About / FAQ

About

Die 2012 von der Stadt Köln gegründete Akademie der Künste der Welt ist ein loses virtuelles Kollektiv von Kulturschaffenden – bildenden Künstlern, Musikern, Tänzern, Autoren, Filmemachern, Kuratoren – mit unterschiedlichen Hintergründen und von verschiedenen Kontinenten, eine Kultureinrichtung und Produktionsplattform.

Die in Köln, einer Stadt der Immigranten, ansässige Akademie geht bei ihrer Auseinandersetzung mit den globalen Bedingungen des Post- und Neokolonialismus über eurozentristische Doktrinen der Kulturgeschichte hinaus und vermeidet dabei die Romantik des Multikulturalismus, der Globalisierung und der Identitätspolitik. Angesichts eines gesellschaftlichen und politischen Umfelds, das tiefgreifend durch die erdrückende Logik des globalen Finanzmarkts und neoliberaler Kräfte geprägt ist, ermöglicht und unterstützt die Akademie Praktiken, die sich mit diesen Bedingungen befassen und sie infrage stellen. Sie fördert Prozesse der Reflexion, der Intervention und der Kollaboration, die auf ein kritisches Verständnis und eine Transformation der zeitgenössischen kulturellen Produktionsbedingungen abzielen. Als nomadische Institution initiiert die Akademie Veranstaltungen und Diskussionen an verschiedenen Orten in Köln und anderen Städten.

Die Akademie arbeitet eng mit einer Reihe von lokalen wie internationalen kulturellen Einrichtungen und Gemeinschaften zusammen. Unser Programm, das von durch Mitglieder entwickelten Projekten über die Finanzierung externer Projekte und Aufenthaltsstipendien bis hin zur Jungen Akademie reicht, reflektiert über die kulturellen Ströme, Brüche und Fragen, die in einer Welt entstehen, in der die interkulturellen Beziehungen zunehmen und unvermeidlich sind.

Warum eine weitere Kultureinrichtung in Köln?

Die Akademie der Künste der Welt wurde von der Stadt Köln gegründet, um auf die Unausgewogenheit zwischen der stark durchmischten Bevölkerung einerseits und einer weitgehend eurozentrischen Kulturszene andererseits zu reagieren. Es ist jedoch nicht die Absicht der Akademie, Forum für eine Zurschaustellung von etwas „Authentischem“ aus exotischen Gegenden zu sein, um so die zahlreichen unterschiedlichen Weltkulturen zu feiern. Der Fokus liegt vielmehr auf den zahlreichen weltweit aufkommenden Praktiken der Auseinandersetzung mit den brennenden politischen und gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Die Akademie bietet der Stadt Köln, die über viele kulturelle Institutionen verfügt, eine konzentrierte diskursive und künstlerische Beschäftigung mit diesen Fragestellungen.

In welcher Beziehung steht die Akademie zur Stadt Köln?

Die Akademie ist eine internationale und internationalistische Einrichtung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ungerechte Hierarchien und Hegemonien innerhalb des Feldes der Kultur aufzulösen. Ihre Heimat hat sie in Köln gefunden, einer Stadt, für die diese Problemstellungen von großer Bedeutung sind. Die Akademie trägt nicht nur zum Reichtum der Kölner Kulturlandschaft bei, sondern fordert diese auch heraus und wendet sich dabei gleichzeitig nach außen – der Welt zu. Es ist nicht Aufgabe der Akademie, Repräsentationen von unbekannten Identitäten und Kulturen in ein exotisches Licht zu rücken, sondern sie fördert den Dialog, die Diskussion und einen diskursiven Ansatz hinsichtlich der bestehenden und entstehenden kulturellen und politischen Phänomene und Machtdynamiken. Die Akademie verbindet sich hierzu mit intellektuellen Partnern und Mitarbeitern unter ähnlich orientierten Institutionen, Gruppen und Kulturschaffenden, die in Köln ansässig sind.

Wer finanziert die Akademie?

Die Akademie der Künste der Welt ist eine Initiative der Stadt Köln, die den Großteil der Finanzierung leistet. Zusätzliche Gelder kommen vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein- Westfalen. Die Junge Akademie wird von der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und der Sparkasse KölnBonn gefördert. Das Fellows Network Cologne – ein interinstitutionelles Programm, das gegründet wurde, um internationale Fellowships in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen – wird von der Rhein- Energie Stiftung Kultur finanziert.

Wozu dient die Akademie?

Die Akademie organisiert Veranstaltungen verschiedenster Art und mit unterschiedlicher disziplinärer Ausrichtung. Sie reichen von (performativen) Symposien und politischen Diskussionen bis hin zu (Science-Fiction-) Filmvorführungen und Veranstaltungen für junge Künstler und Künstlerinnen. Jeder, der sich für das Verständnis und die Auseinandersetzung mit unseren Lebensbedingungen interessiert, ist willkommen – nicht nur Kenner und Eingeweihte der Kunst. Die Akademie lehnt jeden Populismus entschieden ab, da sie daran glaubt, dass Kultur, in Verbindung mit wahrhaftem Interesse und Engagement – Dingen, die nicht allein Fachleuten vorbehalten sind –, emanzipatorisches Potenzial besitzt.

Welche Kunstformen stehen im Vordergrund?

Die Akademie arbeitet an den unerforschten Bereichen zwischen verschiedenen Kunstformen und Medien. Sie konzentriert sich nicht auf „reine“ Malerei, Theater oder Musik, sondern fördert Projekte, die die Beziehungen zwischen Sound und visuellen Formen, Performance und Film, politischer Theorie und Tanz (um nur einige Beispiele zu nennen) erkunden.

Worin liegt der Schwerpunkt des Programms?

Die Akademie initiiert und organisiert eine zweimal jährlich an unterschiedlichen Orten in der Stadt Köln stattfindende interdisziplinäre Reihe von Veranstaltungen mit dem Titel PLURIVERSALE. Jede Ausgabe der PLURIVERSALE setzt sich aus Projekten zusammen, die von den Mitgliedern und eingeladenen Gästen der Akademie komponiert und arrangiert wurden. Dazu gehören die Fellows der Akademie, die Künstlerische Leitung, das Team sowie eingeladene Kuratoren und Kuratorinnen. Parallel dazu betreibt die Akademie eine Reihe von monatlich stattfindenden Salons. Die Aktivitäten der Akademie werden durch ein Online-Magazin reflektiert und ausgeweitet, das vom Akademiemitglied und Head of Publication David Riff koordiniert wird.

Ist die Akademie eine Bildungseinrichtung?

Streng genommen nicht. Es gibt keine Studiengänge oder Diplome und keine ständige Fakultät. Die Akademie bietet jedoch ein kontinuierliches Programm an, das man erweiterte Wissensproduktion nennen könnte: Das Salon- Programm widmet sich dringlichen kulturellen und politischen Fragen, und alle Veranstaltungen der Akademie sind gemeinhin von der Idee der Forschung als einem animierenden Prinzip getragen. Die Produktionen, die von der Akademie initiiert werden, weisen ein diskursives Register auf, und ästhetische Werte werden im politischen Kontext verstanden. Die Akademie der Künste der Welt betreibt darüber hinaus auch eine Junge Akademie. Diese Initiative wurde ins Leben gerufen, um einer Gruppe von aufstrebenden jungen Künstlern und Künstlerinnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen parallel laufenden Projekte zu entwickeln. Sie bietet ein fortlaufendes Programm von Workshops, Seminaren und Vorträgen von internationalen Künstlern und Theoretikern. Diese sind öffentlich zugänglich.

Wer leitet die Akademie?

Die ursprüngliche Unternehmensform der Akademie war eine gGmbH, bestehend aus einer Generalsekretärin in Köln, einer Künstlerischen Leiterin, die nicht in Köln ansässig war, und einer Gruppe von Mitgliedern, die in verschiedenen Teilen der Welt lebten und deren Teilnahme auf einer ehrenamtlichen, beratenden Basis stattfand. Im Herbst des Jahres 2013 fassten die Mitglieder der Akademie den Entschluss, eine aktivere Rolle bei den Tätigkeiten der Akademie zu spielen und riefen ein neues Akademiemodell ins Leben, das einen von den Mitgliedern gewählten Künstlerischen Leiter bzw. eine Künstlerische Leiterin in Köln vor Ort vorsieht. Seit Frühjahr 2014 wird die Akademie von Geschäftsführerin Elke Moltrecht, der Künstlerischen Leiterin und Mitglied der Akademie Ekaterina Degot sowie dem Team der Akademie betrieben.

Wie werden die Mitglieder ausgewählt?

Die Mitglieder der Akademie sind namhafte Kulturproduzenten, die überall in der Welt arbeiten. Die Gründungsmitglieder der Akademie wurden von einer Gründungskommission ausgewählt. Nachfolgend wurden neue Mitglieder von den bereits bestehenden Mitgliedern vorgeschlagen und ausgewählt – so wie es an vielen anderen Akademien international praktiziert wird. Die Mitgliedschaft ist im Allgemeinen auf einen Zeitraum von fünf Jahren begrenzt.

Was sind die Aufgaben der Mitglieder?

Die Mitglieder sind dazu aufgefordert, ihre eigenen Projekte für Köln vorzuschlagen und zu realisieren, weitere Projekte und mögliche Fellows der Akademie zu empfehlen und am Programm der Workshops und/oder am Programm der Jungen Akademie mitzuwirken. Sie liefern auch Beiträge für das Online-Magazin, das die Akademie herausgibt. Die Mitglieder treffen sich jährlich, um über die allgemeine Ausrichtung der Akademie zu beraten, neue Mitglieder vorzuschlagen und Projekte zu präsentieren.

Was ist das Fellowship-Programm und wie werden die Fellows ausgewählt?

Die Akademie bietet Gegenwartskünstlerinnen und -künstlern, Theoretikern und Kuratoren, die sich mit nicht-westlichen und nicht-europäischen Ländern und Perspektiven beschäftigen, Residencies für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten an (diese können in besonderen Fällen verlängert werden). Das Residency-Programm verpflichtet den jeweiligen Fellow nicht, ein spezielles Projekt zu realisieren. Projektförderungen können für die Fellows der Akademie bereitgestellt werden, vorausgesetzt dass das Projekt auf der Forschungsarbeit basiert, die in Köln geleistet wurde. Die Fellows der Akademie werden dazu angeregt, sich mit den Künstlern und Künstlerinnen, Instituten sowie mit der freien Szene in Köln zu vernetzen. Fellows werden sowohl von den Akademiemitgliedern wie auch von der Künstlerischen Leitung vorgeschlagen und ausgewählt.

Unterstützt die Akademie externe Projekte?

Die Akademie initiiert und produziert ihr eigenes Programm, unterstützt aber auch mit einem kleinen jährlichen Budget externe Projekte. Dieses wird in Form von Produktionsfördergeldern für einzelne Künstler, kollektive Initiativen und Institutionen in Köln ausgeschüttet, die interdisziplinäre, kritisch engagierte Projekte durchführen, die sich interkulturellen und dekolonialen Themenstellungen widmen. Die Akademie ruft in unregelmäßigen Abständen zu Bewerbungen auf.

Warum finden die Veranstaltungen der Akademie so oft in englischer Sprache statt?

Die Akademie ist eine internationale Einrichtung mit Mitgliedern, die viele verschiedene Muttersprachen sprechen. Englisch ist daher die gängigste Verkehrssprache. Wann immer es möglich ist und es zu keiner wie auch immer gearteten Störung der künstlerischen Integrität von Werken oder Performances kommt, versucht die Akademie, Übersetzungen ins Deutsche bereitzustellen.

Mitglieder

Kader Attia 

Künstler

Kader Attia, geboren 1970 in Frankreich, lebt und arbeitet in Berlin. Er wuchs sowohl in Algerien als auch in den Vororten von Paris auf. Die Erfahrung, als Teil zweier Kulturen aufgewachsen zu sein, nimmt er als Ausgangspunk für seine dynamischen Praktiken, die die Ästhetik und Ethik von verschiedenen Kulturen zum Ausdruck bringen. Durch einen poetischen und symbolischen Ansatz legt er die weiträumigen Nachwirkungen von westlicher kultureller Hegemonie in der Modere und Kolonialismus in nicht-westlichen Kulturen offen. Dabei untersucht er die Identitätspolitik in historischen und kolonialistischen Epochen – von der Tradition zur Moderne – in Anbetracht der globalisierten Welt, von welcher er eine Genealogie entwirft.

Mehrere Jahre fokussierte sich seine Forschung auf das Konzept des „Reparierens“ als eine Konstante in der menschlichen Natur, von welcher das westliche Denken immer eine gegensätzliche Sichtweise hatte. Von der Kultur zu Natur, vom Geschlecht zur Architektur, von der Wissenschaft zur Philosophie – jedes System des Lebens ist ein unendlicher Prozess des Reparierens.

Aktuelle und kommende Ausstellungen von Attia: Sacrifice and Harmony im Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Reason's Oxymorons auf der 66. Berlinale in Berlin, The Injuries are Here im Musée Cantonal des Beaux-Arts in Lausanne, Culture, Another Nature Repaired, im Middelheimmuseum in Antwerpen, Contre Nature im Beirut Art Center, Contested Terrains in der Tate Modern in London, Repair. 5 Acts am KW Institute for Contemporary Art in Berlin, Construire, Déconstruire, Reconstruire: Le Corps Utopique im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, auf der Biennale de Dakar, auf der dOCUMENTA(13) in Kassel, Performing Histories (1) im MoMA in New York.

Ute Meta Bauer

Gründungsdirektorin des NTU & Professor

Gründungsdirektorin des NTU Centre for Contemporary Art Singapore, Professorin an der Nanyang Technological University, School of Art, Design and Media

Ute Meta Bauer studierte an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Derzeit ist sie als Gründungsdirektorin des NTU Centre for Contemporary Art Singapore (NTU CCA Singapore) an der Nanyang Technological University (NTU) tätig. Zuvor war sie Associate Professorin an der Fakultät für Architektur am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge, USA, und Gründungsdirektorin des MIT Program in Art, Culture, and Technology (2005-2012). Von 2012 bis 2013 war sie Dekanin der Fakultät für Bildende Kunst am Royal College of Art in London. Bauer war außerdem Co-Kuratorin der documenta11 (2001/2002) und künstlerische Leiterin der 3. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst (2004). Als Gründungsdirektorin des Office for Contemporary Art Norway (2002-05) war sie auch Kommissarin für den Nordischen Pavillon auf der 50. Biennale von Venedig (2003) und für den norwegischen Beitrag zur 26. Biennale von São Paulo (2004). Zusammen mit Paul Ha, Direktor des MIT List Centre for Visual Art, kuratierte sie 2015 den US-Pavilion der 56. Biennale von Venedig, der von der bedeutenden Künstlerin Joan Jonas bespielt und mit einer lobenden Erwähnung in der Kategorie Bester Länderpavillon bedacht wurde. Für das NTU CCA Singapore kuratierte sie Ausstellungen mit Judith Barry, Zarina Bhimji, Stan Douglas, Simryn Gill, Joan Jonas, Isaac Julien, Amar Kanwar, Eva Meyer & Eran Schaerf, Constanze Ruhm, Tomas Saraceno, Allan Sekula, Trinh T. Minh-ha, Fiona Tan und Yang Fudong. Bauer ist Herausgeberin zahlreicher Publikationen auf dem Gebiet der Gegenwartskunst, darunter Intellectual Birdhouse, Artistic Practice as Research (zusammen mit Florian Dombois, Michael Schwab und Claudia Mareis, Koenig Books, 2012), World Biennale Forum No 1 – Shifting Gravity (zusammen mit Hou Hanru, Gwangju Biennale Foundation, Hatje Cantz Verlag, 2013) und AR – Artistic Research (zusammen mit Thomas D. Trummer, Koenig Books). In Kürze erscheinen Southeast Asia Spaces of the Curatorial (zusammen mit Brigitte Oetker) und Theatrical Fields Critical Strategies in Performance, Film and Video (zusammen mit Anca Rujoiu).

Bauer erforscht als Expeditionsleiterin von The Current, eines Fellowship-Programms der TBA21, seit 2015 die vom Klimawandel und menschlichen Eingriffen in die Umwelt am stärksten betroffenen Inseln und Küsten des Pazifik. Darüber hinaus ist sie in den Gremien verschiedener Institutionen tätig, u.a. nbk Berlin, Rockbund Art Museum in Shanghai, Istanbul Biennale und Bergen Assembly.

Ekaterina Degot

Kunsthistorikerin, Autorin, Kuratorin

Geboren 1958 in Moskau.

Degots Arbeit setzt sich auf kritische Weise mit ästhetischen und soziopolitischen Aspekten der Kunst in Russland und Osteuropa, besonders der post-sowjetischen Ära, auseinander. Sie war leitende Kuratorin in der Staatlichen Tretjakow-Galerie, arbeitete als Kunstjournalistin für die Tageszeitung Kommersant und war von 2008 bis 2012 Herausgeberin von www.openspace.ru/art, einem Online-Magazin für Nachrichten aus der Kunstwelt, Kunstkritik und Kulturanalysen. Für die Kunstmagazine Artforum, Frieze und e-flux schreibt sie regelmäßig Beiträge.

Sie kuratierte unter anderem den Russischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2001 und u.a. die Ausstellungen Body Memory: Unterkleider der Sowjetära (gemeinsam mit Julia Demidenko; Stadtgeschichtliches Museum St. Petersburg 2000, Stadtmuseum Helsinki, Volkskundemuseum Wien, u.a.); Berlin-Moskau / Moskau-Berlin 1950-2000 (mit Jürgen Harten u.a., Martin-Gropius-Bau Berlin und Geschichtsmuseum Moskau, 2003-04), sowie Europäisches Atelier (Zentrales Haus der Künstler, Moskau 2009), Sowjetischer Idealismus (Musée de l’art wallon, Liège 2005) und If. Ukrainische Kunst im Wandel (PERMM Kunsthalle, Perm 2010).
Gemeinsam mit Cosmin Costinas und David Riff kuratierte sie die Erste Ural Industrial Biennale in Jekaterinenburg mit dem Titel Schockarbeiter der Mobilen Bilder (2010). Mit Joanna Mytkovska und David Riff präsentierte sie 2011 das Auditorium Moskau, eine Selbstbildungsinitiative, Treffpunkt für Diskussionen und internationale Ausstellung zugleich. 2012 entwickelte sie die Diskussionsplattform der ersten Kiew Biennale für Gegenwartskunst Arsenale mit dem Titel Kunst nach dem Ende der Welt, außerdem Time/Food in der Moskauer Kunststiftung Stella zusammen mit Anton Vidokle und Julieta Aranda. 2013 kuratierte sie, in Zusammenarbeit mit David Riff, die erste Bergen Assembly unter dem Titel Monday begins on Saturday/Der Montag fängt am Samstag an in Norwegen.

Degot verfasste mehrere Bücher, unter anderem Terroristic Naturalism (1998), Russian 20th-Century Art (2000) und Moscow Conceptualism (mit Vadim Zakharov, 2005) und ist Mitherausgeberin von Post-Post-Soviet? Art, Politics and Society in Russia at the Turn of the Decade (zusammen mit Ilya Budraitskis und Marta Dziewanska, 2013).
Sie hat an der Europäischen Universität St. Petersburg gelehrt, war Gastprofessorin an verschiedenen US-amerikanischen und europäischen Universitäten und hat zurzeit einen Lehrauftrag an der Alexander-Rodtschenko Schule für Fotografie und Neue Medien in Moskau.

Ekaterina Degot ist seit Dezember 2014 Künstlerische Leiterin der Akademie der Künste der Welt.

Im November 2014 gewann Ekaterina Degot den Igor Zabel Award for Culture and Theory.

Madhusree Dutta

Filmemacherin, Kuratorin, Pädagogin

Geboren 1959 in Jamshepur/ Jharkhand, Indien.

Filmemacherin (v.a. Dokumentarfilm), Produzentin, Kuratorin, Dozentin und Aktivistin; Gründerin und Direktorin von Majlis, einem interdisziplinären Kunst- und Forschungszentrum in Mumbai/ Bombay; arbeitete im Regiebereich auch für die Bollywood-Filmindustrie. Themen ihrer Arbeit sind u.a. Identität/ Identifikation, Gender, Demokratisierung künstlerischer Praktiken, Interdisziplinarität. Ihre Filme werden international auf Filmfestivals und Kunstevents gezeigt. Madhusree Dutta erhielt zahlreiche Auszeichungen, u.a.:

1994 Filmfare Award for Best Documentary;
1996 National Award for Best Documentary on Social Issues;
1998 RAPA Best Public Service Advertisement Award;
2001 Indian Documentary Producers’ Association Award;
2007 Special Jury Award, Film South Asia. 2014 Publishing Next Award für die Publikation Project Cinema City

Madhusree Dutta ist Jurymitglied bei der Berlinale 2015 für die Kategorie Kurzfilme; sir kuratiert zurzeit eine interdisziplinäre Sendung in Kashmir mit dem Titel Memories of Conflict, die von September-Oktober 2015 in Indien zu sehen sein wird; außerdem arbeitet sie an einem Dokumentarfilm über Trümmer und Ruinen der Militäranlangen der US Armee während des Zweiten Weltkriegs im Länderdreieck Indien-China-Burma.

www.madhusreedutta.com

Galit Eilat

Kuratorin, Autorin

Freie Kuratorin und Gründungdirektorin von „DAL – The Israeli Center for Digital Art“; Chefredakteurin von Maarav, einem Online Kunst- und Kulturmagazin; Kuratorin am Van Abbemuseum in Eindhoven, Dozentin am Department für Fotografie, Video & Computerbildgestaltung der Bezalel Akademie für Kunst und Design in Jerusalem; Beraterin für das israelische Museum in Jerusalem; Mitglied des künstlerischen Vorstands von Amanut Haaretz, einem jährlich stattfindenden Festival für junge israelische Kunst.

Eilats Projekte beschäftigen sich mit Themen wie der geopolitischen Situation im Mittleren Osten, dem Aktivismus und der politischen Imagination in der Kunst.

Ausgewählte Ausstellungen als Kuratorin bzw. Co-Kuratorin: „Yael Bartana, and Europe will be stunned“, Van Abbemuseum, Eindhoven (2012); „Strange and Close“ (Co-Kurator Charles Esche) CAPC, Bordeaux in Zusammenarbeit mit dem Van Abbemuseum (2011); „Black and White“ (Co-Kurator Lukasz Ronduda), Museum of Modern Art in Warschau (2011); „Yael Bartana, and Europe will be stunned“, (Co-Kurator Sebastian Cichocki) polnischer Pavillon auf der 54. Internationalen Kunstausstellung, Venedig (2011); „Politics of Collection, Collection of Politics“, Van Abbemuseum, in Eindhoven (2010); „The Real War“, Soloshow mit Sean Snyder, Israelisches Zentrum für digitale Kunst, Holon (2010); „Never Looked Better“, Beth Hatefutsoth, Tel Aviv (2008–2009).

Galit Eilat kuratierte 2014 gemeinsam mit Alenka Gregorik den 52. Oktober Salon im Museum der Geschichte Jugoslawiens in Belgrad und gehörte zum kuratorischen Team der São Paulo Biennial 2014.

Monika Gintersdorfer

Theaterregisseurin

in Peru geboren, Theaterregisseurin; studierte Germanistik, Theater-, Film- und Fernseh­wissenschaften in Köln sowie Regie in Hamburg.

2000 bis 2004 realisierte sie Inszenierungen am Hamburger Schauspielhaus, an den Münchner Kammerspielen und bei den Salzburger Festspielen. Sie ist Mitbegründerin der aktionistischen Künstlergruppe Rekolonisation und Regisseurin der 2005 gegründeten deutsch-französisch-westafrikanischen Theater/ Performance-Gruppe Gintersdorfer/Klaßen mit Inszenierungen u.a. an der Volksbühne Berlin, Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf, sophiensaele Berlin, Schauspiel Köln, Ringlokschuppen Mülheim, Deutsches Theater Berlin. Gintersdorfer/Klaßen arbeiten häufig zusammen mit dem KVS Brüssel in Kinshasa.

2010 veranstalteten sie das Festival Rue Princesse in Abidjan, Berlin und Hamburg. 2011 tourten sie durch Westafrika mit ihrer Reihe „Logobi“.

Ihre Projekte rücken die Lebensstrategien und Ausdrucksformen der Darsteller ins Zentrum und versuchen einen möglichst direkten Transport von Leben ins Theater und Theater/ Performance ins Leben. In einer Kombination aus Bewegung, Tanz, Text und synchroner Übersetzung lassen Gintersdofer/Klaßen die politischen und persönlichen Realitäten ihrer Darsteller – in Deutschland und an der Elfenbeinküste – gegeneinander prallen und erreichen auf diese Weise eine Ebene der Kultur- und Gesellschaftskritik jenseits des „schöngeistigen“ Bildes interkultureller Völkerverständigung.

Für die Spielzeiten 2012/2013 und 2013/2014 waren Gintersdorfer/Klaßen Artists in Residence am Theater Bremen, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Programms Doppelpass.

Gintersdorfer/Klaßen wurden für ihre Arbeiten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Gewinner Impulse Festival 2009, George Tabori Förderpreis 2010, Tanzkompanie des Jahres 2010, Faustpreis als bester Tänzer für Richard Siegal in Gintersdorfer/Klaßen Logobi 05.

Kommende Veranstaltungen von Gintersdorfer/Klaßen:

Not Punk, Pololo - eine Zusammenarbeit mit Tänzern, Musikern und Sängern aus Deutschland, USA, Argentinien und Republik Côte d’Ivoire
10 - 14 3 2015, Kampnagel Hamburg and Hellerau Dresden


Identitäten dehnen - Ein Theaterstück zum Thema Migration
7 3 2015, Ringlokschuppen, Mülheim
20 3 2015, Theater Bremen


Exorzieren statt Exerzieren - Tanztheater
26 - 28 3 2015
Premiere im HAU in Berlin


Alle Stücke werden in französischer und deutscher Sprache aufgeführt.

Inti Guerrero

Kunstkritiker, Kurator

Inti Guerrero ist seit 2016 Estrellita B. Brodsky Adjunct Curator für Kunst Lateinamerikas in der Londoner Tate Gallery. Davor war er Associate Artistic Director im TEOR/éTica in San José.

Guerrero kuratierte Ausstellungen für die Tate Modern in London, das Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro, das Para Site in Hong Kong, TheCube Project Space in Taipei, das Arko Art Centre in Seoul, die Kadist gallery in San Francisco und das Bergen Assembly. Seine Texte sind unter anderem in Afterall, ArtNexus, Metropolis M, Nero, Manifesta Journal und Ramona erschienen. Er war Fellow des De Appel's Curatorial Programme, studierte Kunstgeschichte und –theorie sowie Architektur und Allgemeine Geschichte an der Universidad de Los Andes in Bogota und der Universiade de São Paulo. Darüber hinaus war er Curator in Residence der Sammlung der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Turin und der Künstlerinitiative Capacete Entretenimentos in Rio de Janeiro.  

Ausgewählte Ausstellungen als Kurator: Cuando la rama se rompe im MARCO in Vigo und dem FRAC Lorraine in Metz 2010, A cidade do homem nu im Museu de Arte Moderna de São Paulo 2010, Duet for Cannibals am Royal Tropical Institute in Amsterdam 2010, Light Years: Cristina Lucas im Museo Carrillo Gil in Mexico City 2010 und am Centro de Arte Dos de Mayo in Madrid 2009, Deceiving the Enemy am Laboratorio Interdisciplinario para las Artes in Bogota.

Ausgewählte Ausstellungen als Co-Kurator: And yet it moves at Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Turin 2009 und Yo no soy esa in der Galería Santa Fe in Bogota 2005.

Tom Holert

Kunsthistoriker, Kritiker, Kurator, Künstler

geboren 1962 in Hamburg; lebt in Berlin.

Studium der Kunstgeschichte, Neueren deutschen Literaturwissenschaften und Philosophie in Hamburg und Paris. Von 1992 bis 1996 war Holert Redakteur von Texte zur Kunst (Köln), von 1996 bis 1999 Redakteur und Mitherausgeber von Spex (Köln). 2000 gründete er mit Mark Terkessidis das Institute for Studies in Visual Culture (isvc). Holert war u.a. Professor an der Merz Akademie Stuttgart und der Akademie der bildenden Künste in Wien (wo er heute Honorarprofessor ist). Beiträge zu kulturtheoretischen Sammelbänden und Publikationen wie in Artforum, Camera Austria, taz, Bidoun, Pop. Kultur und Kritik, Journal of Visual Culture, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Jungle World.
Neben Publikationen zu zeitgenössischer und nachmoderner Kunst veröffentlichte Holert zu visueller Kultur, Politik, Krieg, Mobilität, Glamour, zur Gouvernmentalität der Gegenwart und zur Politik des Wissens im Kontext der Gegenwartskunst. (Veröffentlichungen, in Auswahl): Mainstream der Minderheiten; Pop in der Kontrollgesellschaft (Hg., mit Mark Terkessidis, Berlin und Amsterdam, 1996); Künstlerwissen (München, 1998); Imagineering. Visuelle Kultur und Politik der Sichtbarkeit (Hg., Köln, 2000); Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert (mit Mark Terkessidis, Köln, 2002); Fliehkraft. Gesellschaft in Bewegung – von Migranten und Touristen (mit Mark Terkessidis, Köln 2006); Regieren im Bildraum (Berlin, 2008); Das Erziehungsbild. Zur visuellen Kultur des Pädagogischen (Hg., mit Marion von Osten, Wien, 2010); Deadwood (Zürich und Berlin, 2013); Übergriffe. Zustände und Zuständigkeiten der Gegenwartskunst (Hamburg, 2014); Troubling Research. Performing Knowledge in the Arts (Hg., mit Johanna Schaffer u.a., Berlin, 2014).

Mit künstlerischen Beiträgen war Holert u.a. beteiligt an Mimétisme (Extra City, Antwerpen, 2007), Manifesta 7 (Trento 2008), Fake or Feint (Berlin 2009), 8th Gwangju Biennale (Gwangju, Südkorea, 2010), Forum Expanded (Berlinale, 2011), Animismus (Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2012; e-flux, New York, 2012; OCAT, Shenzhen, 2013; Ilmin Museum, Seoul, 2013-14).

http://www.isvc.org

Soyoung Kim (a.k.a. Jeong Kim)

Filmemacherin, Autorin

Kim Soyoung (Jeong) ist Filmemacherin und Autorin aus Südkorea. Sie studierte Filmwissenschaft an der New York University und ist eine der ersten Absolventinnen der Koreanischen Filmkunstakademie. Als Filmkritikerin arbeitet sie für Cahiers du cinéma, Inter-Asia Cultural Studies und Cine-21 und publiziert zu den Themen Film und Populärkultur in verschiedenen koreanischen Magazinen und Zeitschriften.

Von ihr stammt die Filmtrilogie Women's History Trilogy (2000-2004, Koryu: Southern women/South Korea / I'll Be Seeing Her / New Woman: Her First Song), die auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt wurde, unter anderem auf dem internationalen Dokumentarfilmfestival in Yamagata, Japan und dem Digi Beta Festival in Berlin. Ihr erster Spielfilm Viewfinder wurde ebenfalls erfolgreich auf dem internationalen Filmfestival in Busan, Südkorea, auf dem internationalen Filmfestival in Tokio, Japan und auf dem Indie-Filmfestival Seoul, Südkorea gezeigt. Er lief außerdem im koreanischen Kino.

Sie hat mehrere wissenschaftliche Abhandlungen über die Moderne, Gender-Fragen, Kino und Medien veröffentlicht, unter anderem Gespenster der Moderne: Der fantastische Film im Koreanischen Kino (in koreanischer Sprache) und als Mitherausgeberin Electronic Elsewhere: Media, Technology, and the Experience of Social Space in englischer Sprache zusammen mit Chris Berry und Lynn Spigel (University of Minnesota Press, 2010).

Kim Soyoung (Jeong) ist Leiterin des Trans-Asia Screen Culture Institute in Seoul und im Redaktionsvorstand der Zeitschrift Inter-Asia Cultural Studies tätig. Lehraufträge führten sie an die UC Berkeley, Duke University und UC Irvine. Als Forschungsstipendiatin hielt sie am Asia Research Institute der Nationaluniversität in Singapur und weltweit Vorträge. Bereits 1997 gründete sie das Frauenfilmfestival in Seoul, dessen Ko-Direktorin sie bis heute ist, sowie im Jahr 2000 das internationale Filmfestival im südkoreanischen Jeonju.

Aktuell arbeitet sie am Open City Project (seit 2014) und der Exile Trilogy (seit 2014) sowie an Diva – Sound of Nomad, ein Film über Sängerinnen während der Kolhoz-Phase der Sowjetunion und Good Bye My Love NK, ein Film, der sich mit nordkoreanischen Flüchtlingsdirektoren in Zentralasien während der Sowjetunion beschäftigt.

http://kimsoyoung.net/

Liza Lim

Komponistin

geboren 1966 in Perth, Australien.

Studium der Musik an der Universität von Melbourne, Promotion an der Universität von Queensland.

Zahlreiche Auftragsarbeiten für renommierte Orchester, wie zum Beispiel die Los Angeles Philharmoniker, musikFabrik, Arditti Streichquartett, Ensemble InterContemporain, Ensemble Modern, Symphonieorchester Sydney; viele Einladungen zu namhaften Festivals wie Salzburger Festspiele, Luzern Festival, Festival d’Automne Paris. Aktuell arbeitet sie an einem Opernprojekt mit dem Titel Tree of Codes für das Ensemble musikFabrik und erforscht in diesem Zusammenhang am ZKM Karlsruhe die Digitalisierung von Partituren.

Charakteristisch für Lim ist ihr transkultureller Zugang zur Musik. Christopher Alexanders architekturtheoretische Überlegungen zur Muster-Sprache sind für sie ein Schlüssel zum Verständnis kultureller Muster. Ihre Kompositionen sind immer auch Reflexionen über Performance-Rituale und Kunstformen der ostasiatischen und australischen Aborigines, über Kalligrafie und die besonderen Klangfarben alter Instrumente sowie über die Notation von Aufführungsenergien.

Sie hat zahlreiche Preise gewonnen (u.a. Paul Lowin Prize und Fromm Foundation Award) und war Stipendiatin der Ian Potter Foundation und des Australia Council in der Sparte Komposition. 2007/8 war sie Gast des Berliner DAAD-Künstlerprogramms. Sie ist Professorin für Komposition an der Universität von Huddersfield und Leiterin des dortigen Forschungszentrums für Neue Musik. Ihre eigenen Kompositionen werden bei Casa Ricordi (Mailand, London & München) veröffentlicht.

Am 21. September 2014 premierte Liza Lim’s Stück The Green Lion eats the Sun.

http://lizalimcomposer.wordpress.com/

Faustin Linyekula

Tänzer, Choreograph

geboren 1974 in der Demokratischen Republik Kongo.

Tänzer, Choreograf und Tanzpädagoge, der zwischen Kisangani und Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo und Paris lebt und arbeitet. Nach seinem Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften in seiner Heimatstadt Kinsangani ging er 1993 nach Nairobi, wo er seine erste Tanz-Kompanie Gàara gründete. Er arbeitete als Tänzer, Choreograf und Lehrer in Frankreich, Südafrika, La Réunion und Slowenien und war Artist-in-Residence bei Mathilde Monnier und Régine Chopinot.

2001 kehrte er in sein Heimatland zurück und gründete die Studios Kabako, ein Zentrum für den künstlerischen Austausch im Bereich Tanz und Theater. Er schuf zahlreiche Stücke mit der gleichnamigen Kompanie, die weltweit auf internationalen Festivals gezeigt werden. Er inszenierte an der Comédie-Française und wurde 2007 ausgezeichnet mit dem Hauptpreis der niederländischen Prinz-Claus-Stiftung für Kultur und Entwicklung.

www.kabako.org

Tienchi Martin-Liao

Autorin, Publizistin

geboren in Nanking, China, aufgewachsen in Taiwan, lebt heute in Köln.

Nach ihrem BA in Englischer Literatur an der Staatlichen Universität Taiwan kam Tienchi Martin-Liao nach Deutschland und arbeitete zunächst am Institut für Asien-Kunde in Hamburg. In den siebziger Jahren war sie Mitherausgeberin des Deutsch-Chinesischen Wörterbuchs Deutsch-Chinesischer Wortschatz, Politik und Wirtschaft (Langenscheidt 1977) und einer siebenbändigen Reihe beim Hanser Verlag von Mao Zedongs gesammelten Werken.

Nach Abschluss ihres Magisterstudiums an der Ruhr-Universität Bochum war sie Dozentin für Chinesische Literatur, später leitete sie das Richard-Wilhelm-Übersetzungszentrum für chinesische Literatur. Bis zum Jahr 2000 war sie Herausgeberin der Schriftenreihe ARCUS-CHINATEXTE, die Werke der chinesischen Literatur in deutscher Übersetzung präsentiert. 2001 ging Martin-Liao in die USA und war zehn Jahre lang Direktorin der Menschenrechtsorganisation Laogai Research Foundation. Während dieser Zeit gab sie auch die biografische Reihe Black Series über politische Gefangene in China heraus. Sie kehrte 2010 nach Deutschland zurück und lebt seitdem in Köln.

2009 wurde sie zur Vorsitzenden des unabhängigen chinesischen PEN-Zentrums gewählt. Sie schreibt regelmäßig für die Literaturzeitschrift Sampsonia Way.

Tienchi Martin-Liao kuratierte gemeinsam mit Stefan Kramer vom Ostasiatischen Seminar der Universität zu Köln das Kolloquium "Von der Konkubine zur Wanderarbeiterin? Frauen in China", im Rahmen der PLURIVERSALE I der Akademie der Künste der Welt.

http://www.sampsoniaway.org/category/tienchi-martinliao

Hans Ulrich Obrist

Kurator

Geboren 1968 in Weinfelden, Schweiz.

Kurator für zeitgenössische Kunst, Autor und Co-Direktor der Serpentine Gallery in London; Studium der Ökonomie und Politik. Obrist war Kurator des museum in progress in Wien und von 2000 -2006 Kurator am Musée d’Art Moderne de la Ville in Paris.

Kurator von über 250 Ausstellungen (u.a. 1. Berlin Biennale, Lyon Biennale, Moscow Biennale, Utopia Station.) Beiträge zu über 200 Buchprojekten.

Obrist ist bekannt für seine „Interview Marathons", die zu unterschiedlichen Themen stattfinden sowie für seine publizierten Interviews mit Künstlern, Architekten, Filmemachern, Wissenschaftlern, Philosophen und Musikern. 2009 wählte ihn das Fachmagazin Art Review zur einflussreichsten Person in der Kunstbranche.

The Guardian, 23.3.2014
Die Zeit, 5.4.2014

Lemi Ponifasio

Choreograph, Theaterregisseur

Lemi Ponifasio, auf Samoa geboren, Choreograph und Theaterregisseur. Ponifasio gilt heute international als einer der innovativsten und umstrittensten Choreographen und Theaterregisseure. 1995 gründete er die Gruppe MAU als Label für seine Arbeit und als Plattform für kritische Reflexion und Kreativität mit Künstlern, Wissenschaftlern, Aktivisten, Intellektuellen und führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. MAU bedeutet eine Erklärung an die Wahrheit einer Sache oder Revolution als Streben nach Wandel.

Als High Chief von Samoa trägt Ponifasio den Titel Sala und zählt zu den führenden, intellektuellen Persönlichkeiten des pazifischen Raums. Seine radikalen Inszenierungen durchqueren und transzendieren konventionelle Vorstellungen von Theater, Zeremonien, Tanz und Bürgeraktivismus. Ponifasios Arbeit wird an vielen renommierten Theatern und auf Festivals präsentiert, darunter Ruhrtriennale, Théâtre De La Ville Paris, Holland Festival und Edinburgh International Festival.

Am 28. August 2014 präsentierte Lemi Ponifasio die Deutschlandpremiere seines Stücks "I AM" bei der Ruhrtriennale in der Jahrhunderthalle Bochum.

http://mau.co.nz/

Walid Raad

Künstler

Geboren 1967 im Libanon; lebt in New York.

Visueller Künstler und außerordentlicher Professor für Kunst an der Cooper Union New York. Zu Raads Arbeiten gehören „The Atlas Group“, ein fünfzehn Jahre (von 1989 bis 2004) andauerndes Projekt zur zeitgenössische Geschichte des Libanon sowie die noch laufenden Projekte „Scratching on Things I Could Disavow A History of Art in the Arab World“ und „Sweet Talk: Commissions“ (Beirut). Zu Raads Buchpublikationen zählen: “The Truth Will Be Known When The Last Witness Is Dead”, „My Neck Is Thinner Than A Hair”, “Let’s Be Honest”, „The Weather Helped” und „Scratching on Things I Could Disavow”.

Raads Werke wurden ausgestellt in der Kunsthalle in Zürich, in London, beim Festival d’Automne in Paris, beim Kunsten Festival des Arts in Brüssel, bei der Documenta 11 und 13 in Kassel, auf der Biennale in Venedig , im Hamburger Bahnhof in Berlin bei Homeworks in Beirut und in zahlreichen weiteren Museen und Veranstaltungsorten in Europa, im Mittleren Osten und in Amerika. Bis September 2014 sind seine Arbeiten im Carreé d'Art, dem Museum der Zeitgenössischen Künste in Nîmes zu sehen.

Walid Raad ist Preisträger des Hasselblad Award (2011). 2009 erhielt er das Guggenheim Stipendium, 2007 den Alpert Award in Visual Arts und den Fotografie-Preis der Deutschen Börse, sowie 2005 den Camera Austria Award.

David Riff

Schriftsteller, Übersetzer, Künstler, Kurator

David Riff wurde 1975 geboren und ist Schriftsteller, Übersetzer, Künstler und Kurator. Er studierte Kulturanthropologie an der SUNY New Paltz (USA) und Slawistik an der Ruhr-Universität Bochum. Als Kunstkritiker hat er u.a. für Flash Art, springerin und für das Moscow Art Magazine ausführlich über die Geschichte und Gegenwart der zeitgenössischen Kunst in Russland geschrieben.
Für sein neuestes Projekt übersetzte er Teile des Werkes des sowjetischen Kunstphilosophen Michail Lifschitz.

Riff ist Mitglied der Arbeitsgruppe Chto delat/What is to be done? und war an weiteren Künstlerkollaborationen, wie zum Beispiel der Learning Film Group oder der Karl Marx School of the English Language, beteiligt. Kuratorische Projekte, an denen er mitgewirkt hat, umfassen die „Triennale Bergen Assembly“ (2013), die internationale Ausstellung „The Potosi Principle“ (bei dem er die Aufgabe des kuratorischen Korrespondenten übernahm, 2010-2011); die „Ural Industrial Biennial“ (kuratiert mit Cosmin Costinas und Ekaterina Degot, 2010); und das „Auditorium Moskow“, eine Diskussionsplattform und Ausstellung (kuratiert mit Ekaterina Degot und Joanna Mytkowska, 2011).

David Riff ist Mitglied der Akademie und Head of Publications. Er lebt und arbeitet als Schriftsteller, Übersetzer, Künstler und Kurator in Moskau und Berlin. Riff ist Professor an der Alexander Rodtschenko Schule für Fotografie und Neue Medien.

Ali Samadi Ahadi

Regisseur, Drehbuchautor, Filmemacher

Geboren 1972 in Täbris, Iran; lebt in Köln.

1985 floh er infolge des Ersten Golfkriegs, in dem er als Kindersoldat zwangsrekrutiert werden sollte, ohne Eltern aus seiner Heimat nach Deutschland. Studium u.a. der Sozialwissenschaften und der Visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt Film.

Für seine Dokumentation „Lost Children“ über das Schicksal von Kindersoldaten im Konflikt zwischen ugandischen Regierungstruppen und Rebellen erhielt Ali Samadi Ahadi 2006 den Deutschen Filmpreis. 2009 legte Samadi Ahadi seine Culture-Clash-Komödie „Salami Aleikum“ vor, mit der er unter anderem den Preis der deutschen Filmkritik als „Bestes Spielfilmdebüt“ und den NDR-Filmpreis für den Nachwuchs beim 20. Internationalen Filmfest Emden-Norderney gewann. 2010 folgte die Fernsehdokumentation „Iran: Elections 2009“ über die Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009, für die er 2011 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Unter dem Titel „The Green Wave“ kam 2011 eine 80-minütige Fassung des Films in die Kinos und lief beim Sundance Film Festival im Wettbewerb „World Cinema Documentary“. Sein jüngster Film, die Komödie „Die Mamba“ kam 2014 in die Kinos.

www.ali-samadi-ahadi.de

Mark Terkessidis

Autor, Psychologe, Pädagoge

geboren 1966 in Eschweiler, Rheinland, lebt heute als freier Autor in Berlin und Köln. Terkessidis ist diplomierter Psychologe und promovierter Pädagoge. 1992 bis 1994 Redakteur der Zeitschrift „Spex“; 2001 mit Tom Holert Gründung des „Institute for Studies in Visual Culture“ (ISVC); 2003 – 2011 Tätigkeit als Moderator für WDR „Funkhaus Europa“; 2011/2012 Fellow am Piet Zwart Instituut der Willem de Kooning Akademie Rotterdam; zurzeit Lehrbeauftragter an der Universität St. Gallen. Terkessidis war bereits im „Initiativkreis“ zur Gründung der Akademie der Künste der Welt tätig. Beiträge zu den Themen Jugend- und Populärkultur, Migration und Rassismus in tageszeitung, Die Zeit, Freitag, Tagesspiegel, Literaturen, Texte zur Kunst, etc. sowie für den Westdeutschen Rundfunk, Radio Bremen und Deutschlandfunk.

Mark Terkessidis kuratierte gemeinsam mit Jochen Kühling (Run United Music) das Projekt "Klang der imaginären Heimat" im Rahmen der PLURIVERSALE I der Akademie der Künste der Welt Anfang Oktober 2014.

CDs:
„Heimatlieder aus Deutschland Vol.1“ (Run United 2013), „New German Ethnic Music - Immigrant’s songs from Germany electronically reworked“ (Karaole Kalk 2013)

Buchveröffentlichungen:
„Kulturkampf – Volk, Nation, der Westen und die Neue Rechte“ (Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1995), Herausgeber (mit Tom Holert) von „Mainstream der Minderheiten – Pop in der Kontrollgesellschaft“ (Berlin: ID-Verlag, 1996), „Psychologie des Rassismus“ (Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 1998), Herausgeber (mit Ruth Mayer) von „Globalkolorit – Multikulturalismus und Populärkultur“ (St. Andrä-Wörden: Hannibal, 1998), „Migranten“ (Hamburg: Rotbuch, 2000), „Entsichert - Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert“ (mit Tom Holert, Köln: Kiepenheuer & Witsch 2002); „Die Banalität des Rassismus. Migranten zweiter Generation entwickeln einen neue Perspektive“ (Bielefeld: Transcript, 2004), „Fliehkraft. Gesellschaft in Bewegung – Von Migranten und Touristen“ (mit Tom Holert, Köln: Kiepenheuer & Witsch 2006); „Interkultur“ (Berlin: edition suhrkamp).

Terre Thaemlitz

Multimediaproduzent, Autorin, Audioremixer, DJ

Geboren 1968 in Minnesota, USA, lebt seit Januar 2001 in Kawasaki, Japan.

Terre Thaemlitz ist Multimediaproduzent und Autorin, Redner, Aufklärerin und Audio-Remixer, DJ und Besitzer des Plattenlabels Comatonse Recordings. Ihre Arbeit verbindet auf kritische Weise Themen der Identitätspolitik – Gender, Sexualität, Klasse, Ethnizität, „Rasse“ und Sprachverwendung – mit einer fortwährenden Analyse der sozioökonomischen Bedingungen kommerzieller Medienproduktion. Bislang hat er 15 Solo-Alben sowie zahlreiche Singles und Videoarbeiten produziert. Ihre Artikel über Musik und Kultur werden international beachtet und sind in zahlreichen Büchern, Magazinen und akademischen Fachzeitschriften erschienen. Als Referent und Aufklärer in Sachen nicht-essenzialistischer Transgenderforschung und Queer Theory hat Thaemlitz an Diskussionsforen in ganz Europa und Japan teilgenommen.

Obwohl vorwiegend im Bereich der kommerziellen Audioproduktion aktiv, arbeitet Thaemlitz auch für Galerien und Museen und hatte bereits zwei Solo-Ausstellungen. Die letzte mit dem Titel Soulnessless wurde kürzlich als Teil der von Pièrre Bal-Blanc kuratierten Ausstellungsserie Gender Issue im Centre d'art contemporain im französischen Brétigny s/Orge gezeigt (5. Oktober 2012 bis 26. Januar 2013).

Thaemlitz distanziert sich ausdrücklich von Zuschreibungen wie „Musiker“ oder „Künstlerin“. Seine Auseinandersetzungen mit Kunst, Kultur und Wissenschaft definiert sie strikt als Arbeitsprozesse, zu denen sie keine besondere Affinität hegt.

Besondere Erwähnung fand Thaemlitz unter anderem als einer der Top 5 World's Least Douchey DJs im Musikblog Crossfade der Miami New Times (USA) am 25. November 2011, im Online-Musikmagazin Resident Advisor für das beste Album 2009 (DJ Sprinkles, Midtown 120 Blues) und als sie in Deutschland für den Karl Sczuka Preis 2005 mit dem Hörspiel Trans-Sister Radio in die engere Wahl kam.

Auszeichnungen: Digital Musics für Superbonus, 1999 Österreichischer Rundfunk, Prix Ars Electronica; beste Ambient- und Experimentalkünstlerin 1997 im URB Magazine (USA), Ausgabe März/April 1998; Magellan 3-Star Site Award 1994 (USA) für das Design der Webseiten des Labels Comatonse Recordings; 1991 Bester DJ bei den Sally's II Grammy Awards, House of Magic, Midtown Manhattan Drag Circuit (USA).

http://www.comatonse.com/thaemlitz/

Rosemarie Trockel

Künstlerin

geboren 1952 in Schwerte; lebt in Köln.

Von 1974 bis 1978 studierte sie an den Kölner Werkschulen, seit 1998 Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf für den Bereich Bildhauerei; zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Beteiligung an der documenta x und 13 und 1999 an der Biennale von Venedig als erste Künstlerin im deutschen Pavillon.

Themen ihrer Arbeiten sind gesellschaftskonstituierende Elemente, Normen, Klischees, Symbole, Codes, die sie in Zeichnungen, Bildern, Keramiken, Videos, Skulpturen und Objekten konsequent in ihrer Funktion und Selbstverständlichkeit befragt und hinterfragt. Ihre Werke sind aber weder auf eine bestimmte Ikonografie noch auf eine bestimmte kunsttheoretische Richtung festzulegen.

Zahlreiche Preise (u.a. Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Kölner Museum Ludwig, Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf, Goslarer Kaiserring).

Stefan Weidner

Autor, Übersetzer, Literaturkritiker

Geboren 1967 in Köln; lebt in Köln.

Weidner studierte Islamwissenschaft, Germanistik und Philosophie an den Universitäten Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn. Seit 2001 ist er Chefredakteur der Zeitschrift Fikrun wa Fann, die vom Goethe-Institut herausgegeben wird und zum Dialog zwischen westlicher und islamisch geprägter Kultur beitragen soll. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, Herausgeber von Anthologien und Übersetzer insbesondere von arabischer Lyrik.
Veröffentlichungen, u.a.: „Und sehnen uns nach einem neuen Gott. Religion und Poesie im Werk von Adonis“ (Berlin 2005), „Aufbruch in die Vernunft. Islamdebatten und islamische Welt zwischen 9/11 und den arabischen Revolutionen“ (Bonn,2011).
Er wurde 2006 mit dem Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg, 2007 mit dem Johann Heinrich Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für das übersetzerische Gesamtwerk und 2014 mit dem Paul Scheerbart-Preis der Ledig-Rowohlt Stiftung ausgezeichnet.
2009/2010 war er August Wilhelm von Schlegel-Gast­professor für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin. Vom Sommersemester 2011 bis zum Wintersemester 2011/12 bekleidete er an der Universität Bonn die erste Thomas Kling-Poetikdozentur. Stefan Weidner ist Mitglied des Deutschen PEN-Clubs und Gründungsmitglied der Akademie der Künste der Welt Köln.

Liao Yiwu

Schriftsteller, Dichter

geboren 1958 in der Provinz Sichuan, China.

lebt im Exil in Berlin, seit 2012 als Gast des DAAD. Liao Yiwu wuchs als Kind von Eltern „ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis“ in der großen Hungersnot der 60er Jahre auf und schlug sich jahrelang mit verschiedensten Tagelöhner-Jobs und als Dichter durch. 1989 verfasste er das vielbeachtete Gedicht „Massaker“ über die Ereignisse am Tian’anmen-Platz. Hierfür wurde er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt. 2007 wurde Liao Yiwu vom Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis „Freiheit zum Schreiben“ ausgezeichnet, dessen Verleihung in letzter Minute verhindert wurde. 2009 erschien sein bei Kritik und Publikum euphorisch aufgenommenes Buch „Fräulein Hallo und der Bauerkaiser – Chinas Gesellschaft von unten“ auf Deutsch. Aufgrund seiner kritischen Haltung zur chinesischen Regierung sind Liaos Werke in der Volksrepublik verboten. Viele seiner Bücher sind in verschiedene Sprachen – einschließlich Englisch, Französisch, Deutsch und Japanisch – übersetzt worden.

Er erhielt Einladungen zur Frankfurter Buchmesse 2009 und zur Lit.Cologne 2010, die er wegen Ausreiseverboten nicht annehmen konnte. Yiwu wurde mit verschiedenen Literatur- und Menschenrechtspreisen ausgezeichnet, darunter: der Geschwister-Scholl Preis (2011) und im Mai 2012 die Ryszard Kapuscinski Auszeichnung in Warschau. Er ist Träger des „Friedenspreises des deutschen Buchhandels“ 2012.

"Diese Menschen leben bis heute in Verzweiflung"; Interview mit Liao Yiwu über das Tiananmen-Massaker von 1989. Spiegel online, Juni 2014.

Tom Zé

Sänger, Komponist, Autor und Performance-Künstler

geboren 1936 in Irará, Brasilien; lebt in São Paulo.

Studium der Musik in Salvador da Bahia, u.a. bei Hans-Joachim Koellreutter, der ihn mit dem Werk deutschsprachiger Avantgardisten (Schönberg, Bill, Stockhausen) konfrontierte und ihn ermutigte, die traditionelle Musik seiner Heimat zu erforschen. Gemeinsam mit Caetano Veloso, Gilberto Gil, Gal Costa u.a. gründete er Mitte der 60er Jahre die Tropicália-Bewegung, die der ästhetisch-eleganten musikalischen Revolution des Bossa Nova die Eruption der „Beat-Generation“ entgegensetzte, die in ihrem respektlosen Freiheitsdrang Konflikte mit der brasilianischen Militärdiktatur heraufbeschwörte.

Seine künstlerische „Wiedergeburt“ verdankt er dem New Yorker Pop-Avangardisten David Byrne von Talking Head, der Tom Zé 1989 neu entdeckte und dessen Werk weltweit über sein Label „Luaka Bop" vertreibt. Es folgen hymnische Kritiken in USA und Europa, internationale Touren und Kooperationen, eine Präsentation im Museum of Modern Art, New York und die preisgekrönte Tanztheatermusik für die „Companie Grupo Corpo“.

www.tomze.com.br

Team

Elke Moltrecht

Geschäftsführerin

Elke Moltrecht studierte Musikwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin, ist Mitbegründerin des HeinrichSchütz-Haus/Nationale Forschungs- und Gedenkstätte Bad Köstritz und war in der Gründungszeit Mitarbeiterin des Bosehaus/Bachmuseum Leipzig.
Von 1992 bis 2005 arbeitete Elke Moltrecht im Podewil - Zentrum für aktuelle Künste in Berlin und leitete den Musikbereich ab 1995. 2006 und 2007 war sie die Leiterin des Ballhaus Naunynstraße in Berlin Kreuzberg. Sie gründete 2001 das CD-Label x-tract. Als Geschäftsführerin des landesweiten Netzwerk Neue Musik „Musik 21 Niedersachsen“ arbeitete sie von 2008 bis 2011 in Hannover. Sie leitete das Projekt "Musik sehen" des Humboldt Lab Dahlem, arbeitet als Geschäftsführerin von "Hybride Musik" und gründete 2013 das Ensemble Extrakte für transtraditionelle musikalische Praxis und Forschung.

Sie kuratierte und etablierte internationale und interdisziplinäre Festivals sowie Jahresprogramme, in denen sie Musik in ungewöhnliche thematische Zusammenhänge verbindet. 
Dazu gehören die Festivals „faithful! Treue und Verrat der musikalischen Interpretation“, „Beyrouth – The Beirut of Education”, „Interface – Festival for Music and Related Arts”, „40 Years of Speed and Space: Los Angeles – Berlin”, „x-tract Chicago”, „Kreuztanbul –Interkulturelles zwischen Kreuzberg und Istanbul in Ton, Wort und Bild”, Projekte wie „Im Sog der Klänge – Klang und Körper zwischen Mehrchörigkeit und Raum”, „Rauschen – Rauschen in Kunst, Technik, Komposition, Pop und Sprache”, „Intonations – In selten guter Stimmung”, „Sculpture Musicale – Dialoge zwischen Musik und Bildender Kunst” sowie Länderschwerpunkte auf Musik aus Australien, Argentinien oder Korea. 

Elke Moltrecht koproduzierte mit Festivals wie Klangspuren Schwaz, steirischer herbst/musikprotokoll Graz, eclat Stuttgart, Liquid Architecture Melbourne, Asia Pacific Weeks Berlin, club transmediale Berlin, MaerzMusik Berlin oder mit Institutionen wie Niedersächsische Gesellschaft für Neue Musik e. V., Blickpunkte e. V. Hannover, Akademie der Künste Berlin, Haus der Kulturen der Welt, RMIT University Melbourne, IAMAS Ogaki (Japan), MIAM Studio Istanbul, Folkwang – Universität der Künste Essen und internationalen Kulturinstituten. Sie veröffentlichte in Fachzeitschriften Artikel über experimentelle und neue Musik und ist seit 2002 Mitglied maßgeblicher nationaler und internationaler Jurys und Vorstände.  Elke Moltrecht hat im März 2014 die Geschäftsführung der Akademie der Künste der Welt Köln übernommen.

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Ekaterina Degot

Künstlerische Leiterin

Ekaterina Degot ist künstlerische Leiterin der Akademie der Künste der Welt in Köln. Sie ist Kunsthistorikerin, Autorin und Kuratorin und befasst sich mit ästhetischen und soziopolitischen Aspekten der Kunst in Russland und Osteuropa. Sie lehrte an Universitäten in den USA und Europa und hat einen Lehrauftrag an der Alexander Rodtschenko Schule für Fotografie und Neue Medien, Moskau.

+49 (0)221-337748-0
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David Riff

Head of Publications

David Riff ist Mitglied der Akademie und Head of Publication. Er lebt und arbeitet als Schriftsteller, Übersetzer, Künstler und Kurator in Moskau und Berlin. Riff ist Professor an der Alexander Rodtschenko Schule für Fotografie und Neue Medien.

+49 (0)221-337748-0
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Aneta Rostkowska

Kuratorin

Aneta Rostkowska ist Autorin, Wissenschaftlerin, Kuratorin und Absolventin des De Appel Curatorial Programme in Amsterdam. Sie ist Mitbegründerin verschiedener Initiativen, die sich in künstlerischen Projekten mit der aktuellen soziökonomischen Situation Krakaus beschäftigen (u.a. after capitalism, Salt, Urban Project). 2012 entwickelte sie zusammen mit Jakub Woynarowski das Konzept des „Gonzo Curating“, einer kreativen Praktik der Aneignung von Phänomenen durch die Konstruktion semi-fiktionaler Narrative. Im Sinne des „Gonzo Curating“ gründeten sie zusammen die fiktive Institution „Wawel Castle Centre of Contemporary Art“.
Rostkowska studierte Philosophie, Wirtschaft und Kunstgeschichte in Krakau, Posen, Heidelberg und Frankfurt am Main. Von 2005 bis 2016 unterrichtete sie Kunsttheorie, Kunstgeschichte, Philosophie und Logik an verschiedenen akademischen Institutionen in Krakau und Stettin. Von 2011 bis 2016 arbeitete sie als Kuratorin für die Bunkier Sztuki Gallery of Contemporary Art in Krakau. 2013 war sie gemeinsam mit Martyna Niedośpiał Herausgeberin eines Buch zu den Zusammenhängen von Kunst, Aktivismus und Ökologie, basierend auf den Arbeiten der Krakauer Aktivistin und Künstlerin Cecylia Malik. 2015 kuratierte sie im Rahmen der 12. Baltic Triennale zusammen mit Virginija Januškevičiūtė die Ausstellung A Million Lines, welche auf einer Kurzgeschichte von China Miéville basiert und von einer polnischen Übersetzung von Kristupas Sabolius Buch Proteus and the Radical Imaginary begleitet wurde.

Zu den Ausstellungen und Kunstprojekten, die sie kuratierte und ko-kuratierte, gehören: All Mounds Can Be Seen From My Window (Bunkier Sztuki, Kraków, 2016), Alicja Rogalska. Cultivation (ArtBoom Festival, Kraków, 2015), Father, Can’t You See I’m Burning? (de Appel arts centre, Amsterdam, 2014), Jan Simon, Jakub de Barbaro. Operation Glazier (ArtBoom Festival, Kraków, 2013), Cecylia Malik. City Reservation, Bunkier Sztuki, Kraków 2013, Magda Buczek. Justina & co.uk (Nova Art Gallery, Kraków, 2013), Kuba Woynarowski. Ha-ha (Zbiornik Kultury/Bunkier Sztuki, Kraków, 2012), Łukasz Skąpski. Farewell? Machines – Podkarpacie (Zbiornik Kultury/Bunkier Sztuki, 2012), Bartosz Kokosiński. (Dis)order of Things (Bunkier Sztuki, Kraków, 2012), Mateusz Okoński. Purification (ArtBoom Festival, 2012), Łukasz Surowiec. Happy New Year (CCA Kronika, Bytom 2011), Umschichten. Kiss (National Museum, Kraków, 2010).

2014 erhielt Aneta Rostkowska ein Young Poland Stipendium des polnischen Ministeriums für Kultur und nationales Erbe.

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Jan Kryszons

Head of Production

Jan Kryszons unterstützt seit September 2014 die Akademie und ihre Künstler bei der Produktion von Veranstaltungen, Ausstellungen, Performances und Konzerten. Kryszons studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und realisierte, unter anderem als Co-Kurator und Projektleiter diverse nationale und internationale Kulturprojekte für den Kunstraum Noordkaap aus den Niederlanden.

+49 (0)221-337748-0
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Hannes Klug

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Hannes Klug besuchte die Deutschen Journalistenschule in München und schrieb unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Berliner Zeitung, die taz und den Freitag. Er studierte Amerikanistik und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Berlin. Neben seiner Arbeit als Redakteur verfasste er verschiedene Drehbücher für Spielfilme und Computerspiele. Sein Sachbuch „Schauplatz Film: New York“ erschien 2015 im Verlag Bückle & Böhm. Seit November 2015 betreut Hannes Klug den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Akademie.

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Ulrike Traub

Assistentin der Geschäftsführung

Ulrike Traub ist seit März 2013 im Bereich Verwaltung der Akademie und als Assistentin der Geschäftsführung tätig. Sie studierte Theaterwissenschaft, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Anglistik an der Ruhr-Universität in Bochum, wo sie 2010 zum Thema Theater der Nacktheit promovierte.

+49 (0)221-337748-0
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Nora Wiedenhöft

Kuratorische Projektassistenz und Junge Akademie

Nora Wiedenhöft ist seit März 2015 im Bereich kuratorische Assistenz und Projektarbeit tätig. Seit Januar 2016 ist sie zudem für die Organisation und Realisierung des Programms der Jungen Akademie zuständig. Sie studierte Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Postkolonialismus an den Universitäten Heidelberg und Zürich. Während ihres Studiums hat sie in politischen Organisationen und in der Berliner Galerie ftc. gearbeitet.

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Léa Genoud

Kuratorische Projektassistenz

Léa Genoud ist seit Januar 2016 Assistentin für Projektarbeit. Sie studierte Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der Université de Fribourg und Kunstgeschichte und Museologie an der Ecole du Louvre in Paris und der Universität Heidelberg. In ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich aus postkolonialer Perspektive mit der Reorganisation der Islamischen Kunstdaueraustellungen in Paris und Berlin nach 2001. Während ihres Studiums arbeitete sie in einer Kunstgalerie in Shanghai und im Kunsthaus CentrePasquArt (Biel/CH).

Sofie Czilwik

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Sofie Czilwik ist seit September 2016 zusammen mit Hannes Klug für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Akademie zuständig. An der Universität zu Köln studierte Politikwissenschaften, absolvierte ein Bachelor-Studium in Bremen und arbeitete in verschiedenen Medienhäusern u.a. in Mexiko Stadt, Natitingou / Benin und Köln.

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Carla Zimmermann

Presseassistentin

CARLA ZIMMERMANN ist seit März 2013 Presse Assistentin. Sie studierte Integrated Design in Köln und ist außerdem Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins Faradgang e.V..

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Raum

Seit dem 12. Mai 2015 hat die Akademie der Künste der Welt erstmalig eigene Räume: Den ACADEMYSPACE in der Herwarthstraße 3.

Als „Raum zwischen den Künsten“ ist der Academyspace ein Forum des Austausches, in welchem die Akademie zu Ausstellungen, Workshops und Diskussionen einlädt.

Eingeweiht wurde der ACADEMYSPACE mit RAED YASSIN’s Ausstellung Karaoke im Rahmen der PLURIVERSALE II.

Fotos vom Raum gibt es hier.

Fellows

About

Die Akademie unterhält ein Residenzprogramm für zeitgenössische Künstler, Theoretiker und Kuratoren schwerpunktmäßig aus außereuropäischen Ländern. Diese Fellows der Akademie, die von den Akademiemitgliedern selbst vorgeschlagen und ausgewählt werden, erhalten die Einladung zwischen 1 und 6 Monaten in Köln zu arbeiten und zu leben. Das Residenzprogramm wird ohne Verpflichtung, ein spezifisches Projekt zu realisieren angeboten. Gewünscht ist eine Vernetzung mit den in Köln ansässigen Künstlern und Institutionen sowie der Freien Szene.

Die Akademie ist auch Teil des fellows network cologne.

Das fellows network cologne ist eine interkulturelle und interdisziplinäre Plattform für den künstlerischen Dialog zwischen verschiedenen Residenzprogrammen in Köln. Dabei möchte es die unabhängige Kunstszene mit etablierten Kunstinstitutionen verknüpfen und Ansprechpartner für Stipendiaten und Stipendiatinnen in jeglicher Hinsicht sein. Um einen fließenden Austausch zu fördern, finden regelmäßig Treffen mit den Fellows statt, jeweils an unterschiedlichen Orten in Köln.

Ein großer Schritt für fellows network cologne war der Launch des neuen Blogs im April 2015. Er umfasst Informationen über die Stipendiaten und Stipendiatinnen und über ihre Veranstaltungen sowie eine Vielzahl an hilfreichem Material für Fellows.

Das Netzwerk wurde 2013 von der Akademie der Künste der Welt und der Stadt Köln initiiert und wird von der RheinEnergieStiftung Kultur gefördert. Als aktive Partner des Netzwerks fungieren aktuell die Opekta Ateliers sowie das Kulturamt der Stadt Köln. Weitere Partner sind das Literaturhaus Köln und die Kunsthochschule für Medien Köln.

Das fellows network cologne wird von Verena Friedrich und Therese Schuleit koordiniert.

fellows-network-cologne.org

Kim Soyoung (Jeong)

September 2015

Kim Soyoung (Jeong) ist Filmemacherin und Autorin aus Südkorea. Sie studierte Filmwissenschaft an der New York University und ist eine der ersten Absolventinnen der Koreanischen Filmkunstakademie. Als Filmkritikerin arbeitet sie für Cahiers du cinéma, Inter-Asia Cultural Studies und Cine-21 und publiziert zu den Themen Film und Populärkultur in verschiedenen koreanischen Magazinen und Zeitschriften.

Von ihr stammt die Filmtrilogie Women's History Trilogy (2000-2004, Koryu: Southern women/South Korea / I'll Be Seeing Her / New Woman: Her First Song), die auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt wurde, unter anderem auf dem internationalen Dokumentarfilmfestival in Yamagata, Japan und dem Digi Beta Festival in Berlin. Ihr erster Spielfilm Viewfinder wurde ebenfalls erfolgreich auf dem internationalen Filmfestival in Busan, Südkorea, auf dem internationalen Filmfestival in Tokio, Japan und auf dem Indie-Filmfestival Seoul, Südkorea gezeigt. Er lief außerdem im koreanischen Kino.

Sie hat mehrere wissenschaftliche Abhandlungen über die Moderne, Gender-Fragen, Kino und Medien veröffentlicht, unter anderem Gespenster der Moderne: Der fantastische Film im Koreanischen Kino (in koreanischer Sprache) und als Mitherausgeberin Electronic Elsewhere: Media, Technology, and the Experience of Social Space in englischer Sprache zusammen mit Chris Berry und Lynn Spigel (University of Minnesota Press, 2010).

Kim Soyoung (Jeong) ist Leiterin des Trans-Asia Screen Culture Institute in Seoul und im Redaktionsvorstand der Zeitschrift Inter-Asia Cultural Studies tätig. Lehraufträge führten sie an die UC Berkeley, Duke University und UC Irvine. Als Forschungsstipendiatin hielt sie am Asia Research Institute der Nationaluniversität in Singapur und weltweit Vorträge. Bereits 1997 gründete sie das Frauenfilmfestival in Seoul, dessen Ko-Direktorin sie bis heute ist, sowie im Jahr 2000 das internationale Filmfestival im südkoreanischen Jeonju.

Aktuell arbeitet sie am Open City Project (seit 2014) und der Exile Trilogy (seit 2014) sowie an Diva – Sound of Nomad, ein Film über Sängerinnen während der Kolhoz-Phase der Sowjetunion und Good Bye My Love NK, ein Film, der sich mit nordkoreanischen Flüchtlingsdirektoren in Zentralasien während der Sowjetunion beschäftigt.

Kim Soyoung ist Mitglied der Akademie der Künste der Welt und im September 2015 Stipendiatin der Akademie.

Nora Amin

Juni – August 2015

Nora Amin lebt und arbeitet in Kairo. Sie ist Schriftstellerin, Performerin, Choreografin Theaterregisseurin und lehrte neun Jahre an der Akademie der Künste in Kairo. Ihre professionelle Bühnenkarriere begann sie als Tänzerin und Gründungsmitglied der Modern Dance Company des Opernhaus Kairo um dann bis 2002 als Schauspielerin beim Hanager Arts Center Hauptrollen zu übernehmen.
2000 gründete Amin die unabhängige Theatergruppe Lamusica und übernahm 2002 die künstlerische Leitung des ersten internationalen unabhängigen Kunstfestivals Jadayel.
Amin hat drei Romane, vier Sammlungen von Kurzgeschichten und ein Hörbuch geschrieben sowie 15 Bücher zu Theater und Tanz übersetzt. Sie ist die Autorin des ersten arabischen Buchs über Theater und Menschenrechte Egyptian Theatre and Human Rights: the art of claiming our right welches am Cairo Institute für Human Rights Studies 2003 entstand. Außerdem leitete sie in Kooperation mit dem SIHA Netzwerk den ersten storytelling Workshop für Frauen, die Opfer des Bürgerkriegs im Sudan wurden. 2007 schrieb Amin Theatre for change: from the internal to the external. Eins ihrer aktuellen Projekte ist The National Project for Theatre of the Oppressed, in dem sie Gruppen von Fotumtheater-aktivisten in ganz Ägypten unterrichtet. Das Projekt besteht bereits aus 500 Aktivisten in 30 Städten und hat ein arabisches Netzwerk mit Gruppen aus Marokko und dem Libanon gebildet.
Amins Theatergruppe Lamusica Independent Theatre Group, mit der sie 35 Theater-, Musik- und Tanzproduktionen realisierte, feierte 2014 ihr 15-jähriges Bestehen und veranstaltete über ein Jahr Programme mit verschiedenen Workshops und zehn eigenen Produktionen, die durch ein Stipendium des Prince Claus Fund realisiert wurden.
Nora Amin wurde unter anderem mit dem UNESCO-Aschberg Laureat for the Center of the „Theater of the Oppressed“ in Rio de Janeiro (2003), der Samuel Fischer-Gastprofessur für Literatur, Deutschland (2004/05) sowie dem Ibsen Stipendium, Norwegen (2009) ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde sie vom Britischen Konzil zur führenden internationalen jungen Kulturschaffenden Ägyptens in den darstellenden Künsten 2009/10 erklärt.
2013 wurde sie vom National Festival of Egyptian Theatre mit ihrer Produktion An Enemy Of The People für die beste Regie ausgezeichnet. Das Stück wird weitgehend als die bekannteste Theaterproduktion Ägyptens während Zeiten politischer Umbrüche bezeichnet.

Nora Amin ist von Juni bis August 2015 Stipendiatin der Akademie.

Raed Yassin

Mai – Juni 2015

Raed Yassin ist ein in Beirut lebender und arbeitender Künstler und Musiker. 2003 machte er seinen Abschluss am Theaterseminar des Institute of Fine Arts in Beirut. Seine Arbeiten entspringen häufig der Auseinandersetzung mit seinen persönlichen Erlebnissen und deren Funktionalität innerhalb einer kollektiven Geschichte, vor dem Hintergrund von Konsumkultur und Massenproduktion. Er war mit seiner Kunst in zahlreichen Museen, Galerien und auf Festivals in Europa, dem Mittleren Osten, den USA, und Japan vertreten, darunter Manifesta 8, Murcia, Spanien (2010); Sharjah Biennale, Schardscha, Vereinigte Arabische Emirate (2011); Art Cologne, New Directions, Kalfayan-Galleries-Stand, Köln, Deutschland (2012); The New Museum, Museum as a Hub, New York, USA (2012), Thessaloniki Biennale 4, Thessaloniki, Griechenland (2013) und Beirut Art Center, The Impossible Works of Raed Yassin, Beirut, Libanon (2013). Zu den vielen Ausstellungen und Festivals, auf denen seine Werke in jüngster Zeit zu sehen waren, gehören This Is The Time, This Is The Record Of Time, Stedelijk Museum; Amsterdam, Niederlande; October Salon, Belgrade City Museum, Belgrad, Serbien; Blue Times, Kunsthalle Wien, Wien, Österreich; Yassin Dynasty in the Chinese Room, Castello Di Rivoli, Turin, Italien und Songs Of Loss and Songs Of Love, Gwangju Art Museum, Gwangju, Südkorea (alle 2014). Yassin wurde ausgezeichnet mit dem Fidus Prize (2009), dem Abraaj Capital Art Prize (2012), dem AFAC Produktionsstipendium (2010), dem YATF Produktionsstipendium (2008 u. 2012), und dem Stipendium des Sharjah-Produktionsprogramms (2014). Er ist einer der Organisatoren des IRTIJAL Festivals, hat diverse Alben als Musiker veröffentlicht und 2009 die Produktionsfirma Annihaya gegründet. Außerdem ist er Gründungsmitglied von Atfal Ahdath, einem in Beirut beheimateten Künstlerkollektiv. Yassin wird von Kalfayan Galleries (Athen/Thessaloniki) vertreten.

Raed Yassin ist Akademie-Fellow von Mai bis Juni 2015. Seine neue Ausstellung Karaoke eröffnete im Mai 2015 im Rahmen der von der Akademie der Künste der Welt veranstalteten PLURIVERSALE II in Köln.

TkH (Walking Theory)/Teorija koja Hoda

März – Mai 2015

TkH (Walking Theory)/Teorija koja Hoda ist eine unabhängige – institutionell ungebundene und außerakademische – Plattform für angewandten theoretisch-künstlerischen Aktivismus und wurde im Jahr 2000 in Belgrad gegründet. Die TkH-Plattform arbeitet seit 2002 als unabhängige Organisation: das TkH Zentrum für angewandte Kunsttheorie und -praxis realisierte zahlreiche Projekte: das TkH Journal for performing arts theory, außerdem Bildungsprogramme (PATS, s-o-s project, dramaturgische Trainings, Knowledge Smuggling!, Deschooling Classroom), eine regionale Online-Plattform tkh-generator.net, Programme, die sich einer kritischen Reflektion der lokalen Szene widmen wie Forum for the Performing Arts Criticism und Walking Critique, sowie künstlerische (Pro Tools) und theoretische Veranstaltungen (Konferenzen, Labs), interdisziplinäre Performances und andere Kunstwerke. Außerdem veranstaltet TkH Präsentationen und Vorträge von Künstlern und Theoretikern außerhalb Serbiens. TkH arbeitet dabei mit anderen selbst-organisierten Initiativen, Organisationen und Plattformen aus Belgrad (the Other Scene), dem westlichen Balkan (The FaMa, Clubture), sowie mit diversen anderen europäischen Plattformen (i.a. PAF) zusammen.

Redaktionelles Kollektiv: Ana Vujanović, Marta Popivoda, Bojana Cvejić, Bojan Djordjev, Siniša Ilić, Katarina Popović, Dragana Jovović und Jelena Knežević

Für TkH kamen als Stipendiaten der Akademie im März 2015 Ana Vujanović, Marta Popivoda und Bojana Cvejić, gefolgt von Bojan Djordjev, Siniša Ilić und Katarina Popović im April und Mai 2015 nach Köln.

Tobaron Waxman

2014

Tobaron Waxman ist Sänger, bildender Künstler und hat eine klassische Ausbildung in jüdischer Philosophie, Liturgie und jüdischem Recht. Mittels Live-Art, Fotografie, Video- und Filmkunst widmet er dieses religiöse Wissen auf kritische und zugleich respektvolle Weise für neue Zwecke um. Aus der Perspektive des Queer-Aktivismus werfen die Arbeiten die Frage auf, inwiefern Staatsgrenzen und Konzepte von Staatsbürgerschaft unseren Körpern ethische und moralische Maßstäbe auferlegen. Die künstlerischen Interventionen finden in sehr unterschiedlichen Bereichen statt, z.B. auf dem Gebiet der Ernährung, Gewebetechnologie, Pornografie, des Biofeedback, des kuratorischen Arbeitens, der Klangkunst, Choreografie und Stimme.

Tobarons Arbeiten werden international ausgestellt u.a. im Palais de Tokio, Videotage Hong Kong, Kunsthalle Wien, Lentos Museum, Vdance International Video Dance Festival Tel Aviv/Ramallah, New Museum New York, Momenta, Le Petit Versailles, Jüdisches Museum NYC und am Brooklyner Musikkonservatorium.

Tobaron Waxman hat Gesang am Art Institute of Chicago und der Hollins University gelehrt und vielerorts Vorträge gehalten, u.a. am Parsons, SOAS London, SMFA Boston, Videotage Hong Kong, OCAD. Stipendienaufenthalte u.a. am Kulturlabor ICI in Berlin für die Arbeit an „Mechitza 7.1“, die unter den fünf aufsehenerregendsten Kunstereignissen 2010 rangierte. Für die Dauer-Performance „Opshernish“ erhielt er den Besucherpreis des Jüdischen Museums in New York, der erstmalig an ihn vergeben wurde. 2013 rief Waxman auf Toronto Island das erste generationsübergreifende Aufenthaltsprogramm für schwul-lesbische, bisexuelle und Transgender-Künstlern und -Künstlerinnen ins Leben als Sommerakademie zur Förderung der kritischen Auseinandersetzung mit LGBTQ-Kunst, Politik und Geschichte. Derzeit arbeitet er auf verschiedenen Feldern u.a. an einer ortsbezogenen A-cappella-Performance für transsexuelle Stimmen, einem handgemalten 16mm-Film und an diversen kuratorischen Projekten wie dem Buch: „Trans Women Artists: Gespräche mit Künstler_innen aus dem MTF Spektrum” mit einem Vorwort von Susan Stryker, das 2015 erscheint.

Tobaron Waxman war von Januar bis Dezember 2014 Fellow der Akademie der Künste der Welt.

http://www.tobaron.com

Negar Tahsili

2014/2016

Die Dokumentarfilmemacherin Negar Tahsili wurde in Teheran (Iran) geboren, wuchs dort auf und lebt noch immer da. Ihr besonderes Interesse gilt dem Film, der Malerei und dem Bereich des Industriedesigns. Die Regisseurin beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit stereotypen Perspektiven über den Iran, Geschlechterfragen zwischen Tradition und Moderne und der Verortung des Individuums in der Gesellschaft.

Im Zuge ihres Fellowships an der Akademie arbeitet sie an einem neuen Drehbuch, das sich mit den Themen Identität, Kreativität und Kunst im Exil beschäftigt. Bereits vor einem Jahr besuchte sie Köln, um unter dem Arbeitstitel „Rose and Nightingale“ die Vorarbeiten ihres neuesten Projektes beim Film-Festival der Heinrich-Böll-Stiftung vorzustellen. Das Anfang 2014 fertig gestellte Projekt trägt den Namen „Private P.art“, eine Arbeit zu Körper und Geschlecht in der iranischen Gegenwartskunst.

Ihr Video „Of one essence...“ (2005), das die Dämonisierung islamischer Staaten nach dem 11. September behandelt, wurde weltweit im Rahmen verschiedener Ausstellungen gezeigt. 2005 begann Negar Tahsili, Dokumentarfilme in Zusammenarbeit mit schwedischen und schweizer Produktionsfirmen zu produzieren. Die Doku-Fiction „Shahrzad never tells the story“ (2006), erzählt von drei im Iran lebenden Transsexuellen, der Dokumentarfilm „Wee-man or Women“ (2008), der auf dem arabisch-iranischen Filmfestival in Berlin gezeigt wurde, untersucht den Umgang mit Gefahren, denen Frauen auf Teherans Straßen begegnen.

Negar Tahsili kuratiert Ausstellungen über iranische Videokunst; ihre Sammlung „Teheran 2008“ wurde in der Türkei, Mazedonien und den USA gezeigt. Für ausländische Fernsehsender drehte Negar Tahsili Kurzfilme über zeitgenössische Künstler im Iran.

Negar Tahsili war von Februar bis Ende Juni 2014 sowie im Juli und August 2016 Fellow der Akademie der Künste der Welt.

Timothy O'Dwyer

2014

Der Australier Timothy O’Dwyer ist Komponist, Saxophonist, promovierter Musikwissenschaftler und derzeitiger Leiter des Instituts für Zeitgenössische Musik am LASALLE College of the Arts in Singapur. Mit seinem Background in Punk-Jazz und freier Improvisation überschreitet Timothy O’Dwyer in seinen Kompositionen beständig Stilgrenzen, Techniken sowie Kontexte und schlägt so eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen, Kunstformen und Aufführungspraxen.

Neben vielen Gastspielen in aller Welt hat er bereits acht CD’s mit eigenen Kompositionen veröffentlicht, die von der Kritik gefeiert werden. Er ist Mitglied des australischen Elision Ensembles für Neue Musik und war von August 2013 bis August 2014 Stipendiat der Akademie der Künste der Welt.

http://www.timodwyer.com https://www.facebook.com/timodwyerfellowship?fref=ts https://www.facebook.com/TimODwyerTheFold

Etcétera...

2014

Etcétera… ist ein 1997 in Buenos Aires gegründetes multidisziplinäres Kollektiv bestehend aus bildenden Künstlern, Poeten, Schauspielern und Performern. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, Kunst auf die Straße und in die sozialen Brennpunkte unserer Zeit zurückzuführen. Zugleich sollen durch ihre Aktionen gesellschaftliche Konflikte ihren Weg in die Zentren der Kulturproduktion, die Institutionen der Kunst und der Medien finden.

In enger Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation H.I.J.O.S. (einer linken Opferorganisation der Kinder der Verschwundenen während der argentinischen Militärdiktatur) hat Etcétera… eine neue Form des öffentlichen Protests entwickelt und popularisiert, die unter dem Begriff „escraches“ weltweit Furore gemacht hat. Die Aktionen richten sich meist gegen mutmaßliche Verantwortliche der südamerikanischen Militärdiktaturen und von Menschenrechtsverletzungen, um durch öffentliche Bloßstellung von politischen Tätern soziale Gerechtigkeit und die Einhaltung demokratischer Prinzipien auf staatlicher und juristischer Ebene zu erzwingen.

Etcétera…wollen durch Protestaktionen im urbanen Raum Zeichen setzen und auf öffentliche Missstände hinweisen. Ihre Interventionen und Performances sind stets kontextspezifisch orts- und zeitgebunden, temporär und auf die konkreten Umstände abgestimmt. Durch Mittel der Street Art, Humor, Ironie, poetische Verfahren und dekonstruktive Strategien soll sich eine neue Form sozial engagierter Kunst entfalten, die frech, sarkastisch und bisweilen politisch „inkorrekt“ daherkommt und sich keiner abgedroschenen Reden und Klischees bedient.

Im Jahr 2005 war Etcétera… Mitbegründer des International Errorist Movement, einer Bewegung, die sich dem Irrtum als Grund- und Wirklichkeitsprinzip des Lebens verschrieben hat.

Die Gruppe entwickelt ihre Aktionen und Interventionen immer in Zusammenarbeit mit anderen Kollektiven und Mitstreitern außerhalb und innerhalb von Kultur- und Bildungsinstitutionen. Die beiden Mitbegründer von Etcétera… Loreto Garín Guzmán (Chile) und Federico Zukerfeld (Argentinien) sind die Koordinatoren der Aktivitäten und Initiativen und verwalten das Archiv des Kollektivs.

2013 erhielt Etcétera… den International Award of Participatory Art in Bologna.

Loreto Garín Guzmán und Federico Zukerfeld waren von Februar bis April 2014 Fellows der Akademie der Künste der Welt.

https://www.facebook.com/grupoetcetera?fref=ts

Ye Fu

2013

Ye Fu wurde 1962 in der Hubei Provinz, in Enshi (China) geboren. Er gehört zur ethnischen Minderheit der Tujia.

Als Intellektuelle wurden seine Eltern und er während der Kulturrevolution aufs Land umgesiedelt. Von 1978 bis 1981 studierte er am Chinesischen Institut des Hubei Institute for Nationalities. Während seines Studiums begann er zu schreiben und war schnell innerhalb der „Underground“-Literaturszene Chinas bekannt. Von 1986 bis 1988 folgte dann ein weiteres Studium der Chinesischen Literatur an der Wuhan University, wo er zudem auch den Hubei Post-modern Poetry Salon organisierte. 1986 veröffentlichte er den Gedichtband „The Night howl of Wolfs“.

Ye Fu wurde nach seinem Studium eine Stelle in der Einheit für öffentliche Sicherheit in Hainan zugeteilt, die er 1989 verließ, um die Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens zu unterstützen. Nach der blutigen Niederschlagung der Demokratie­bewegung wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt. 1995 aus dem Gefängnis entlassen, führte er zehn Jahre ein Verlagshaus in Peking.

Heute ist er als freier Schriftsteller in ganz China bekannt. Er veröffentlicht neben Lyrik und Prosa auch Essays und Reportagen sowie Drehbücher und Manuskripte für Fernsehserien (z.B. für die Fernsehserie „Meines Vaters Krieg“, die 2009 erfolgreich im chinesischen Fernsehen ausgestrahlt wurde).

Im Westen hingegen sind Ye Fus Werke bisher wenig bekannt, da sie kaum in andere Sprachen übersetzt wurden.

Ye Fu erhielt mehrere Preise, darunter 2009 den Contribution Award of Contemporary Chinese des Beijing Institute of Contemporary Chinese Language,

2010 den Sachbuch-Preis der Internationalen Buchmesse Taipeis und 2011 den Freedom of Writing Prize des Independent Chinese PEN Centers.

Werke (Auswahl):

• Under the River, (Jiangshang de muqin), essay collection, Taipei 2009
• Paijian dong lai huan jiuchou, Selected essays of Ye Fu, Hong Kong 2009
• My father's war, novel (later rewritten as TV series script), Beijing 2009, reprinted in Hong Kong 2010
• Earth Lament, essay collection, Beijing 2010
• Xiangguan hechu, selected essays, Beijing 2012

Von Januar bis Dezember 2013 war Ye Fu Fellow der Akademie der Künste der Welt.

Sandi Hilal & Alessandro Petti

2013

Alessandro Petti (geboren in Italien) ist Architekt, Urbanist und Direktor von „Campus in Camps“. Er ist Gründungsmitglied und Direktor von DAAR (Decolonizing Architecture Art Residency), einem Kunst- und Architekturkollektiv sowie Artist-in-Residence-Programm, das Diskurs, räumliche Intervention, Bildung, kollektives Lernen, öffentliche Versammlungen und juristische Fragestellungen miteinander kombiniert. Die DAAR-Projekte werden in zahlreichen Museen und Biennalen überall auf der Welt gezeigt.

Sandi Hilal (geboren in Palästina) ist als Architektin in Bethlehem tätig. Sie ist Beraterin für UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen für die Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten), Gastprofessorin am Al-Quds/Bard College, Palästina, sowie Gründungsmitglied von DAAR und „Campus in Camps“.
Sie ist Ko-Autorin verschiedener Forschungsarbeiten, u.a. „Stateless Nation“ mit Alessandro Petti und „Border Devices“ mit Multiplicity, die international veröffentlicht und ausgestellt werden.

Basel Abbas & Ruanne Abou-Rahme

2012

Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme, beide Jahrgang 1983, leben und arbeiten zusammen in Ramallah. Mittels Sound, Bild, Text, Installation und Performance setzen sie sich mit den Themen Raumpolitik, politics of desire and disaster, Subjektivität und der Absurdität der heutigen Machtpolitik auseinander.

Sie untersuchen die raum-zeitlichen Resonanzen in Bezug auf das Reale, das Imaginierte und das Erinnerte. In interdisziplinären Installationen und audio-visuellen Live-Performances ergründen sie die Erfahrungsmöglichkeiten von Sound, (Ab)Bild und Umwelt.

Sie präsentieren ihre Arbeiten meist als großformatige Installationen, die sie oft in Performances übertragen und teils auch online veröffentlichen.

Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und aufgeführt. Kürzlich haben sie in Ramallah zusammen mit dem lokalen Künstler boikutt das Performancekollektiv Tashweesh gegründet.

Ausstellungen und Performances u.a. im Rahmen der 4. Gangzhou Triennale (2012), TBA 21 (Wien, 2012), 5. Jerusalem Show (2011), New Art Exchange (Nottingham, 2011), Homeworks V (Beirut, 2010), 6. Liverpool Biennale (2010) und auf der 53. Biennale von Venedig (2009).

Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme waren von Dezember 2012 bis August 2013 Fellows der Akademie der Künste der Welt in Köln.

www.vimeo.com/ruanneandbasel

Förderprogramm

About

Die im Jahr 2012 als Initiative mit städtischer Unterstützung ins Leben gerufene Akademie der Künste der Welt ist eine neuartige kulturelle Institution und Produktionsplattform in Köln. Ihr vorrangiges Ziel ist es, interkulturelle und dekolonialisierende Kunst- und Kulturpraktiken anzustoßen und jenseits der romantischen Idee des Multikulturalismus alternative Wege des Denkens und Handelns unter zunehmend brisanter werdenden globalen Bedingungen zu erschließen und zu fördern.

Neben ihrem eigenständig kuratierten Programm (Pluriversale, Salons, Workshops etc.) vergibt die Akademie Zuwendungen an Künstler, Gruppen und Institutionen.

Open Call 4 - Entscheidung

Die Jury des Call 4 der Akademie der Künste der Welt hat die folgenden Projekte zur Förderung vorgesehen:

15 4 – 19 6 2016
Between One Time and Another, Gruppenausstellung der TEMPORARY GALLERY kuratiert von Jens Maier-Rothe
Eröffnung am 14 4 2016 / 19:00

2016
Cats and Dogs von Mona Kaknaj, Video und Performance im Rahmen der Pluriversale V

2016
Resonating Suitcase von Rochus Aust, Musikprojekt im Rahmen der Pluriversale V

2016
Grenzfährservice IV von Caspar Pauli und Brigit Auf der Lauer, Performance im Rahmen der Pluriversale V

2016
The Bike Gang von Sam Hopkins, Filmprojekt im Rahmen der Pluriversale V

2016
Urban War Stories von Mareike Theiler und Dominik Müller, Performance im Rahmen der Pluriversale V

2016
Die totalitäre Erfahrung, Forschungs- und Literaturprojekt von Felix Klopotek um den Nachlass von Heinz Langerhans Präsentation in Form einer Konferenz und Lesung Anfang Mai 2016, wissenschaftlich-kritische Publikation der Manuskripte im Winter 2016

25 11 – 27 11 2016
Camouflage, Tanz-Performance von Özlem Alkis, Studio 11/ehrenfeldstudios e.V., amber – Art and Technology Platform 2 Work in Progress Showings im April 2016 in den Ehrenfeldstudios im Rahmen des EchtJetzt! Festival, Residenz im Juni 2016 (amber – Art and Technology Platform / Istanbul), Premiere am 25 11 und weitere Vorstellungen am 26 11 / 27 11 2016 in den Ehrenfeldstudios

2016
REVERSE EXOTISM, Musikprojekt von chromekraut international
Konzert INDIVIDUALS & CONTEXTS am 28 09 um 20:30 und eine weitere Vorstellung COLLABORATIONS & CONVERSATIONS am 01 10 um 20:30 im LOFT Köln

Die Mitglieder der Jury waren: Ekaterina Degot (Künstlerische Leiterin der Akademie der Künste der Welt), Uh-Young Kim (Autor, Moderator, DJ), Katrin Mundt (Autorin, Kuratorin), David Riff (Head of Publications der Akademie der Künste der Welt), Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leiterin des Forum Freies Theater).

Open Call 4

Zum vierten Open Call der Akademie der Künste der Welt sind 94 Bewerbungen eingegangen. Derzeit berät die Jury über die eingereichten Konzepte. Ihr gehören an: Ekaterina Degot (Künstlerische Leiterin der Akademie der Künste der Welt), Uh-Young Kim (Autor, Moderator, DJ), Katrin Mundt (Autorin, Kuratorin), David Riff (Head of Publications der Akademie der Künste der Welt), Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leiterin des Forum Freies Theater). Neben ihrem eigenständig kuratierten Programm vergibt die Akademie über den Open Call Zuwendungen an Künstler, Gruppen und Institutionen. Der „Open Call 4“ richtete sich an in Köln ansässige Bewerber. Die Entscheidung wird Mitte Februar bekannt gegeben, die ausgewählten Projekte sollen 2016 in Köln präsentiert werden.

Die Akademie der Künste der Welt ist eine neuartige kulturelle Institution und Produktionsplattform in Köln. Sie setzt sich zusammen aus einem fachkundigen Team, künstlerischer Leitung und Geschäftsführung sowie einer Gruppe von Mitgliedern aus verschiedenen Disziplinen und Kontinenten. Ihr Schwerpunkt liegt auf nichtwestlicher Kunst und postkolonialen Problematiken. Eine zentrale Fragestellung lautet: Wie lassen sich mit Mitteln der Kunst alternative Wege des Denkens und Handelns fördern, die dekolonialisierende Prozesse einleiten oder unterstützen und von einer interkulturellen, global zusammenhängenden Gemeinschaft ausgehen?

Neben ihrem eigenständig kuratierten Programm vergibt die Akademie Zuwendungen an Künstler, Gruppen und Institutionen. Der „Open Call 4 “ richtet sich an kulturelle Produktionen, die von in Köln ansässigen Akteuren und Institutionen ausgeführt werden.

Ausschreibungsbedingungen

  • Bewerben können sich Künstler und Künstlergruppen, Theoretiker, Kuratoren, kulturelle Produzenten und Kulturinstitutionen bzw. -initiativen aller Kunstsparten, die ihren Sitz in Köln haben.
  • Die Akademie vergibt Zuschüsse von durchschnittlich 8.000,00 Euro pro Projekt
  • Die Akademie vergibt ausschließlich Zuschüsse für künstlerische Produktionen (Künstlerhonorare, Reisekosten, Produktionsmittel etc.).

Projektvorschläge

  • Die Projekte sollten inhaltlich kohärent sein mit der Mission der Akademie.
  • Die Antragsteller sind eigenverantwortlich für die Recherche, Produktion, Abwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation der Projekte und müssen hierfür ihre Kompetenzen und Ressourcen darlegen oder entsprechende Kooperationspartner ausweisen.
  • Abrechnung des Projektes entsprechend der Vorlage
  • Eine Präsentation der Arbeitsergebnisse in Köln ist erwünscht
  • Die Projekte können ab Februar 2016 umgesetzt werden und sollten im selben Jahr realisiert und abgerechnet sein.
  • Die Projekte verwenden das Logo der Akademie auf allen Medien- und Printprodukten und die Formulierung „Mit freundlicher Unterstützung der Akademie der Künste der Welt/Kindly supported by the Academy of the Arts of the World“. Die Medien werden vor Drucklegung der Kommunikationsabteilung der Akademie zur Abnahme vorgelegt.
  • Die Anträge werden ausschließlich in digitaler Form an call4@academycologne.org gerichtet und enthalten:
  • Kurzbeschreibung mit bis zu 500 Wörtern
  • Ausführlichere Projektbeschreibung mit bis zu 1.500 Wörtern
  • Zusätzliches Material: media files, samples, trailer etc. Dateien, die größer sind als 10 MB sollen per Weblink zugänglich gemacht werden.
  • Kurzbiographien (nicht tabellarisch) mit bis zu 300 Wörtern aller beteiligten Künstler und der Antragsteller
  • Falls vorhanden: Präsentationsplan
  • Kosten-und Finanzierungsplan entsprechend der Vorlage
  • Zeitplan mit Deadlines für die Realisierung des Projektes
  • Einreichung der Konzepte in deutscher oder englischen Sprache
  • Deadline zur Einsendung des Antrags ist der 7. Dezember 2015

Open Call 3 - Entscheidung

Die Jury des Call 3 der Akademie der Künste der Welt hat die folgenden Projekte zur Förderung vorgesehen:

2016
En-titled (from the series ‘Works and Days’), Ausstellungsprojekt im ACADEMYSPACE von Marianna Christofides im Rahmen der Pluriversale IV

14 11 – 18 12 2015

Essential Happiness Possibility von Desearch Repartment, Ausstellungsprojekt im ACADEMYSPACE im Rahmen der Pluriversale III

26 10 2015 und 2016 The Alphabet of Feeling Bad, Filmpräsentation im ACADEMYSPACE. Eine Veranstaltung in der Vortragsreihe Depression ohne Alternative?, kuratiert von Christian Werthschulte

19 9 2015 

Post-Colonia(les) Stadtrauschen, Musikprojekt von alba Kultur, Int. Büro für globale Musik, Birgit Ellinghaus im Rahmen der Kölner Musiknacht

13 9 – 24 10 2015

Tejal Shah – Some Kind of Nature, Ausstellung im Kunsthaus Rhenania, kuratiert von Anna Christine Fricke

5 9 – 20 12 2015
I See, So I See So, Gruppenausstellung der TEMPORARY GALLERY kuratiert von Regina Barunke und Anja Dreschke

5 9 2015 

Unstumm. Köln-Istanbul Projekt für Echtzeitfilm von Nicola L. Hein und Korhan Erel 
 20 6 2015

Manifeste Assi, eine Komposition von Thierry Tidrow, Uraufführung im ACADEMYSPACE im Rahmen der Pluriversale III

4 6 - 5 6 2015

One more Pioneer von Maciej Sledziecki und Marion Wörle , Digitales Musiktheater

22 5 2015 

As we begin, so shall we go von Lili M. Rampre, Performance im ACADEMYSPACE im Rahmen der Pluriversale III

17 4 – 28 6 2015
Übungen zum Geschichtenerzählen und andere Tricks von Sina Seifee, Performance-Reihe im Rahmen der Pluriversale III



Die Mitglieder der Jury waren: Ekaterina Degot (Mitglied und Künstlerische Leiterin der Akademie der Künste der Welt), Martina Hochmuth (Kuratorin im Bereich Tanz/Peformance), Felix Klopotek (Journalist/Autor) und David Riff (Mitglied und Head of Publications der Akademie der Künste der Welt).

Partner

Unterstützer

Die Akademie der Künste der Welt wird gefördert durch:

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Das Fellows Network Cologne wird unterstützt durch:

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Projektpartner

Projektpartner der PLURIVERSALE V

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Projektpartner der PLURIVERSALE IV

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Gefördert durch

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Kultur- und Medienpartner

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Projektpartner der PLURIVERSALE III

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Projektpartner der PLURIVERSALE II

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Projektpartner der PLURIVERSALE I

Von der Konkubine zur Wanderarbeiterin? Frauen in China ist eine Kooperation mit dem Ostasiatischen Seminar (Bereich Kultur Chinas) der Universität zu Köln.

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Der Klang der Imaginären Heimat wird organisiert von Run United Music und gefördert durch

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Solidarité! Solidarität! Solidarity! ist ein Projekt von tanz lange, eine Koproduktion mit FFT Düsseldorf, Ringlokschuppen Ruhr und wird gefördert durch

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The Forest and the School: Where to sit at the dinner table? in Kooperation mit

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Naomi Rincón Gallardo: Stipendiatin des Programms Jóvenes Creadores 2012 – 2013 des mexikanischen Fondo Nacional para la Cultura y las Artes

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Folklor Invalid. Heimat experimentell und URXX – Ultra-red 1994-2014: Second encounter in Kooperation mit:

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A Revolitionary Parableon the Equality of Men von Felix Klopotek in Kooperation mit:

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