Ausstellungseröffnung und Performative Zeremonie

• 04​ 05​ 2019 •
EMANZENEXPRESS_GEMEINSAM SIND WIR GEMEINER


Mit EVA BUSCH, ANNA ERDMANN & FRANZISKA GORALSKI (DIE BLAUE DISTANZ), KATJA LELL, LAURA NITSCH und JULIA NITSCHKE


EINLADUNG
zur überschäumenden Einweihung des EmanzenExpress
- eine kollektive Unternehmung zur Feier der Schultern, auf denen wir heute stehen -

Liebe Feminist*innen & Friends,

ihr seid eingeladen - du bist eingeladen!
Ich, die hier einlädt, heiße im Folgenden Emanze. Ja genau, die Emanze von Früher, aus der Zeit der 80er und 90er, die heute „Frauen- und Lesbenbewegung“ genannt wird.
Dich erreicht diese Einladung natürlich nicht grundlos. Wenn du Interesse hast an Verknüpfungen, die in mehreren Knoten enden, einem zugewandten Blick auch bei Nebel, Fragen, die nur gemeinsam beantwortet werden können, heiße ich dich herzlichst Willkommen gemeinsam den Neuanfang einer widerständigen Ära zu zelebrieren.
Ich bereite den Raum für uns vor, mit rosigen Drinks und einer süßen Quelle. Du wirst mich sprechen hören, als einen regelrechten Strauß an emanzipatorischen Stimmen, aber du hast mit Gewissheit das letzte Wort! Ich lade dich ein auf Schultern zu klopfen und mit gestärktem Rücken ins Rollen zu kommen, denn gemeinsam sind wir nicht die Erste!
Du musst nichts vorbereiten, oder mitbringen. Komm’ wie du dich wohl fühlst. Start ist pünktlich 17 Uhr und wir enden 19 Uhr an der Jahrhunderthalle.
Ich habe das Künstlerinnenduo die Blaue Distanz (Anna Erdmann and Franziska Goralski) eingeladen mich bei der Umsetzung der Zeremonie zu unterstützen.
Gleichzeit möchte ich mich bei den drei Bochumer Frauenarchiven und Angela Scaglione für die großzügige Unterstützung bedanken.

Ich freue mich auf dich!
Beste Grüße und bis dahin,
Emanze

PS.: Um auch weiterhin unsere Geschichte zu schreiben und zugänglich zu machen, möchte ich darauf hinweisen, dass während der Zeremonie fotografiert wird.


11:00 Ausstellungseröffnung
17:00 Performative Zeremonie mit die Blaue Distanz

Ort: atelier automatique, Rottstraße 14, 44793 Bochum
In deutscher Sprache
Eintritt frei


„Gemeinsam sind wir gemeiner.“ Diese Kampfansage aus den 80er Jahren wählten EVA BUSCH und JULIA NITSCHKE als Untertitel ihrer Memory Station, welche die Geschichte feministischer Kämpfe der 1980er und 90er Jahre in Bochum beleuchtet. Den Titel Emanzenexpress haben sich die beiden von einer Zeitschrift geborgt, die einst das Autonome FrauenLesben Referat der Ruhr-Universität herausgab. Der Brückenschlag über die verschiedenen Generationen hinweg ist entscheidendes Element ihres Projekts. Die Haltung dahinter liegt „irgendwo zwischen Liebeserklärung an die damaligen Kämpferinnen und kritischer Auseinandersetzung“. Vieles, was frühere Generationen erstreiten wollten, verhandelt oder erkämpft haben, ist heute kaum mehr öffentlich abrufbar oder unsichtbare Selbstverständlichkeit geworden. Wichtige Dokumente befinden sich heute in den drei Bochumer Frauenarchiven (ausZeiten FRAUENARCHIV, studentische Frauen*bibliothek LIESELLE und MADONNA-Archiv und Dokumentationszentrum für Sexarbeit), aus denen einige Fundstücke zu sehen sein werden. Dass die beiden das Material im atelier automatique, einer jungen, selbstorganisierten Ateliergemeinschaft mit queerfeministischen Programmschwerpunkten zeigen, ist entscheidend für die Ortsspezifik des Projekts. Es entsteht ein intergenerationaler feministischer Begegnungsraum. In einer „Living la vida loca“-Ästhetik laden reproduzierte Flugblätter in einen Pool zum Eintauchen ein. Gleichzeitig wird die feministische Geschichte Bochums auf einer wandfüllenden, erweiterbaren Landkarte geographisch verzeichnet, denn viele für die Bewegung bedeutende Orte sind heute verschwunden. Aus Begegnungen, Veranstaltungen und Diskussionen sollen aktuelle Perspektiven auf die Archivalien entstehen.

In Kooperation mit Urbane Künste Ruhr