Screening, Ausstellung, Gespräch

• Sa 06​ 07​ 2019 •
M.S. KALK M.S. BILANZ – Best of Malte’s Memory Sunday, Präsentation Kalkatlas und digitales Archiv


Mit UFUK CAM, MERYEM ERKUS, MALTE FRÖHLICH, BORIS SIEVERTS u.a.

18:00 – 22:00
Ort: Lichtspiele Kalk, Kalk-Mülheimer Straße 130/132, 51103 Köln
In diversen Sprachen
Eintritt frei


Best of Malte´s Memory Sunday: Videointerviews, Lesung von Aufzeichnungen, Präsentation von Bildern und digitalisierten Objekten, Präsentation Kalkatlas, Virtuelle Führung durchs digitale Archiv found:erased:palimpsest
Gespräch: Erzählung, Identität und Politik: Gibt es ein Kalker Selbstverständnis? Was haben wir in den letzten Wochen dazu beigetragen? Wen haben wir erreicht/nicht erreicht? Welche Erzählung zeichnet sich ab? Wer führt die Stränge zusammen und weiter? Ließe sich das Alles auch ganz anders erzählen? Wenn ja, wie? Wenn nein: Worin liegt die Stringenz unserer Erzählung? Und welche Schlüsse ziehen wir daraus?

Kalker weichen nicht aus – wohin auch? Ihr Stadtteil ist eingeschnürt durch einen breiten Eisenbahngürtel, in dessen Innerem einst Stahl- und Chemiefabriken rauchten. Als in den 1980er und 90er Jahren die Industrie verschwand, blieb ein einzigartiges Soziotop übrig, das bald als „Problemviertel“ galt. Doch wer genau hinsah, entdeckte neben Spannungen auch eine auffällige Neugier am anderen.
In seiner einzigartigen Mischung ist Kalk ein extremer Ort, vielleicht der großstädtischste und politischste Stadtteil Kölns und auf jeden Fall ein Schauplatz, „dessen Epos noch nicht erzählt ist“, wie die beiden Kurator*innen dieser Memory Station, MERYEM ERKUS und BORIS SIEVERTS, sagen.
Erkus ist als Veranstalterin und stadtpolitische Aktivistin mitverantwortlich für viele subkulturelle Projekte und hybride (Ausstellungs-)formen in Köln; Sieverts, der an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, führt mit seinem Büro für Städtereisen Einheimische und Touristen durch die Grauzonen städtischer Ballungsräume. Die Memory Station Kalk will nicht nur Geschichten einsammeln und archivieren, sondern sie zugleich auch zur Aufführung bringen, ausstellen, verdoppeln. „Lebendige Geschichtsschreibung“ nennt Boris Sieverts das, und die Formate dafür reichen von einem Kartografie-Workshop über offene Häuser, Nachbarschaftsfeste und Stadtspaziergänge bis zu einem durch den Stadtteil wandernden, öffentlich zu bearbeitenden Tonmodell Kalks. Mit einer mobilen Memory Station sucht der Künstler MALTE FRÖHLICH die Kalker*innen im Alltag auf. Zentraler Ausgangs- und Anlaufpunkt dafür sind die Lichtspiele Kalk.


M.S. Kalk wird gefördert durch die Landesinitiative StadtBauKultur NRW und die Fritz-Bilz-Stiftung.