Lecture und Performance

• Do 06​ 06​ 2019 •
NOORDKAAP TAXI Taxi Lectures - „Cologne, What is Your Mother’s Maiden Name?“ & „404 Schrott aller Art“


Mit MAX DOVEY und JODI

19:00
Ort: Academyspace, Herwarthstraße 3, 50670 Köln
In englischer Sprache
Eintritt frei


Noordkaap präsentiert einen Vortrag des Künstlers und Produzenten Max Dovey über psychometrische Wissenschaften und digitale Kunst, mit besonderem Schwerpunkt auf der Künstlergruppe Agorama. Dovey ist Mitbegründer dieses in East London ansässigen Kollektivs von Technolog*innen, die sich kritisch mit der digitalen Kultur beschäftigen. Außerdem stellt er sein Taxiprojekt vor, das in Zusammenarbeit mit den Teilnehmer*innen der Jungen Akademie Cologne, What is Your Mother’s Maiden Name? entsteht und am 8. Juni beginnt.

Dem Vortrag folgt eine Lecture-Performance des niederländischen Duos JODI.
Für die Performance wird sich JODI auf das Auto als langjähriges Objekt seiner On- und Offline-Arbeit konzentrieren.
Die Performance ist Teil des Projekts NKTaxi, das von Noordkaap/NL in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste der Welt entwickelt wurde.


Max Dovey arbeitet mit Menschen und Technologien zusammen, erschafft modellbasierte Interaktionen und Erfahrungen, betrachtet kritisch neue Technologien und untersucht die Politik der vernetzten Gesellschaft. So ist beispielsweise A Hipster Bar (2015) eine Popup-Bar, die mit Hilfe der Bilderkennung nur Personen zulässt, die von einem maßgeschneiderten Algorithmus als Hipster erkannt werden; Respiratory Mining (2017) ist ein Werk, in dem der Akt des Atmens in eine Krypto-Währung umgewandelt wird.
Dovey erhielt einen Master-Abschluss in Mediendesign & Kommunikation an der Piet Zwart Academy Rotterdam und arbeitete unter anderem mit V2_ und The Patching Zone in Rotterdam. Er zeigte seine Arbeiten an der Ars Electronica und The Lowry in Manchester (Humans Being Digital). Er lehrte am niederländischen Sandberg Institute sowie an der St. Joost Academy Breda und ist assoziierter Forscher am Institute of Network Cultures und am Agorama London. Er schreibt für Open Democracy, Imperica & Furtherfield.

Das Kunstduo JODI entstand 1995, als Joan Heemskerk und Dirk Paesmans ihre erste Website schufen, wwwwwwwwwww.jodi.org. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe internationaler Künstler*innen entwickelten sie das Konzept „Net.Art“ im Kontext der zeitgenössischen Kunst. Die Net.Art-Bewegung brachte ein kritisches Bewusstsein für die Auswirkungen der digitalen Informationsgesellschaft zum Ausdruck – lange bevor andere es taten.
Digitale Medien und Netzwerke sind mehrschichtig; sie haben eine sichtbare Oberfläche und darunter liegende Codes, die bestimmen oder manipulieren, wie die öffentliche Rezeption und Interaktion ablaufen soll („Sozialdesign“ oder „digitale Diktatur“?). Diese zugrundeliegenden Codes und Programmieroptionen kommen in JODIs Werk zum Vorschein. Statt struktureller Widersprüche liegt der Fokus gerade auf dieser medienspezifischen Dysfunktionalität. JODI reagiert auf den Fluss der technologischen Innovationen als Parasit und experimentiert mit den Eigenschaften neuer digitaler Mittel und den physikalischen Besonderheiten des immateriellen Mediums. Es war die öffentliche Online-Interaktion, die JODI ursprünglich motivierte, sich diesem Medium zu nähern.


Unterstützt durch die Botschaft des Königreichs der Niederlande, Creative Industries Fund NL und die TÜV Rheinland Stiftung