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• 08​ 09​ 2016 •
Bonaventure Ndikung

Exil, Flucht, Asyl: Wie klingen diese Begriffe? Klingen sie überhaupt irgendwie? Werden sie unhörbar gemacht? Oder werden sie in exotische Melodien übersetzt, leicht verdaulich, leicht zu akzeptieren? Wie hallt dieses Dröhnen in Körpern wider, wie projiziert es sich selbst auf die Welt? Die Klangfülle ist ein Mittler im dynamischen Wechselspiel zwischen Zeit, Ort, Raum und Körpern. Sie bestimmt, wie ein Körper in seinem politischen, sozialen, ökonomischen und psychischen Raum navigiert. In seiner Lecture Performance identifiziert der Kurator und Theoretiker Bonaventure Soh Bejeng Ndikung akustische Elemente, die den Immigranten im Zeitalter des Flüchtlingseins nicht genommen werden können. In seinem Vortrag mit dem Untertitel „Gedanken über die Unbeständigkeit von Subjektivität im/und Raum basierend auf migratorischen Klangwirklichkeiten“ untersucht er, wie Phasen unheimlicher Stille, aurale und körperliche Rhetorik sowie musikalische Ausdrucksformen die Vorstellungen vom Selbst und vom Anderen bei der Konstruktion von deren Subjektivitäten prägen. Diese Figuren – keine Sprach-, sondern Klangfiguren – definieren Subjektivitäten in ihrem stetigen Anpassungsprozess, der ein Teil jeder Migrationserfahrung ist.

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung ist Kunstkurator und Biotechnologe. Er ist Gründer und künstlerischer Leiter des Kunstraums SAVVY Contemporary Berlin und Chefredakteur des SAVVY-Journal, eines eJournals für kritische Texte über zeitgenössische afrikanische Kunst. Darüber hinaus ist er Curator at Large der documenta 14.