Junge Akademie

Junge Akademie

Die Junge Akademie ist eine Plattform der Akademie der Künste der Welt, die den Austausch zwischen jungen Künstlern und Kulturschaffenden aus Köln über künstlerische und gesellschaftliche Themen und Diskurse fördert und einen Ort für interdisziplinäre Zusammenarbeit an professionellen künstlerischen Projekten bietet. Interessierte zwischen 18 und 27 Jahren können in der Jungen Akademie ihre vielseitigen Talente nutzen, um ihre Ideen zu verwirklichen und gemeinsame künstlerische Projekte umzusetzen.

Im Fokus stehen die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und die künstlerische Arbeit in und mit der urbanen Lebenswirklichkeit der Stadt Köln. Die Junge Akademie ist für alle Interessierten offen und will dadurch - über soziale und kulturelle Grenzen sowie künstlerische Disziplinen hinweg - einen vielfältigen und angeregten politischen Diskurs in Gang setzen und etablieren. Vor diesem Hintergrund steht das Ziel, heutige Bedingungen und Auswirkungen der globalen Machtdynamiken im eigenen Lebensraum sichtbar zu machen und zu hinterfragen.

Die Junge Akademie besteht zum einen aus einer offenen Gruppe von Kölner Nachwuchskünstlern, die zwei Mal jährlich ein Gemeinschaftsprojekt entwickeln, und zum anderen aus einem öffentlich zugänglichen Workshop-Programm mit Künstlern, Aktivisten und Theoretikern. Damit schafft die Junge Akademie eine Verbindung zwischen künstlerischer Praxis und theoretischer Reflexion. Junge Kölner erhalten so die Möglichkeit, aus der Perspektive der eigenen Generation heraus, gemeinsam mit anderen, künstlerische Positionen zu formulieren und die Kölner Kunst- und Kulturlandschaft durch neue Impulse zu bereichern.

Derzeitige Mitwirkende in der Jungen Akademie sind: Ronja Bader, Maria Chatzidimou, Manon Diederich, FEG, Anna Lebedeva, Adrian Robanus, Blanca Barbat Soler, Walter Solon, Nina Weber, Argia Helen Wehner und Elsa Weiland.

Rückblick

KINDLY DISINVITED

Über ein Jahr lang haben wir in der Jungen Akademie der Künste der Welt in Köln zu Fragen nach Bildpolitik und Machtmechanismen im Gebrauch einer Kamera gearbeitet. Verhandelt wurde Kritik an partizipatorischen Arbeitsweisen, um im Gegensatz zu diesen Film als Sprache der Selbstdarstellung zu verwenden. Wir diskutierten das falsche Versprechen künstlerischen Arbeitens „mit oder über Geflüchtete“, welches anstelle der eigentlichen Selbstverständlichkeit formuliert wird, dass künstlerische Arbeit von KünstlerInnen egal welcher Herkunft einfach selbst gemacht werden kann. In der Workshop-Woche Das Privileg der (Selbst-) Repräsentation im Februar diesen Jahres lieferten vier eingeladene SprecherInnen aus ihrer Perspektive einen Beitrag zu dem gesamten Arbeitsjahr: Die Afrikanistin Marianne Bechhaus-Gerst sprach zu den Anwendungsmöglichkeiten der Diskussionen um das Kritische Weißsein und um die koloniale Geschichte Kölns. Massimo Perinelli stellte in seinem Vortrag den Beitrag der migrantischen Bewegungen und Communities in der Bundesrepublik für emanzipatorische Praxen seit den 60er-Jahren bis heute vor. Er zeigte dabei einen präzisen Solidaritätsbegriff auf, der danach ruft, auch innerhalb der Kunst angewendet zu werden. Nanna Heidenreich sprach zu den Verhandlungsmöglichkeiten von Migration innerhalb der Kunst und im filmischen Bild. Die Künstlerin Cana Bilir-Meier zeigte Ausschnitte aus ihrer Arbeit, in der sie behutsam ihre eigene Familiengeschichte mit einer Geschichtsschreibung über diejenigen Menschen verwebt, die als „GastarbeiterInnen“ gelabelt in Deutschland leben. Katia Barrett und Antonina Baever waren als Gastkünstlerinnen anwesend und gaben Einblicke in ihre eigene Praxis.

In der Ausstellung KINDLY DISINVITED zeigen wir die Ergebnisse des gesamten Jahres der Jungen Akademie der Künste der Welt. Aufgebaut als Filmwerkstatt, als Workshop-Camp oder Laboratorium der Bildproduktion möchten wir unsere Verhandlungen von Rassismen, Diskriminierungen und der Diskurse des Kritischen Weißseins zeigen, Ein- und Ausschlussmechanismen angreifen. Voreilig ausgerufene Multikulti-Harmonien versuchen wir aufzuknacken, queere Selbstbehauptung und Fragen nach Solidarisierungen zeigen wir selbstkritisch als Fluchtpunkte unserer eigenen Arbeit. Wir versuchen das IM GEBRAUCH von Bildern. Rassismus ist kein Gegenstand, den wir einfach von uns wegschieben können. Und mit der Ausstellung möchten wir ein Feld beschreiben, das nicht zu Ende verhandelt werden kann. Für uns entsteht ein erweiterter begehbarer Film, der in der eigenen Produktion kurz innehält, Besucher*innen anblickt und zeigen will, was bisher geschah, um lustvoll darauf zu schauen, was alles noch zu tun ist. Lotta Continua.

Ulf Aminde, Ronja Bader, Maria Chatzidimou, Manon Diederich, FEG, Anna Lebedeva, Adrian Robanus, Walter Solon, Nina Weber, Argia Helen Wehner und Elsa Weiland mit Nora Wiedenhöft, Jan Kryszons und Roel Weenink und ihrer großartigen Mitarbeit und Georg Blokus und mit Arbeiten von Cana Bilir-Meier Massimo Perinelli und Marianne Bechhaus-Gerst