Filmvorführung und Gespräch

• 20​ 05​ 2016 •
Christopher Kirkley Akounak Tedalat Taha Tazoughai (Rain the Color of Blue with a Little Red in It)

Akounak Tedalat Taha Tazoughai, 75′, Niger 2015, Farbe, Tamascheq mit englischen UT

20:30
Ort: Filmhauskino, Maybachstraße 111, 50670 Köln
7 €, ermäßigt 6 €
Anschließendes Gespräch in englischer Sprache

22:30 Zusatzevent: DJ-Set von Christopher Kirkley im King Georg, Sudermanstraße 2, 50670 Köln

Die klassische Geschichte. Ein Gitarrenheld im violetten Cape macht sich auf seinem violetten Motorrad auf den Weg in die Stadt, gelangt dank seines virtuosen Spiels zu Ruhm, umwirbt unterdessen ein Mädchen, dem er nicht ganz das Wasser reichen kann, und muss sich schließlich in einem epischen Gitarrenduell dem eifersüchtigen König der lokalen Szene stellen. Allerdings geht es hier nicht um Purple Rain (1984) von Prince, sondern um ein in der Sahelzone angesiedeltes, postkoloniales Remake: den ersten Spielfilm in der Sprache der Tuareg. Da diese Sprache kein Wort für Violett kennt, ist der Filmtitel etwas lang. Wörtlich ins Englische übersetzt lautet er: Rain the Color of Blue with a Little Red in It. Die Hauptrolle spielt der Gitarrist Mdou Moctar aus Agadez, einem der Zentren der Tuareg-Rebellion in Niger in den 1990er-Jahren und heute die musikverrückte Hauptstadt des Wüstenblues. Der Film entstand im Rahmen eines selbst organisierten Projekts und wurde mithilfe einer sehr erfolgreichen Kickstarter-Kampagne finanziert. Das Drehbuch verfasst und Regie geführt hat Christopher Kirkley, der in einem Gespräch mit dem Radiojournalisten und Autor UH-YOUNG KIM von seiner Arbeit und der Musikszene im Sahel berichtet.

Christopher Kirkley ist Archivar, Künstler, Kurator und Gelegenheits-DJ aus Portland. Er leitet das Projekt Sahel Sounds, eine Plattform, die die Kunst und Musik Westafrikas anhand nicht-traditioneller ethnografischer Feldforschung erkundet.