Lecture Performance

• 03​ 09​ 2015 •
Hito Steyerl // Kassem Mosse Eye Explosion // Combat Zones That See

Hito Steyerl

Eye Explosion

Ein Projekt im Rahmen der PLURIVERSALE III.

20:00
Ort: Bayenwerft Kunsthaus Rhenania e. V., Bayenstraße 28, 50678 Köln
Tagesticket für Hito Steyerl & Kassem Mosse: 8 €, ermäßigt 5 €
Tickets unter tixforgigs.com In englischer Sprache

Hito Steyerl ist in den letzten beiden Jahren wiederholt nach Kobanê und Suruç gereist, als dort die Kämpfe zwischen ISIS und den kurdischen Milizen wüteten. Als Augenzeugin des Krieges wie auch als Filmemacherin fragte sie sich, warum sie vor Ort nichts zu sehen vermochte oder vielmehr: warum sie nicht in der Lage war, etwas von dem zu verstehen, was sie sah. Diesen Fragen widmete sich Steyerl zuletzt in einer Reihe von Lecture Performances, Filmen und Videoinstallationen, die sich mit der Optik und den Bildern des Krieges beschäftigen – und zwar unabhängig davon, ob diese simuliert oder real sind, fiktiv oder faktisch gegeben. Angeregt von der kinematografischen Grammatik des späten Harun Farocki untersucht Steyerl die Blindheit ihres eigenen Filmmaterials vom Schlachtfeld und entwirft dabei Spekulationen über das in Kriegsgebieten eingesetzte Videoüberwachungssystem ARGUS-IS sowie über Luftaufnahmen, Objektverfolgung und Autonomie.

Kassem Mosse

Combat Zones That See

21:30
Ort: Bayenwerft Kunsthaus Rhenania e. V., Bayenstraße 28, 50678 Köln
Tagesticket für Hito Steyerl & Kassem Mosse: 8 €, ermäßigt 5 € Tickets unter tixforgigs.com

Kassem Mosses fortlaufendes Projekt erforscht den Sound des Krieges auf eine unerwartete Weise, nämlich über den Blick auf das Schlachtfeld. Hier werden militärische Modelle für die Analyse optischer Daten in Ton übersetzt und heruntergebrochen: Automatisierte Objektverfolgung, Musteranalysen und Erfassungsstrategien, die heute auf Schlachtfeldern eingesetzt werden – all dies wird eingespeist in miteinander verbundene Versuchsanordnungen veralteter Musiktechnologie. Die Performance in Köln wird eine Soundumgebung schaffen, in der reale, übertragene und fiktionale Geräusche mit Musik collagiert werden. Die Materialauswahl vermeidet Reißerisches ebenso wie den Sound des industrialisierten Krieges zugunsten der Töne von Unterhaltungstechnologien in Kriegszeiten: das sanfte Knistern von Feuer, der Sound des Geldtransfers, das tiefe Surren von Festplatten mit Videobildmaterial, der Signalton eines Mobiltelefons an der Front, das Rascheln von Plastikplanen im Wind, Gummisohlen, die auf Asche treten, das zarte Geräusch von Kameraobjektiven, die entfernte Objekte und Gestalten heranzoomen, und die digitalen Störsignale aus Skype-Gesprächen.