Führung, Vortrag und Diskussion

• Di 30 04 2019 •
MEMORY LAB #1 Fugitive Futurity – Archive als performative Praxis


Eröffnung des Memory Lab - Labor für kollektive Erinnerungspraktiken
Fugitive Futurity – Archive als performative Praxis
Vorab: Archive der Migration – Führung durch das DOMiD-Archiv

17:30 – 18:30 Archive der Migration – Führung durch das DOMiD-Archiv

Mit DOMiD-Mitarbeiter*innen

Treffpunkt: DOMiD – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration
in Deutschland e.V., Venloer Str. 419, 50825 Köln
In deutscher Sprache
Eintritt frei

Anmeldung unter service@domid.org


19:00 Fugitive Futurity – Archive als performative Praxis

Mit NURAY DEMIR, KATRIN SCHAUMBURG und VANESSA THOMPSON

Ort: artrmx e.V., Hospeltstr. 69, 50825 Köln
In deutscher Sprache
Eintritt frei


In den letzten Jahren tragen (post-)migrantische, rassifizierte und mehrfachmarginalisierte soziale Gruppen und Bewegungen in Europa die Forderungen nach der Dekolonisierung von Erinnerungspolitiken zunehmend in den städtischen Raum. Damit fordern sie dominante Formen der Erinnerung heraus. In einem Vortrag setzt sich VANESSA THOMPSON mit gelebten Archiven auseinander und diskutiert, in Anlehnung an Schwarze, migrantische und postkolonial-feministische Kritik und Überlegungen zu Politiken der Flüchtigkeit (fugitivity), die (Un-)Möglichkeiten performativer Dekolonisierung vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Wirkweisen postkolonialer Machtverhältnisse und den Logiken der Inklusion. Die Künstlerin NURAY DEMIR gibt Einblicke in ihre künstlerische Praxis und diskutiert anhand ihrer Arbeiten speculative bitches, Alphabet of Fame und Kein schöner Archiv, die sie zusammen mit Michael Annoff entwickelt hat, die Eigenschaften eines Archivs für das immaterielle Erbe der postmigrantischen Gesellschaft. Dabei lebt dieses Erbe von der Wiederholung und Weitergabe lebendiger Kultur und lässt sich nicht einfach in einen Schaukasten sperren. Im Anschluss diskutieren die beiden zusammen mit KATRIN SCHAUMBURG, Mitarbeiterin von DOMiD, und AURORA RODONÒ (Moderation) über das Spannungsfeld performativ-flüchtiger und klassischer Archivpraktiken. Vorab findet ab 17:30 eine Führung beim DOMiD statt.


NURAY DEMIR ist Künstlerin/Kuratorin im Bereich der visuellen, darstellenden/performativen Künste. Ihre Praxis ist von einem forschenden und radikal transdisziplinären Ansatz gekennzeichnet. Für ihre Projekte arbeitet sie kollaborativ mit Personen aus unterschiedlichen Bereichen, mit denen sie temporäre Ensembles bildet. Sie realisierte Projekte an diversen Institutionen, wie etwa auf Kampnagel in Hamburg, dem HAU/Hebbel am Ufer in Berlin, die Wiener Festwochen und District Berlin. Zudem trägt sie ihre Ansätze in die Lehre, etwa an der Universität der Künste Berlin.

VANESSA E. THOMPSON ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind kritische Rassismus- und Migrationsforschung, Gender- und Queer Studies, Intersektionalität, postkolonial/dekolonial-feministische Theorien und Methodologien, Black Studies (mit besonderem Fokus auf Black Europe), Theorien und Kritik der Versicherheitlichung sowie transformative Gerechtigkeit.

KATRIN SCHAUMBURG ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD e.V.), wo sie sich unter anderem als Ausstellungskuratorin mit Museums-, Sammlungs- und Partizipationskonzepten auseinandersetzt. In ihrer Promotion beschäftigte sie sich mit agency von Frauen in einem südafrikanischen Township.

AURORA RODONÒ ist freie Kulturarbeiterin in den Bereichen Kunst, Film, Migration und Anti-Rassismus sowie Lehrbeauftragte am Institut für Kunst und Kunsttheorie/Universität zu Köln; 2012 bis 2014 Projektreferentin bei der Akademie der Künste der Welt; 2003 bis 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Forschungs- und Ausstellungsprojekt Projekt Migration (Köln 2005). Sie ist Teil der Initiative Tribunal 'NSU-Komplex auflösen'.

DOMiD – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration Deutschland e.V. – sammelt und bewahrt seit 1990 Materialien zur Migrationsgeschichte. Mit seiner bundesweit einzigartigen Sammlung sozial-, alltags- und kulturgeschichtlicher Zeugnisse plant der Verein den Aufbau eines Migrationsmuseums. 2018 hat DOMiD außerdem ein virtuelles Museum eröffnet, das Migrationsgeschichte mittels einer digitalen Anwendung interaktiv erfahrbar macht.

Das Memory Lab wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit DOMiD – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration Deutschland e.V.

Memory Lab #1 in Kooperation mit artrmx e.V.