djordjev, Siniša Ilić, Katarina Popović, Dragana Jovović und Jelena Knežević

Für TkH kamen als Stipendiaten der Akademie im März 2015 Ana Vujanović, Marta Popivoda und Bojana Cvejić, gefolgt von Bojan Djordjev, Siniša Ilić und Katarina Popović im April und Mai 2015 nach Köln.

TOBARON WAXMAN ist Sänger, bildender Künstler und hat eine klassische Ausbildung in jüdischer Philosophie, Liturgie und jüdischem Recht. Mittels Live-Art, Fotografie, Video- und Filmkunst widmet er dieses religiöse Wissen auf kritische und zugleich respektvolle Weise für neue Zwecke um. Aus der Perspektive des Queer-Aktivismus werfen die Arbeiten die Frage auf, inwiefern Staatsgrenzen und Konzepte von Staatsbürgerschaft unseren Körpern ethische und moralische Maßstäbe auferlegen. Die künstlerischen Interventionen finden in sehr unterschiedlichen Bereichen statt, z.B. auf dem Gebiet der Ernährung, Gewebetechnologie, Pornografie, des Biofeedback, des kuratorischen Arbeitens, der Klangkunst, Choreografie und Stimme.

Tobarons Arbeiten werden international ausgestellt u.a. im Palais de Tokio, Videotage Hong Kong, Kunsthalle Wien, Lentos Museum, Vdance International Video Dance Festival Tel Aviv/Ramallah, New Museum New York, Momenta, Le Petit Versailles, Jüdisches Museum NYC und am Brooklyner Musikkonservatorium.

Tobaron Waxman hat Gesang am Art Institute of Chicago und der Hollins University gelehrt und vielerorts Vorträge gehalten, u.a. am Parsons, SOAS London, SMFA Boston, Videotage Hong Kong, OCAD. Stipendienaufenthalte u.a. am Kulturlabor ICI in Berlin für die Arbeit an „Mechitza 7.1“, die unter den fünf aufsehenerregendsten Kunstereignissen 2010 rangierte. Für die Dauer-Performance „Opshernish“ erhielt er den Besucherpreis des Jüdischen Museums in New York, der erstmalig an ihn vergeben wurde. 2013 rief Waxman auf Toronto Island das erste generationsübergreifende Aufenthaltsprogramm für schwul-lesbische, bisexuelle und Transgender-Künstlern und -Künstlerinnen ins Leben als Sommerakademie zur Förderung der kritischen Auseinandersetzung mit LGBTQ-Kunst, Politik und Geschichte. Derzeit arbeitet er auf verschiedenen Feldern u.a. an einer ortsbezogenen A-cappella-Performance für transsexuelle Stimmen, einem handgemalten 16mm-Film und an diversen kuratorischen Projekten wie dem Buch: „Trans Women Artists: Gespräche mit Künstler_innen aus dem MTF Spektrum” mit einem Vorwort von Susan Stryker, das 2015 erscheint.

Tobaron Waxman war von Januar bis Dezember 2014 Fellow der Akademie der Künste der Welt.

http://www.tobaron.com

Der Australier TIMOTHY O’DWYER ist Komponist, Saxophonist, promovierter Musikwissenschaftler und derzeitiger Leiter des Instituts für Zeitgenössische Musik am LASALLE College of the Arts in Singapur. Mit seinem Background in Punk-Jazz und freier Improvisation überschreitet Timothy O’Dwyer in seinen Kompositionen beständig Stilgrenzen, Techniken sowie Kontexte und schlägt so eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen, Kunstformen und Aufführungspraxen.

Neben vielen Gastspielen in aller Welt hat er bereits acht CD’s mit eigenen Kompositionen veröffentlicht, die von der Kritik gefeiert werden. Er ist Mitglied des australischen Elision Ensembles für Neue Musik und war von August 2013 bis August 2014 Stipendiat der Akademie der Künste der Welt.

http://www.timodwyer.com https://www.facebook.com/timodwyerfellowship?fref=ts https://www.facebook.com/TimODwyerTheFold

ETCÉTERA… ist ein 1997 in Buenos Aires gegründetes multidisziplinäres Kollektiv bestehend aus bildenden Künstlern, Poeten, Schauspielern und Performern. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, Kunst auf die Straße und in die sozialen Brennpunkte unserer Zeit zurückzuführen. Zugleich sollen durch ihre Aktionen gesellschaftliche Konflikte ihren Weg in die Zentren der Kulturproduktion, die Institutionen der Kunst und der Medien finden.

In enger Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation H.I.J.O.S. (einer linken Opferorganisation der Kinder der Verschwundenen während der argentinischen Militärdiktatur) hat Etcétera… eine neue Form des öffentlichen Protests entwickelt und popularisiert, die unter dem Begriff „escraches“ weltweit Furore gemacht hat. Die Aktionen richten sich meist gegen mutmaßliche Verantwortliche der südamerikanischen Militärdiktaturen und von Menschenrechtsverletzungen, um durch öffentliche Bloßstellung von politischen Tätern soziale Gerechtigkeit und die Einhaltung demokratischer Prinzipien auf staatlicher und juristischer Ebene zu erzwingen.

Etcétera…wollen durch Protestaktionen im urbanen Raum Zeichen setzen und auf öffentliche Missstände hinweisen. Ihre Interventionen und Performances sind stets kontextspezifisch orts- und zeitgebunden, temporär und auf die konkreten Umstände abgestimmt. Durch Mittel der Street Art, Humor, Ironie, poetische Verfahren und dekonstruktive Strategien soll sich eine neue Form sozial engagierter Kunst entfalten, die frech, sarkastisch und bisweilen politisch „inkorrekt“ daherkommt und sich keiner abgedroschenen Reden und Klischees bedient.

Im Jahr 2005 war Etcétera… Mitbegründer des International Errorist Movement, einer Bewegung, die sich dem Irrtum als Grund- und Wirklichkeitsprinzip des Lebens verschrieben hat.

Die Gruppe entwickelt ihre Aktionen und Interventionen immer in Zusammenarbeit mit anderen Kollektiven und Mitstreitern außerhalb und innerhalb von Kultur- und Bildungsinstitutionen. Die beiden Mitbegründer von Etcétera… Loreto Garín Guzmán (Chile) und Federico Zukerfeld (Argentinien) sind die Koordinatoren der Aktivitäten und Initiativen und verwalten das Archiv des Kollektivs.

2013 erhielt Etcétera… den International Award of Participatory Art in Bologna.

Loreto Garín Guzmán und Federico Zukerfeld waren von Februar bis April 2014 Fellows der Akademie der Künste der Welt.

https://www.facebook.com/grupoetcetera?fref=ts

YE FU wurde 1962 in der Hubei Provinz, in Enshi (China) geboren. Er gehört zur ethnischen Minderheit der Tujia.

Als Intellektuelle wurden seine Eltern und er während der Kulturrevolution aufs Land umgesiedelt. Von 1978 bis 1981 studierte er am Chinesischen Institut des Hubei Institute for Nationalities. Während seines Studiums begann er zu schreiben und war schnell innerhalb der „Underground“-Literaturszene Chinas bekannt. Von 1986 bis 1988 folgte dann ein weiteres Studium der Chinesischen Literatur an der Wuhan University, wo er zudem auch den Hubei Post-modern Poetry Salon organisierte. 1986 veröffentlichte er den Gedichtband „The Night howl of Wolfs“.

Ye Fu wurde nach seinem Studium eine Stelle in der Einheit für öffentliche Sicherheit in Hainan zugeteilt, die er 1989 verließ, um die Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens zu unterstützen. Nach der blutigen Niederschlagung der Demokratie­bewegung wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt. 1995 aus dem Gefängnis entlassen, führte er zehn Jahre ein Verlagshaus in Peking.

Heute ist er als freier Schriftsteller in ganz China bekannt. Er veröffentlicht neben Lyrik und Prosa auch Essays und Reportagen sowie Drehbücher und Manuskripte für Fernsehserien (z.B. für die Fernsehserie „Meines Vaters Krieg“, die 2009 erfolgreich im chinesischen Fernsehen ausgestrahlt wurde).

Im Westen hingegen sind Ye Fus Werke bisher wenig bekannt, da sie kaum in andere Sprachen übersetzt wurden.

Ye Fu erhielt mehrere Preise, darunter 2009 den Contribution Award of Contemporary Chinese des Beijing Institute of Contemporary Chinese Language,

2010 den Sachbuch-Preis der Internationalen Buchmesse Taipeis und 2011 den Freedom of Writing Prize des Independent Chinese PEN Centers.

Werke (Auswahl):

• Under the River, (Jiangshang de muqin), essay collection, Taipei 2009
• Paijian dong lai huan jiuchou, Selected essays of Ye Fu, Hong Kong 2009
• My father's war, novel (later rewritten as TV series script), Beijing 2009, reprinted in Hong Kong 2010
• Earth Lament, essay collection, Beijing 2010
• Xiangguan hechu, selected essays, Beijing 2012

Von Januar bis Dezember 2013 war Ye Fu Fellow der Akademie der Künste der Welt.

Alessandro Petti (geboren in Italien) ist Architekt, Urbanist und Direktor von „Campus in Camps“. Er ist Gründungsmitglied und Direktor von DAAR (Decolonizing Architecture Art Residency), einem Kunst- und Architekturkollektiv sowie Artist-in-Residence-Programm, das Diskurs, räumliche Intervention, Bildung, kollektives Lernen, öffentliche Versammlungen und juristische Fragestellungen miteinander kombiniert. Die DAAR-Projekte werden in zahlreichen Museen und Biennalen überall auf der Welt gezeigt.

Sandi Hilal (geboren in Palästina) ist als Architektin in Bethlehem tätig. Sie ist Beraterin für UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen für die Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten), Gastprofessorin am Al-Quds/Bard College, Palästina, sowie Gründungsmitglied von DAAR und „Campus in Camps“.
Sie ist Ko-Autorin verschiedener Forschungsarbeiten, u.a. „Stateless Nation“ mit Alessandro Petti und „Border Devices“ mit Multiplicity, die international veröffentlicht und ausgestellt werden.

BASEL ABBAS und RUANNE ABOU-RAHME, beide Jahrgang 1983, leben und arbeiten zusammen in Ramallah. Mittels Sound, Bild, Text, Installation und Performance setzen sie sich mit den Themen Raumpolitik, politics of desire and disaster, Subjektivität und der Absurdität der heutigen Machtpolitik auseinander.

Sie untersuchen die raum-zeitlichen Resonanzen in Bezug auf das Reale, das Imaginierte und das Erinnerte. In interdisziplinären Installationen und audio-visuellen Live-Performances ergründen sie die Erfahrungsmöglichkeiten von Sound, (Ab)Bild und Umwelt.

Sie präsentieren ihre Arbeiten meist als großformatige Installationen, die sie oft in Performances übertragen und teils auch online veröffentlichen.

Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und aufgeführt. Kürzlich haben sie in Ramallah zusammen mit dem lokalen Künstler boikutt das Performancekollektiv Tashweesh gegründet.

Ausstellungen und Performances u.a. im Rahmen der 4. Gangzhou Triennale (2012), TBA 21 (Wien, 2012), 5. Jerusalem Show (2011), New Art Exchange (Nottingham, 2011), Homeworks V (Beirut, 2010), 6. Liverpool Biennale (2010) und auf der 53. Biennale von Venedig (2009).

Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme waren von Dezember 2012 bis August 2013 Fellows der Akademie der Künste der Welt in Köln.

www.vimeo.com/ruanneandbasel

Junge Akademie

Junge Akademie

Ursprünglich als Pendant zur Mitliederstruktur der Akademie der Künste der Welt gedacht, bietet die Junge Akademie in ihren Anfangsjahren jungen Kölner Künstler*innen und Kulturschaffenden eine Plattform, um ein eigenes Programm mithilfe des Knowhows der ‚großen Schwester‘ durchzuführen.

2014 wird diese Mitgliederstruktur aufgelöst und die Junge Akademie wird als Format in die Programmstruktur der Akademie eingebettet. Die Junge Akademie ermöglicht es, in einem Forum politisch drängende Fragen künstlerisch zu reflektieren und sich darüber auszutauschen. Alle Interessierten können so alternative Formen der Bildung und Auseinandersetzung mit künstlerischen und intellektuellen Themen kennenlernen und mitgestalten. Die Projekte dieses Programms bedienen sich unterschiedlicher Genres – von Performance und Musik über Videokunst und bildende Kunst sowie Tanz und Literatur bis hin zu Fotografie und Design. Die Schnittmenge aller Teilnehmenden ist das Interesse an der kritischen Auseinandersetzung mit ästhetisch-forschender Kunst, politischen Themen und an der transdisziplinären Kollaboration mit anderen Kunst- und Kulturinteressierten.

2020 macht die Junge Akademie eine Pause, um die zukünftige Ausrichtung des Programms zu konzipieren. Ausgehandelt wird ein neuer Ansatz, wie der angestrebte Raum für solidarische und künstlerische Austauschmöglichkeiten gestaltet werden soll.

Die Junge Akademie freut sich schon jetzt auf das Wiedersehen!

Team

JENNY BOHN unterstützt von April 2019 bis Juli 2020 die Akademie als Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (in Elternzeitvertretung). Sie studierte Politikwissenschaften, Soziologie und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuletzt war sie als Produktionsleitung an den Münchner Kammerspielen tätig.

bohn(@)academycologne.org

SARAH BOLZ absolvierte Nach ersten Stationen in der Dramaturgie der Deutschen Oper Berlin, des Deutschen Theaters Berlin und des Jungen Schauspielhaus Düsseldorf ein Volontariat im Bereich Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Schauspiel Köln unter der Intendanz von Karin Beier. Nach Abschluss ihres Studiums der Kulturpädagogik und des Kulturmanagements arbeitete sie als Assistentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Ensemble Musikfabrik, einem der bekanntesten Klangkörper für Zeitgenössische Musik in Deutschland und weltweit. Mit Beginn der Spielzeit 2016.17 wechselte sie unter der Intendanz von Dr. Birgit Meyer an die Oper Köln, wo sie als Referentin für Presse und Onlinekommunikation tätig war. Sarah Bolz leitet seit Februar 2018 die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Akademie der Künste der Welt.

MADHUSREE DUTTA wurde 1959 in Jamshedpur/Jharkhand, Indien geboren. Sie studierte Theater an der National School of Drama in Indien und ist Filmemacherin, Kuratorin und Autorin. Madhusree Dutta ist Gründerin und Direktorin von Majlis, einem Zentrum für den Rechtsdiskurs und interdisziplinäre Kunstinitiativen in Mumbai.

Ihr Interesse gilt besonders dokumentarischen Praktiken, der Untersuchung des urbanen Raums, interdisziplinären Praktiken des Archivierens und der Sphäre des Öffentlichen.

Duttas Filme werden international auf Filmfestivals und Kunstevents gezeigt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter etwa den Filmfare Award for Best Documentary (1994) und den Indian Documentary Producers’ Association Award (2001). Retrospektiven ihrer Arbeit waren unter anderem in der nGbK Galerie in Berlin (2005) und während des International Women’s Film Festivals, Trivandrum (2005) sowie im Rahmen der Feminale in Köln (2006) und dem Persistent Resistance Film Festival, Neu Delhi (2008) zu sehen.

In der Vergangenheit hat sie verschiedene Kunst- und Kulturprojekte kuratiert, unter anderem Expression, das erste feministische Festival zu Kunst und Kunstdiskurs in Indien (1990), India Sabka, ein Jugend-Festival mit dem Schwerpunkt Multikulturalität (2002), Import Export: Kultureller Austausch zwischen Indien und dem deutschsprachigen Europa (2005, Mumbai-Vienna-Berlin), Culture@WSF, im Rahmen des Weltsozialforums (2014) und Moving People, ein Projekt und Veranstaltungsprogramm zur künstlerischen Vernetzung von Asien und Afrika, das in Nairobi stattfand (2015). Ihr letztes kuratorisches Projekt Project Cinema City: Künstlerische Forschung und dokumentarische Praktiken (2009-2013) war ein multidisziplinäres Vorhaben, an dem hundert Bildende Künstler, Architekten, Filmemacher und Sozialwissenschaftler mitwirkten. Das Projekt feierte seine öffentliche Premiere im Forum Expanded, Berlinale (2010).

Unter ihren Buchveröffentlichungen findet sich, um nur eine zu nennen, die Anthologie Project Cinema City (Tulika Books 2012), die als Bestes Buch des Jahres 2014 mit dem Publishing Next Industry Award ausgezeichnet wurde.

dutta(@)academycologne.org

IMKE ITZEN studierte Landschaftsarchitektur und Architektur in Hannover und Wien und war von 2005 bis 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsprojekts Mikrolandschaften – Studien zu einer dynamisierten Kultur der Landschaft.
Im Anschluss folgte eine kuratorische Assistenz bei skulptur projekte münster 07, bei der Frau Itzen zuständig für die Projekte der Künstler*innen Mike Kelley, Michael Elmgreen und Ingar Dragset, Rosemarie Trockel, Eva Meyer und Eran Schaerf, Michael Asher, David Hammons, Manfed Pernice, Susan Philipsz und Thomas Schütte war. 2008 war Imke Itzen als Projekt- und Büroleitung von Christoph Schlingensief verantwortlich für die Ausstellungen Der Köng in Mir, The African Twintowers, Stairway to Heaven und wirkte mit an der Theaterproduktion Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in Mir im Rahmen der Ruhrtriennale. Von 2009 bis 2011 arbeitete sie als kuratorische Assistenz an der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen. Für die dOCUMENTA(13) 2012 in Kassel realisierte Imke Itzen als Mitarbeiterin Werke von Künstler*innen wie Manon de Boer, Song Dong, Theaster Gates, Brian Jungen, Amar Kanwar, Christian Philipp Müller, Shinro Ohtake, Claire Pentecost, Albert Serra und Wael Shawky. Als Büroleiterin von Kasper König übernahm sie 2012 die Projektkoordination der Ausstellung Der Schatten der Avantgarde Folkwang Museum Essen und die Assistenz der künstlerischen Leitung 2014 bei der Manifesta 10 in St. Petersburg.
Zuletzt arbeitete Imke Itzen als hauptverantwortliche Projektleiterin der internationalen Großausstellung Skulptur Projekte Münster 2017.

itzen(@)academycologne.org

JAN KRYSZONS unterstützt seit September 2014 die Akademie und ihre Künstler*innen bei der Produktion von Veranstaltungen, Ausstellungen, Performances und Konzerten. Kryszons studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und realisierte, unter anderem als Co-Kurator und Projektleiter, diverse nationale und internationale Kulturprojekte für den Kunstraum Noordkaap aus den Niederlanden.

kryszons(@)academycologne.org

KAROLIN KUPFER unterstützt die Akademie der Künste der Welt seit Juli 2019 im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Von 2017 bis 2019 war sie darüber hinaus projektbezogen als Presse- und Veranstaltungsassistentin sowie als Übersetzerin für die Akademie tätig. Kupfer studierte Komparatistik und Germanistik in Bonn und Oxford. Derzeit absolviert sie ein zweites Masterstudium mit Schwerpunkt Neuere Deutsche Literatur. Sie arbeitete zuvor unter anderem am Literaturhaus Hamburg und als freie Autorin für unterschiedliche Redaktionen.

kupfer(@)academycologne.org

PALOMA NANA ist seit September 2018 als Werkstudentin in der Projektkoordination der Akademie tätig. Sie studiert Medienkulturwissenschaft und Sprachen und Kulturen Afrikas an der Universität zu Köln. Seit 2012 unterstützt sie zudem den gemeinnützigen Verein Akki e.V. als Co-Moderatorin für das Kulturforum Showtime.

nana(@)academycologne.org

CLARA NAPP unterstützt seit Herbst 2018 die Akademie der Künste der Welt/Köln als Koordinatorin und kuratorische Mitarbeiterin des Projekts found:erased:palimpsest. Zuvor war sie als kuratorische Assistentin der Skulptur Projekte Münster 2017 tätig und arbeitete für verschiedene Ausstellungshäuser in Münster, Brüssel und Düsseldorf. Sie absolvierte ihr Studium der Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität sowie Kunst an der Kunstakademie Münster, wo sie Meisterschülerin bei Suchan Kinoshita war.

napp(at)academycologne.org

ULRIKE TRAUB ist seit März 2013 im Bereich Verwaltung der Akademie und als Assistentin der Geschäftsführung tätig. Sie studierte Theaterwissenschaft, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Anglistik an der Ruhr-Universität in Bochum, wo sie 2010 zum Thema Theater der Nacktheit promovierte.

traub(@)academycologne.org

NORA WIEDENHÖFT ist seit März 2015 als kuratorische Assistenz und Projektkoordinatorin im kuratorischen Team der Akademie tätig. Seit Januar 2016 ist sie zudem für die Organisation und Realisierung des Programms der Jungen Akademie zuständig. Sie studierte Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Postkolonialismus an den Universitäten Heidelberg und Zürich. Während ihres Studiums hat sie in politischen Organisationen und in der Berliner Galerie ftc. gearbeitet.

wiedenhoeft(@)academycologne.org