Apéro und Diskussion

• 28​ 06​ 2019 •
ARCHIVE VON UNTEN - zu alternativen, archivarischen Praktiken SOLID SKILLS


Mit dem Archiv für alternatives Schrifttum Duisburg (Afas)

18:00
Ort: WerkStadt, Viktoriastraße 5, 45327 Essen
In deutscher Sprache
Eintritt frei


Im Rahmen der Memory Station stellt das Archiv für alternatives Schrifttum Duisburg (Afas), das dem Verbund der Archive von unten angehört, seine Arbeit und seine Grundideen vor. Aus den Beständen werden Dokumente der Bewegungsliteratur aus unter anderem alternativen, linken, ökologischen, undogmatischen, internationalistischen, feministischen, friedensbewegten Milieus und Publikationen zu Strategien des alltäglichen Widerstands gezeigt und diese in Bezug zum in der WerkStadt entstandenen Archiv alltäglicher Widerstandsstrategien gesetzt.
Die WerkStadt ist ein Raum, wie ihn eigentlich jeder Stadtteil bräuchte: eine Börse für den Austausch von Wissen, ein Begegnungsraum, in dem alte und neue Nachbar*innen mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aus aller Welt zusammenfinden, ein Ort für geflüchtete Männer genauso wie für libanesische Frauen oder junge Studierende. Hier wird gekocht, gefilmt, genäht oder fotografiert, und die Ergebnisse werden öffentlich gezeigt. Die WerkStadt ist ein Forum für die Belange der Menschen, die in Katernberg zu Hause sind.
Früher, als die Zeche Zollverein noch in Betrieb war, wohnten in dieser Gegend Bergleute und ihre Familien, doch seit die Schächte stillgelegt und die Koksöfen kalt sind, ist hier alles anders geworden. Um „den elementaren Herausforderungen des Lebens zu begegnen“, sich „mit all dem, was auf einen einprasselt, auseinanderzusetzen“, sagt Benjamin Melzer, ermutigt die WerkStadt , die er betreut, zum Selbermachen und leitet dadurch ganz unauffällig zum Widerstand an. Gemeinsam mit den Bewohner*innen des Viertels werden für die Memory Station der Autor PASCAL BOVÉE, die Performancekünstlerin LENIO KAKLEA und die Audiokünstlerin KATHARINA PELOSI der Frage nachgehen, wie die Menschen im Essener Norden mit diesen Veränderungen umgehen und welche individuellen (Über-)lebensstrategien sie daraus entwickeln. Die Befragungen und Gespräche münden in eine performative Audioinstallation. Eine Schreibwerkstatt mit Jugendlichen fördert außerdem den stärkenden Umgang mit Herausforderungen und Ressentiments, die einer jungen Generation in der Peripherie der Stadt täglich begegnen.

In Kooperation mit Urbane Künste Ruhr