Videoscreenings und Gespräch

• 30​ 11​ 2016 •
Sandra Schäfer Constructed Futures: Mleeta & Haret Hreik

19:00

Sandra Schäfer, Mleeta, Zweikanal-Videoinstallation, 12′, Deutschland 2016, Farbe, Arabisch mit englischen UT
Sandra Schäfer, Haret Hreik (Preview), Vierkanal-Videoinstallation, 11′, 7′, 6′, 4′ Deutschland 2016, Farbe, Arabisch mit englischen UT und Englisch

Ort: Filmforum im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
3 €
Anschließendes Gespräch in deutscher Sprache

In Kooperation mit der ifs internationale filmschule köln

Die Architektur des Nachkriegswiederaufbaus ist immer zutiefst ideologisch, fast so gewaltsam wie die Zerstörungen durch den Krieg selbst. Das gilt auch für die Bauten, die im Libanon nach den Kriegen der vergangenen Jahrzehnte entstanden und deren visuelle Politik die Filmemacherin Sandra Schäfer in ihrem Projekt Constructed Futures hinterfragt. Ihr Zweikanal-Video Mleeta zeigt einen Berg im Südlibanon, einst Rückzugsgebiet der Hisbollah. Heute befindet sich dort ein „Museum des Widerstands“, ein propagandistisches Reenactment, das landschaftliche und militärische Szenarios reproduziert und dabei Geschütze und andere Waffen integriert. Ihr Vierkanal-Video Haret Hreik zeigt das Viertel, in dem sich Hauptquartier und Unterstützerbasis der Hisbollah befinden. Im Libanonkrieg 2006 wurde es heftig bombardiert, aber „umso schöner“ wiederaufgebaut. Schäfers Videos gehen den Visionen und dem Konzept des Wiederaufbaus nach und analysieren dessen Herstellung von Raum und Konstruktion von Erinnerung. Nach dem Screening diskutiert Schäfer mit dem Filmemacher und Komponisten CHRISTIAN VON BORRIES und dem Kritiker CHRISTIAN HÖLLER.

Sandra Schäfer ist Künstlerin und lebt in Berlin. Ihre Arbeiten wurden unter anderem auf der Berlinale, im DEPO in Istanbul, im La Virreina in Barcelona, in der Camera Austria in Graz sowie im Haus der Kulturen der Welt und bei der neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Berlin gezeigt. Sie arbeitet derzeit an der HfbK Hamburg an einem künstlerischen PhD zu militanten Bildpolitiken.