Jahre

Projekte


Festival of Original Fakes befasst sich mit der kulturellen Praxis des Kopierens anhand verschiedener Register und Strategien: mit traditionellen und sozialen Praktiken, mit Upcycling und Recycling, Subversion und Inversion, industriellen und handwerklichen Praktiken, der Demokratisierung von Technologien, mit Aneignung und Wiederaneignung.


Sites at Stake befasst sich mit den unterschiedlichen interessegeleiteten Einflüssen, die am Entstehen und Verschwinden eines Ortes mitwirken – sei es ein Wohnort oder ein Ort des Gedenkens, ein Raum öffentlicher Minderheitskultur oder hegemonialer Populärkultur, ein postkoloniales oder postindustrielles Relikt, ein Gebiet militärischer Invasion oder fantastischer Kunst.


Perverse Decolonization ist ein internationales Forschungs- und Diskussionsprojekt, das sich mit der aktuellen Krise der Postcolonial Studies und der Identitätspolitiken befasst und kritisch fragt, wie sich diese möglicherweise durch neue erstarkende Nationalismen vereinnehmen lassen. Das Projekt untersucht, inwiefern sich die Agenda der Dekolonisierung in reaktionären Projekten wiederfindet und welche neuen Formen der Solidarität und des gemeinsamen Handelns dieser Gefahr entgegenwirken können. Das Projekt versammelt eine internationale Arbeitsgruppe von Kunstschaffenden, Autor*innen, Kurator*innen und Theoretiker*innen aus verschiedenen Regionen der Welt (Ostasien, Naher Osten, Ost- und Westeuropa, USA). Gemeinsam untersuchen sie den Begriff der ‚pervertierten Dekolonisierung‘ im Sinne eines emanzipatorischen Prozesses, der möglicherweise fehlgeschlagen ist, der aber auch zurechtgebogen wurde, um neuen Begehrlichkeiten zu entsprechen.


Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Die Junge Akademie ermöglicht es, in einem Forum politisch drängende Fragen künstlerisch zu reflektieren und sich darüber auszutauschen. Alle Interessierten können so alternative Formen der Bildung und Auseinandersetzung mit künstlerischen und intellektuellen Themen kennenlernen und mitgestalten. Die Projekte dieses Programms bedienen sich unterschiedlicher Genres – von Performance und Musik über Videokunst und bildende Kunst sowie Tanz und Literatur bis hin zu Fotografie und Design. Die Schnittmenge aller Teilnehmenden ist das Interesse an der kritischen Auseinandersetzung mit ästhetisch-forschender Kunst, politischen Themen und an der transdisziplinären Kollaboration mit anderen Kunst- und Kulturinteressierten.

Unter der künstlerischen Leitung von Ekaterina Degot fand von 2014 bis 2017 zweimal im Jahr, jeweils für einen Zeitraum von zwei Monaten die PLURIVERSALE statt. Mit ortsbezogenen Projekten, Ausstellungen und Konzerten, Diskussionen, Filmvorführungen und performativen Symposien stellte sie eine Alternative dar zu den Rhythmen der Biennalen und deren Narrativen – die oft universalistisch und doch gleichermaßen relativistisch ausfallen. Der Name des Programmformats bezog sich auf das Konzept der Pluriversalität, wie es von Enrique Dussel, Walter D. Mignolo und anderen Denkern aus dem Kontext der Postcolonial Studies vorgeschlagen wurde. Dieses beruht auf der Idee, dass keine universalistische, sondern eine ‚pluriversale‘ Weltsicht notwendig ist, die von geteilten Geschichten und Kosmologien ausgeht, deren wechselseitige Beziehungen wiederum durch das koloniale Machtdifferential reguliert werden. In diesem Sinne konnte die PLURIVERSALE als eine Plattform verstanden werden, die ein vereinheitlichendes Narrativ zurückweisen sollte – zugunsten einer kritischen Zusammenführung verschiedener ‚Welten‘, vorwiegend verbunden durch ihre kritische und widerständige Haltung gegenüber der Vorstellung einer singulären Moderne und ihres universalen Anspruchs.