Performance

• 10​ 06​ 2018 •
Susanne Sachsse & Xiu Xiu Original Sin. A Concert

20:30

Ort: Stadtgarten, Venloer Straße 40, 50670 Köln
In englischer Sprache
15 € / 10 € ermäßigt
Kombiticket mit dem Vortrag von Avery F. Gordon: 17 € / 12 € ermäßigt

In Kooperation mit dem Stadtgarten

Original Sin ist eine Koproduktion mit dem Goethe-Institut (Internationaler Koproduktionsfonds), den Münchner Kammerspielen und der Kunsthochschule für Medien Köln. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Eine wahre Geschichte: Während die DDR ihre antifaschistische Schutzmauer um Berlin errichtet, gelingt es Luise Brand, ein majestätisches Haus in einem Dorf in Thüringen zu bauen, in dem sie mit ihrem älteren Ehemann, ihrem jüngeren Liebhaber, zwei Töchtern und zwei Hunden zusammenlebt. Verhältnisse, die nicht nur gegen die sozialistischen Moralvorstellungen verstoßen. Das Haus ist zugleich eine private Arztpraxis, und als Luises Mann zu alt ist, übernimmt ihr Liebhaber die Betreuung der Patient*innen. Später ist die Mauer weg, Luise Brand tot, die DDR gescheitert. Das Haus aber lebt.

Die Schauspielerin SUSANNE SACHSSE verwandelt die Geschichte ihrer Bewunderung und Verachtung für ihre Großmutter Luise Brand in eine Konzert-Performance. In poetischen Texten, die aus verschiedenen Perspektiven von mehreren Erzählstimmen gesungen und gesprochen werden, schlägt sie den Bogen von der Geschichte der Luise Brand hin zu zeitgeschichtlichen Fragen: Wie war der Alltag einer berufstätigen Frau mit zwei Kindern in der DDR? Was ist der Unterschied zwischen einem Haus im Sozialismus und im Kapitalismus?

Original Sin lehnt sich an Horrorfilme an, die von Spukhäusern handeln, in denen die Mauern für Geister aus der Vergangenheit durchlässig sind. Mit selbst geschriebenen Liedern und außergewöhnlichen Performance-Künstler*innen und Musiker*innen wie VAGINAL DAVIS und JAMIE STEWART erschafft Sachsse ein glamouröses, mysteriöses Memorial: sexy, queer, dark!

SUSANNE SACHSSE ist Schauspielerin und war bereits an verschiedenen Theatern engagiert. In den 1990er Jahren war sie Mitglied des Berliner Ensembles, wo sie u. a. mit Heiner Müller, Einar Schleef und Robert Wilson zusammenarbeitete. 2001 gründete sie zusammen mit Daniel Hendrickson und Marc Siegel das Kunstkollektiv CHEAP, dem auch Vaginal Davis angehört. Mit ihren Performances, Installationen, Festivals und Club-Events waren sie in zahlreichen Locations zu Gast, so z. B. im HAU Hebbel am Ufer (Berlin), beim Steirischen Herbst, am FFT Düsseldorf sowie am Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt. Sie lebt in Berlin.

VAGINAL DAVIS ist eine queere Künstlerin mit Lebensmittelpunkt in Berlin. Verwurzelt in der Underground-Musikszene von Los Angeles in den 1980er Jahren, war sie Mitglied zahlreicher Punk- und Queercore-Bands. In der Kunstwelt hat sie sich einen Namen gemacht mit queeren Performances ebenso wie mit kleinformatigen Gemälden, mit Skulpturen und Installationen, die in vielen Galerien und Museen zu sehen waren. 2017 hat sie auf der documenta 14 am Projekt Parliament of Bodies mitgewirkt.

Der Filmwissenschaftler MARC SIEGEL ist derzeit Gastprofessor für Medien und Cultural Studies an der Universität Hildesheim. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen mit dem Themenschwerpunkt Experimenteller Film und Queer Studies herausgebracht, sein neuestes Werk, A Gossip of Images, ist für 2018 angekündigt.

XIU XIU ist eine experimentelle Band aus Kalifornien, deren Begründer und einziges ständiges Mitglied JAMIE STEWART ist. Die Band hat verschiedene eklektizistische Alben veröffentlicht mit Einflüssen von Industrial Post-Punk über Synthie-Pop bis hin zu avangardistischer Musik. Zuletzt veröffentlichte Xiu Xiu die Alben Plays the Music of Twin Peaks (2016) sowie Forget (2017).